Lebenslauf an Silvester Große Vorsätze, kleine Abstürze

Er sollte seinen Lebenslauf schreiben und hatte auch gute Vorsätze, schon wegen Frau Wagenbach. Dann kam Silvester dazwischen. Mark Scheppert erzählt vom Start ins Jahr 1987 in Berlin-Friedrichshain.
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Ostberliner Weihnachtsmarkt: Große Leuchtschriften, blinkende Reklametafeln, heulende Sirenen und Lautsprecherdurchsagen lockten Mark und seine Freunde jedes Jahr auf den Weihnachtsmarkt zwischen Jannowitzbrücke und Alexanderplatz (Foto von 1975).

Foto: ullstein bild/ Wilfried Glienke
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Rauschebart-Mann: Während sich andere Kinder beim obligatorischen Erinnerungsfoto mit dem Weihnachtsmann die Augen ausheulten, waren Mark und sein Brüderchen Benny (l.) beim Besuch des Weihnachtsmarktes 1977 eher gut gelaunt.

Foto: privat
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Rummel geschlossen: Seit 1974 war der Weihnachtsmarkt zwischen Jannowitzbrücke und Alexanderplatz stationiert und eine wahre Institution vor allem für Ostdeutsche. 2018 konnte man ihn wegen diverser Bauvorhaben erstmals nicht auf seinem angestammten Areal vorfinden. Das Foto zeigt Weihnachtsmarkt-Besucher im Winter 1984.

Foto: SLUB/ ddrbildarchiv.de/ Heinz Schönfeld
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Hoch hinaus: Auf dem Weihnachtsmarkt konnte man an unzähligen Ständen Dinge kaufen, die es im restlichen Jahr eher selten oder gar nicht gab. Auch die vielen Fahrgeschäfte und sonstigen Attraktionen, darunter Geisterbahn und Riesenrad, kannte man in der DDR sonst nur aus dem Kulturpark im Plänterwald.

Foto: SLUB/ ddrbildarchiv.de
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Auto-Randale: Mark und seine Freunde standen sich oftmals im Schneematsch vor dem Autoskooter die Beine in den Bauch. Sobald die Sirene ertönte, stürzten sie in einen der (per Stange an die Oberleitung angeschlossenen) Wagen, warfen einen Chip in den Schlitz - und rammten dann mit aller Gewalt die Autos ihrer Kumpel.

Foto: SLUB/ ddrbildarchiv.de
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Partykinder: Während sonst früh Schlafenszeit war, wurden Benny (l.) und Mark am 31. Dezember kurz vor dem Jahreswechsel geweckt und durften die leuchtenden Raketen vor dem Fenster bestaunen. Später feierten sie in diesem Wohnzimmer ihre eigenen legendären Silvesterpartys.

Foto: privat
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Guten Rutsch! 1974 erlebte Benny erstmals staunend einen Jahreswechsel -hier mit seinem Vater. 1986 zählte er dann vor Mark und seinen Freunden, parallel zur großen Uhr im TV, den Ablauf der letzten Minute bis zum Jahreswechsel hinunter und zupfte theatralisch das letzte Blatt des kleinen Abreißkalenders ab.

Foto: privat
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Der Sekt-König: Vater Scheppert, von seinen Kindern Benny und Mark liebevoll "Bierkönig" genannt, genießt am Silvesterabend sichtlich den (sonst von ihm eher selten getrunkenen) Sekt. Im Hintergrund läuft das obligatorische Feiertagsprogramm.

Foto: privat
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Rock 'n' Roll: Obwohl Marks Vater (l.) großer Rolling-Stones-Fan war, tanzte er am Silvester-Abend (hier mit einem guten Freund) immer auch zu der Musik, die gerade im TV-Silvester-Programm lief. Seine Söhne hörten 1986 eher Depeche Mode, die gerade das ganz große Ding waren.

Foto: privat
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Krüppelkiefer: Im Hause Scheppert stand laut Mark der wahrscheinlich schrecklichste Weihnachtsbaum Berlins - oftmals wurde das Exemplar an die Schrankwand angelehnt, damit es nicht umfiel. Auch das schlampig auf die Zweige verteilte Lametta und die Kugeln konnten da keine Verbesserung mehr bewirken. Die Feier selbst war stets wichtiger.

Foto: privat
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Familienbande: Zur Weihnachtszeit bekam Familie Scheppert oft Besuch von der Verwandtschaft aus Halle und Leipzig. Während sich die Männer mit Glühwein und Kräuterschnäpsen einheizten, erhoben sich die Frauen in den hölzernen Gondeln des Riesenrads in die Lüfte und bestaunten das beleuchtete Ostberlin.

Foto: privat
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Mix mir einen Drink: Zur Silvesterparty 1986/87 brachten Marks Freunde eine bunte Mischung an Getränken zur Party mit. Die Curaçao-Flasche - in Verbindung mit fünf ausgequetschten Kuba-Orangen - war dabei das große Highlight. Das Foto wurde im DDR-Museum in Berlin Mitte aufgenommen.

Foto: privat
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Die Fete: Am Silvesterabend wurde im Hause Scheppert oft ausgelassen gefeiert - hier die Mutter (l.). Zum Jahreswechsel 1986/87 fand die große Fete für die Eltern jedoch in einem Café in der Gegend statt. Und so konnten Mark und seine Freunde die Wohnung an der Mollstraße zur Partybühne ausweiten.

Foto: privat
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Uuulf! Bei der Vierschanzentournee 1986/87 feuerten Benny und Mark vor allem "Uuullf" an, was ihren Vater fast in den Wahnsinn trieb. Ulf Findeisen war in jenem Jahr der beste Flieger aus der DDR. Aber auch die BRD hatte mit Thomas Klauser und Andreas Bauer potenzielle Siegspringer. Sieger beim Neujahrs-Sprunglauf der Internationalen Vierschanzen-Tournee in Garmisch Partenkichen wurde der Oberstdorfer Bauer (M.). Zweiter wurde der Finne Jukka Kalso (r.) vor Ulf Findeisen (l.).

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Schlittenjungs: Benny und Mark Scheppert, hier mit ihrem Vater im Winterurlaub, liebten das Schlittenfahren. Brüderchen Benny zog sich allerdings mehrfach Verletzungen dabei zu. Seit frühester Kindheit vermeldete er immer, wenn die Familie am Krankenhaus Friedrichshain vorbeifuhr, ganz stolz: "Hier war ich schon mal!"

Foto: privat
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Der Volkspark: Winterlicher Spaziergang mit Eltern, Onkel und Stiefgroßmutter in den Friedrichshain. In der sechsten Klasse hatte Mark einmal zeichnen müssen, wie er sich die Zukunft im Jahr 2000 vorstellt. Sein Bild zeigte die „Todesbahn“ des Volksparks, deren Gipfel man mit einer tollen Seilbahn erreichen konnte. Eine Skisprungschanze gab es auch. Überall rodelten, segelten oder trollten sich froh gelaunte Kinder und Erwachsene.

Foto: privat
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