Massaker von Sharpeville "Sie krepierten unter den Schüssen und Tritten"

Dieses Blutbad wurde für Südafrika zur Zäsur: Vor 50 Jahren erschossen Polizisten in Sharpeville hinterrücks 69 Schwarze. Das Massaker entsetzte die Welt, isolierte Südafrika und trieb Nelson Mandela in den Untergrund. Björn Pätzoldt traf fünf Jahre danach vor Ort einen Zeugen des Dramas.
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Tränengas in Sharpeville: Bewohner des Townships Sharpeville bei Johannesburg demonstrieren am 26. März 1990, kurz nach dem 30. Jahrestag des Massakers von 1960 mit 69 Toten. Zuvor hatte am 17. März 1990 ein Referendum das Ende der Rassentrennung in Südafrika besiegelt.

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Hinterrücks erschossen: Opfer des Massakers von Sharpeville liegen tot in den Straßen des Townships. "Wie auf einem Schlachtfeld des Weltkrieges" habe es in der Schwarzensiedlung ausgesehen, berichtete ein Augenzeuge damals im SPIEGEL.

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Polizeiopfer: Bei dem Massaker von Sharpeville am 21. März 1960 starben 69 schwarze Demonstranten, rund 180 wurden verletzt. Viele Opfer waren von Kugeln in den Rücken getroffen worden.

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b>Vor der Eskalation: Diese Aufnahme entstand während der Ausgangsdemonstration am 21. März 1960, wenige Stunden, bevor Polizisten das Feuer eröffneten. Tausende schwarze Südafrikaner waren zu der Demonstration gekommen, um gegen die rigiden Ausweisgesetze des Apartheidregimes zu protestieren.

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Revolutionäre Atmosphäre: Noch Tage nach dem Massaker von Sharpeville war die schwarze Bevölkerung Südafrikas in Aufruhr, es gab Massenproteste und Streiks. Das Foto zeigt demonstrierende Schwarze im Township Orlando bei Johannesburg am 1. April 1960.

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"The Killing goes on": Das Blutbad von Sharpeville wirkte bis zum Ende der Apartheid 1990 als Fanal gegen das rassistische Regime in Südafrika. Hier erinnern weiße und schwarze Studenten in Johannesburg aus Anlass des 28. Jahrestags des Massakers an alle Opfer der Apartheid. Heute ist der 21. März im Kapstaat nationaler Feiertag.

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Verfassungsgeber: Der südafrikanische Staatspräsident Nelson Mandela setzt am 10. Dezember 1996 mit seiner Unterschrift die neue demokratische Verfassung in Kraft - als symbolträchtiger Ort für die Zeremonie wurde Sharpeville gewählt, Szene des Massakers von 1960. Hinter Mandela steht ANC-Generalsekretär Cyril Ramaphosa.

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Nelson Mandela: Bei einem Besuch in den USA.

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Häuptling Mandela: Nelson Mandela, Anführer des Afrikanischen Nationalkongresses, im traditionellen Häuptlingsgewand am 21. März 1994. Der Jahrestag des Massakers von Sharpeville wird in Südafrika seit dem Ende der Apartheid als nationaler Gedenktag begangen. Wenige Wochen nach dieser Aufnahme wurde Mandela am 9. Mai 1994 zum ersten schwarzen Staatsoberhaupt des Landes gewählt.

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