Meisterstücke Mein Roman, mein Satellit, meine Oase

Oft sind Projekte oder Abschlussarbeiten lediglich Pflichtübungen im Studium - und manchmal eine echte Herzenssache. Dann wird aus der Idee ein Solitär. Ein Fantasy-Roman, ein Satellit im All, eine Hilfsorganisation für Haiti: Sechs Studenten zeigen ihre besten Stücke.
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Illustrierter Fantasy-Roman "Die wundersamen Abenteuer von Motz dem Kater und seinem Hund Dosenbier"

Ein unerwarteter Fund, die Verkehrte Stadt, Weltendreher, ein geheimnisvoller Nachbar und ein kleiner dicker Kater, der seinen besten Freund wiederhaben will - nach einer Abschlussarbeit klingt das nicht. "Normalerweise gestalten wir am Ende des Studiums das Corporate Design einer Firma mitsamt Logo und Briefpapier", erklärt Anita. Sie aber entschloss sich für einen illustrierten Fantasy-Roman. Ihr Dozent konnte der Idee erst einmal nicht viel abgewinnen, aber als er das Endprodukt sah, gab er Anita die volle Punktzahl. Die Grafik-Designerin will "Die wundersamen Abenteuer von Motz dem Kater und seinem Hund Dosenbier" demnächst veröffentlichen - darauf ist sie stolz, es ist das Meisterstück ihres Studiums. mehr…

Anita Rambach, 26, 8. Semester, studiert an der Freien Hochschule für Grafik und Design und Bildende Kunst Freiburg Grafik-Design

Foto: Christian Schwär
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Satellit gebaut und in den Weltraum geschickt

Letztes Jahr schickte ein Aachener Studententeam den Satelliten COMPASS-1 ins All. Mit einer Geschwindigkeit von 25.000 Stundenkilometern umrundet er seitdem die Erde. "Dabei fliegt er täglich vier bis sechs Mal über Aachen hinweg", berichtet Johannes Piepenbrock, ein Mitglied des Teams. Der Satellit dient als Testfeld für neue Technikkomponenten. Außerdem ist er mit einer Kamera ausgestattet, die Fotos von der Erde schießt. Derzeit arbeitet das Studententeam bereits an COMPASS-2. "Es ist ein unglaubliches Gefühl, eigenhändig einen echten Satelliten zu entwickeln und ihn anschließend ins Weltall zu befördern", schwärmt Johannes.

Studentengruppe der FH Aachen, Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik

Foto: FH Aachen / Jeanne Püttmann
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Gründung der Hilfsorganisation EducHaiti

Die Insel Haiti in der Karibik ist die ärmste Nation der westlichen Hemisphäre. Ein verheerendes Problem ist der Mangel an Arbeitskräften mit Grundausbildung. "Die Hälfte aller Haitianer über 15 kann weder lesen noch schreiben", berichtet Christina. Die Studentin gründete daher Anfang des Jahres die Hilfsorganisation EducHaiti und unterstützt haitianische High Schools mit Sach- und Finanzspenden für die Einrichtung von Computerräumen und Bibliotheken. Vor wenigen Wochen war sie auf Haiti, um die kooperierenden Schulen zu besichtigen. Derzeit plant sie ein Benefizkonzert.

Christina Raneburger, 28, 7. Semester, derzeit in Montreal, Master Project Management

Foto: Alan Mikhail
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Entwicklung eines Belichtungsdiagramms für Hölzer

Vor ihrer Restauration und Konservierung werden historische Holzobjekte erst einmal geröntgt. So werden innere Schäden und Konstruktionen sichtbar. Beim Röntgen müssen Parameter wie die Belichtungsdosis beachtet werden. Bodil hat Belichtungsdiagramme für das Röntgen von vier Holzarten entwickelt, auf denen konkrete Einstellungen direkt abgelesen werden können. "Davon können vor allem kommende Studentengenerationen profitieren", erklärt sie. Die müssen die Einstellungen ab sofort nicht mehr mühselig ausprobieren.

Bodil Unckel, 28, FH Köln, 7. Semester

Foto: Anna Gielas
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Urbane Oasen

Mit dem Kunst-Projekt "Urbane Oasen" hellen Johanna und Daniel den Alltag der Großstädter auf. "Wir möchten den Einwohnern eine neue Dimension eröffnen, ohne dass sie die Stadt verlassen müssen", so Johanna. Dafür braucht es keine ausgefallenen Mittel. Im Gegenteil: Mit gefärbten Plexiglas-Toren, Wiesen aus Kunstrasen, Pflanzendüften und Geräuschen eines Seeufers bieten Johanna und Daniel Passanten kleine Verschnaufpausen vom Alltag. "Urbane Oasen" wird demnächst bei der Vernissage "Freiburg Glücklich" ausgestellt.

Johanna Pingel, 26, und Daniel Welsch, 25, 6. Semester, studieren an der Freien Hochschule für Grafik und Design und Bildende Kunst Freiburg Grafik-Design

Foto: Johanna Pingel / Daniel Welsch
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Promotion "Einfluss kardialer Gene auf die Pathogenese der Herzmuskelhypertrophie/-Insuffizienz"

Christoph hat schon mit 20 Jahren - in seinem dritten Semester - mit der Promotion begonnen. Er erforscht das Pumpversagen des Herzens, die Herzinsuffizienz. "Herzinsuffizienz ist hierzulande der häufigste Grund für einen stationären Krankenhausaufenthalt", erklärt der Doktorand. In Arbeit ist ein doppeltes Meisterstück: Zusätzlich zu seiner medizinischen Promotion schreibt er im Rahmen des Heidelberger MD/PhD-Programms auch eine naturwissenschaftliche Doktorarbeit. Im Anschluss an seine zweifache Promotion möchte der zukünftige Dr. med. Dr. rer. nat. in die Forschung gehen.

Christoph Jaschinski, 22, 6. Semester, studiert an der Universität Heidelberg Humanmedizin

Foto: Medienzentrum Universitätsklinikum Heidelberg
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