Mogelpackung 2017 Gleicher Look, weniger drin

Wie haben Konzerne Kunden besonders dreist getäuscht? Die Verbraucherzentrale Hamburg hat fünf Verpackungen aus dem Lebensmittelregal ausgewählt - und sucht in einer Abstimmung nach der Mogelpackung des Jahres.
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Vitalis-Früchtemüsli: In der Müslipackung sind statt früher 600 Gramm nur noch 500 Gramm enthalten - bei gleichem Preis entspräche das einer Verteuerung von 20 Prozent. Die "verbesserte Rezeptur" besteht laut Verbraucherschützern aus Zuckerzusatz und einem niedrigeren Vollkornanteil. Dr. Oetker verweist laut Verbraucherschützern in einer Stellungnahme auf eine vom Verbraucher gewünschte, weichere Konsistenz und einen intensiveren Fruchtgeschmack. Das Unternehmen teilte den Angaben zufolge mit: "Die deutlich bessere Produktqualität schlägt sich allerdings in höheren Rohstoffkosten nieder, so dass das Produkt nicht mehr mit der ursprünglichen Füllmenge angeboten werden konnte."

Foto: Verbraucherzentrale Hamburg
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Erdnuß-Locken: Der Chips-Hersteller Lorenz hat seine Preiserhöhung laut Verbraucherschützern besonders gut versteckt - Aufmachung, Design und Zutatenliste blieben unverändert. Nur der Inhalt sei neu: 25 Gramm weniger pro Tüte, bei gleichem Preis. Das entspreche einer Preiserhöhung von bis zu 12,5 Prozent. Der Hersteller nennt laut Verbraucherzentrale höhere Rohstoffkosten als Grund: "Insbesondere bei Erdnüssen hängen die Preise stark von Ernte, Wetter, Nachfrage und Wechselkursen ab."

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Milka-Nussini: Der Schokoriegel von Mondolez ist nur noch 31,5 statt 37 Gramm schwer. Bei gleichem Preis entspricht das den Verbraucherschützern zufolge einer versteckten Preiserhöhung von 17,5 Prozent. Außerdem seien 42 Prozent weniger Haselnüsse im Produkt. Statt "Haselnussbestreute (¿) Waffelschnitte gefüllt mit Haselnusscreme (¿)" heißt der Riegel jetzt auch nur noch "Haselnussbestreute (¿) Waffelschnitte (¿) gefüllt mit einer Creme mit Haselnussgeschmack". Der Milka-Konzern mit Produktion etwa im badischen Lörrach antwortete laut Verbraucherzentrale in der Stellungnahme: " Wir entwickeln unser Sortiment stetig weiter, um unseren Konsumenten Geschmackserlebnisse zu bieten, die mit dem Zeitgeist gehen."

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Mentos Pure-White-Kaugummi: In der Kaugummi-Dose von Mentos sind statt 50 nur noch 35 Dragees, bei gleichem Preis entspricht das laut Verbraucherschützern einer versteckten Preiserhöhung von 43 Prozent. Die Dragees wiegen dafür jetzt statt 1,5 jeweils zwei Gramm. "Die meisten Verbraucher werden die Kaugummis nicht teilen", kritisierten die Verbraucherschützer. Der Hersteller Perfetti Van Melle verwies den Angaben zufolge auf eine verbesserte Rezeptur, in der Schellack nicht mehr vorkomme.

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Mars Minis: Die Packung Mars Minis schrumpfte laut Verbraucherschützern in einigen Discountern von 333 auf 303 Gramm, in Supermärkten sei dafür oft größer geworden - von 250 auf 303 Gramm. Beide Varianten seien um rund zehn Prozent teurer geworden. Jede Änderung der Füllmenge des Produkts seit 2009 ging laut Verbraucherschützern mit Preissteigerungen einher - unterm Strich seien es 36 Prozent gewesen. Hersteller Mars führte laut Verbraucherschützern "Preissteigerungen beispielsweise im Rohstoff-, Energie- und Logistikbereich" als Grund an.

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