Musiker Meat Loaf "Das Wort 'Legende' verbitte ich mir"

Der Bombast-Rock von "Bat out of Hell" machte ihn 1977 über Nacht weltberühmt. Danach durchlebte Meat Loaf schwere Zeiten und geht jetzt, mit 68, auf Abschiedstour. Ein Gespräch über Erfolgsdruck, Therapien und Geister.
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Monster-Album: Im Oktober 1977 erschien Meat Loafs Album "Bat out of Hell" mit Hits wie "You Took the Words Right out of My Mouth", "Heaven Can Wait", "Paradise by the Dashboard Light" und "All Revved up with No Place to Go". Das Rock-Epos verkaufte bis heute 43 Millionen Exemplare. Im einestages-Interview sagt der Sänger: "Der Megaerfolg hat mich überrollt. Ich war total fertig." 

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Fledermann für Jedermann: Weltrekordler - "Bat out of Hell" war über Jahre in den US-Billboard-Charts vertreten und trägt den Guinness-Weltrekord als "The Longest Charting Record". Es zählt auch zu den weltweit meistverkauften Musikalben aller Zeiten. Vor Meat Loaf liegen nur Michael Jackson ("Thriller"), Pink Floyd ("The Dark Side of the Moon"), AC/DC ("Back in Black"), der Soundtrack zu "The Bodyguard" sowie noch einmal Michael Jackson ("Bad").

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Die Schöne und das Biest: Für seine Tourneen und Duette in der Show engagierte Meat Loaf die Sängerin Karla DeVito, die 1973 ebenfalls im Musical "Hair" mitgespielt hatte. Im Studio sang jedoch Ellen Foley die Songs wie "Paradise by the Dashboard Light" (deutsch: "Paradies im Licht des Armaturenbretts"). 1989 gehörte Foley auch zu den Mitgliedern der von Jim Steinman formierten weiblichen Bombast-Rockband Pandora's Box.

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Urgewalt: Auf der Bühne gibt Meat Loaf alles. Bei einem Konzert 1978 in Ottawa stürzte er von der Bühne und brach sich das Bein - und setzte die Tour trotzdem fort, auch wenn er fortan im Rollstuhl sitzend singen musste. Aufgrund der starken Schmerzmittel geriet Meat damals eine Zeitlang in eine Tablettenabhängigkeit.

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Nach dem Durchbruch: Jim Steinman (links) und Meat Loaf gingen einen großen Teil ihres musikalischen Weges gemeinsam. Steinman, 1947 in New York geboren, schrieb daneben auch die Musik zu "Tanz der Vampire" sowie Hits für Bonnie Tyler, Barbra Streisand, Céline Dion und Barry Manilow. Seinen Musikstil nennt er "Wagnerian Rock", in Anlehnung an sein Vorbild Richard Wagner.

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Überfordert: Meat Loaf rüttelte der Überraschungserfolg mächtig durch. Der Sänger war dem Druck nicht gewachsen und "irgendwann Stammgast beim Psychiater". Er sah sich auch nicht in der Lage, auf Jim Steinmans Soloalbum zu singen - was die beiden Freunde zeitweise entzweite. Damals wie heute lehnt der Musiker Begriffe wie "Superstar" ab, und "Legende" verbittet er sich!

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Modern Girls: Meat Loaf im Jahr 1979 mit seiner Adoptivtochter Pearl Aday (links) und mit Lisa Ronson, Tochter des Musikers Mick Ronson. Pearl ist seit gut 15 Jahren mit Anthrax-Gitarrist Scott Ian liiert und sang nicht nur bei ihrem Vater in dessen Neverland Express Band, sondern unter anderem auch bei Mötley Crüe im Backgroundchor.

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Künstlerfamilie: Mit seinen Töchtern Pearl (links) und Amanda besuchte Meat Loaf 1998 eine Filmpremiere in Los Angeles. Amanda Aday absolvierte eine Schauspielausbildung und wurde durch Fernseh- und Filmrollen bekannt.

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Preisverleihung: Meat Loaf zusammen mit der spanischen Sängerin Charo bei den American Music Awards im Januar 1980 in Los Angeles. Große Gewinner des Abends waren neben Charo auch Michael Jackson, die Bee Gees und Donna Summer.

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Let's Twist: Meat Loaf (geboren als Marvin Lee Aday) gut gelaunt mit Rock'n'Roll-Sänger Chubby Checker (Ernest Evans) 1987 bei den American Music Awards in Los Angeles.

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Rock meets Classic: Meat Loaf überreichte dem britischen Stargeiger Nigel Kennedy 1993 in London einen Brit-Award.

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Fleischklops: Meat Loaf erhielt im März 1994 in der New Yorker Radio City Music Hall einen Grammy für die "Best Rock Vocal Performance". Sein Künstlername geht weit zurück: "Meat" nannte ihn sein Vater Orvis Aday bereits als Baby, das "Loaf" steuert sein Football-Coach in der achten Klasse der Highschool bei. "Nennt mich einfach Meat", sagt der Sänger.

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Nebenbei Schauspieler: In der Musikkomödie "Roadie" von 1980 spielte Meat Loaf Travis W. Redfish, einen Hinterwäldler aus Texas, der aus Liebe zu einem Groupie (Debbie Harry von Blondie, Foto) zum erfindungsreichen Roadie wird. Dabei gaben viele Musiker verschiedener Genres Gastauftritte, darunter Alice Cooper, Blondie, Roy Orbison und Hank Williams Jr.

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Rocker: Zunächst spielte Meat Loaf die Rolle des Rockers Eddie im populären Musical "Rocky Horror Show" und bekam dann 1975 auch die Rolle in der Verfilmung "Rocky Horror Picture Show", neben Tim Curry und Susan Sarandon. Meat singt darin die Nummer "Hot Patootie - Bless my Soul". Der Song drückt Eddies Liebe zum Samstagnachtleben, dem Rock'n'Roll und seiner ehemaligen Freundin aus.

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Kämpfer: Meat Loaf spielte 1999 die Rolle des Robert "Bob" Paulson im Drama "Fight Club", neben Edward Norton, Brad Pitt und Jared Leto. Nach einer Kampfszene musste er sofort unter die Sauerstoffmaske. Ein Großteil der Handlung spielt in Bradford (Pennsylvania). Gedreht wurde der Film jedoch größtenteils in Los Angeles.

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Widmung: Mit "Fight Club"-Filmpartner Edward Norton verstand sich Meat Loaf während der Dreharbeiten besonders gut. Danach schenkte er dem Schauspieler dieses gemeinsame Szenenfoto mit passendem Autogramm: "With hugs, love Meat"

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Rockgeschichte: Meat Loaf küsst seinen Freund Jim Steinman. Mit ihren gemeinsamen Songs schrieben die zwei ein Stück Musikgeschichte. Kennengelernt hatten sie sich Anfang der Siebzigerjahre am Broadway in New York, wo beide an Musicals arbeiteten. Steinmans geplantes Musical "Nerverland", eine Peter-Pan-Story, wurde zum Grundstein für das Rock-Epos "Bat out of Hell". Über zwei Jahre tüftelten Steinman und Meat Loaf an den Songs. Das Ergebnis: 43 Millionen verkaufte Exemplare bis heute.

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Läuft wieder: Nachdem er im Juni 2016 in Edmonton/Kanada auf der Bühne wegen akuter Dehydration kollabiert war, geht es Meat heute besser. Seine Tour zum neuen Album "Braver than We Are" ist bereits geplant, sie wird allerdings auch seine Abschiedstournee sein. "Es reicht", meint der Sänger, der 68 Jahre alt ist und unter anderem an Herzrhythmusstörungen leidet.

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"Dead Ringer for Love": "Es war Anfang der Achtziger das erste Rockvideo, in dem es eine Tanzchoreografie zu sehen gab", berichtet Meat Loaf. "Die Zusammenarbeit mit Cher war fantastisch - sie ist Vollprofi." Das Album kam allerdings nicht an die Verkaufszahlen des Vorgängers "Bat out of Hell" heran.

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Schwergewicht: Der Musiker und Schauspieler Meat Loaf wurde am 27. September 1947 als Marvin Lee Aday in Dallas (Texas) geboren. Nach dem Tod der Mutter zog er 1967 nach Los Angeles, spielte in ersten Bands und feierte Erfolge mit dem Musical "Hair". 1977 brach er als Sänger von Jim Steinmans Rock-Epos "Bat out of Hell" Verkaufsrekorde. Außerdem spielte Meat Loaf in Filmen wie "Rocky Horror Picture Show", "Roadie" und "Fight Club".

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Stehaufmännchen: Nach dem unerwarteten Megaerfolg mit "Bat out of Hell" hatte Meat Loaf in den Achtzigern eine Durststrecke. Doch 1993 gelang ihm (wieder mit Hilfe von Mastermind Jim Steinman) mit "Bat out of Hell II - Back into Hell" ein Riesencomeback. "Wer 50 Jahre im Showbiz ist, ist eben mal oben und mal unten", weiß Meat. "Mein Leben ist wie eine Achterbahnfahrt. Ich habe mich daran gewöhnt - und ich bin noch da."

Foto: Martin Häusler
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Abschied: Mit dem aktuellen Album "Braver than We Are", das vierte in Zusammenarbeit mit Jim Steinman, will sich der Musiker Meat Loaf nun endgültig von seinen Fans verabschieden. "Ich bin nicht mehr 29, sondern bald 69", sagt er. "Als Schauspieler werde ich aber erhalten bleiben."

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