National-Geographic-Fotowettbewerb Ommmm
Es scheint, als würde er sich hinter dem Baum verstecken. Ein wenig schüchtern lugt der Orang-Utan herüber in die Kamera von Jayaprakash Joghee Bojan, der selbst knietief im Wasser stand, als er das Foto machte. Das Bild aus Borneo in Indonesien gewann den ersten Platz in der Kategorie "Wildlife" beim "National Geographic Nature Photographer of the Year Contest" .
Ein Schwimmer zieht in einem natürlichen Felsenpool im australischen Sydney seine Bahnen. Der Pazifik schäumt um den Pool herum, den Schwimmer scheint das nicht zu stören. Todd Kennedy erhielt für diese Aufnahme den ersten Preis in der Kategorie "Aerials".
"Das ist Natur in ihrer reinsten Form", sagt der Fotograf Karim Iliya, der das Gewinner-Foto in der Kategorie "Landscapes" geschossen hat. Lava fließt nahe dem hawaiianischen Ort Kalapana eine Klippe hinab, zerbirst an einem Felsen und strömt dann ins Meer. "Es zischte und es gab kleine Explosionen, als die Lava auf das Wasser traf", sagt Iliya.
Hier leuchtet der Gewinner in der Kategorie "Underwater": Eine grün-fluoreszierende Anemone spreizt ihre Tentakel aus. Der Fotograf Jim Obester machte das Foto im Hood Canal im US-Bundesstaat Washington.
Und auch der zweite Platz in der Kategorie "Underwater" ist ein besonderes Foto. Karibische Riffhaie gelten eigentlich als scheu, doch Shane Gross konnte einen vor der Küste Kubas von ganz nah fotografieren. Jedoch mit einem Trick: Er nutzte eine ferngesteuerte Kamera.
Neben den Gewinner-Bildern wurden noch weitere Fotos ausgezeichnet, unter anderem auch diejenigen, die unter den National-Geographic-Lesern die meisten Stimmen erhalten hatten, wie dieses hier. Eine Portugiesische Galeere treibt vor der australischen Ostküste im Meer und leuchtet blau unter Wasser. Tausende der Nesseltiere werden jährlich an die australischen Strände gespült. Der Fotograf Matthew Smith machte das Foto an einem Sommermorgen.
Ein Schwarm von Tausenden Makrelen hat sich unter Wasser zu einem Wirbelsturm formiert. Um sie herum lauern Tarpunen, die darauf warten, zuzuschlagen. Was die Fotografin Jennifer O'Neil vor der karibischen Insel Bonaire nicht mit einfing: Die echte Gefahr lauert außerhalb des Fotos - Fischer, die kurz davor sind, ihre Netze auszuwerfen.
Ein Fliegender Fisch schwimmt durch das nachtschwarze Wasser - und scheint dabei wirklich zu fliegen. Bläulich schimmert er. Der Fotograf Michael Patrick O'Neill erhielt für das Foto den dritten Preis in der Kategorie "Underwater".
Es erscheint unwirklich, dieses Bild von den Färöer Inseln. Das saftige Grün, das die hügelige Klippenlandschaft bewächst, steht in Kontrast zum blauvioletten Himmel. Eine Wolke spannt sich wie ein Dach über die Szene - aus ihr sticht ein Regenbogen hervor. In der Tiefe klatschen die Wellen gewaltig gegen die Felsen. Der Fotograf Wojciech Kruczynski erwischte genau den richtigen Moment bei Sonnenuntergang, um diese magische Szene einzufangen.
Mystisch wirken die toten Baumstämme, wie sie da zwischen den Nebelschwaden aus dem Wasser ragen. Früh am Morgen kam der Fotograf Gheorghe Popa zum Cuejdel-See im Norden Rumäniens, um die Stimmung fotografisch festzuhalten.
Selten wird die Gewalt der Natur so deutlich wie bei einem Gewitter: Ein mächtiger Blitz entlädt sich am South Rim des Grand Canyon. Gleichzeitig ziehen dunkle Wolken über die Schlucht. Man könnte meinen, man wolle solch einem Spektakel lieber aus dem Weg gehen. Doch der Fotograf Mike Olbinski kam etliche Male zum Grand Canyon zurück, um genau diese Szene einzufangen. "So viele Dinge, müssen zusammenspielen", sagt er. Es hat sich gelohnt: An einem Tag waren die Bedingungen perfekt, er bekam sein Foto - und wurde dafür mit dem dritten Platz in der Kategorie "Landscapes" ausgezeichnet.
In Regenbogenfarben leuchtet der Dushanzi Grand Canyon in der chinesischen Provinz Xinjiang. Unterschiedliche mineralische Gesteine führen dazu, dass die Schlucht in Rostrot, Gelb und verschiedenen Brauntönen erscheint. Mittendurch fließt in grellem Türkis ein Fluss.
Fokussiert, die Krallen bereit zum Zuschnappen: Ein Bartkauz ist im US-Bundesstaat New Hampshire auf Beutejagd. Harry Collins fing die selten zu beobachtende Szene fotografisch ein. "Nur wenn man Geduld hat, kann man sie jagen sehen", sagt der Fotograf.
Dem geht's gut: Schlafen, eine Massage bekommt er auch noch - ein Makake hält im "Jigokudani Snow Monkey Park" in Japan ein Nickerchen. Der Park, in dem man die Äffchen von Nahem betrachten kann, ist eine Touristenattraktion. Im Winter springen die Makaken in die heißen Quellen, um sich aufzuwärmen. Da es momentan jedoch gar nicht so kalt sei, erzählt Fotograf Lance McMillan, liegen die meisten von ihnen auf den Steinen und ruhen sich aus.
Was machen die da? - der Ausdruck des Seeadlers spricht Bände. Er sitzt neben zwei sich offenbar streitenden Reihern und legt den Kopf schief. Bence Mate fotografierte die Vögel an einem See in Ungarn und erhielt dafür den dritten Preis in der Kategorie "Wildlife".
Als Jungtiere sehen sie noch unspektakulär aus: Grau, aber flauschig sind Flamingos, wenn sie noch jung sind. Im mexikanischen Yucatán hat der Fotograf Alejandro Prieto beobachtet, wie sie von ihren Eltern gefüttert werden - die wiederum mit ihrem knallpinken Gefieder majestätisch anmuten.
Im Ganzen treibt das Geäst eines Zedernbaums im türkisblauen Wasser. Er wurde von einem Gletscherfluss mitgerissen und folgt dem Fluss nun durch British Columbia in Kanada. Möwen kreisen über dem Wasser. Die Fotografin Agathe Bernard konnte das Foto aus der Vogelperspektive schießen, als sie gerade in einem Helikopter unterwegs war.
Wenn man durch die Canyons im US-Bundesstaat Utah läuft, wirken sie zweifelsohne beeindruckend. Doch fotografiert man sie aus der Luft, sind sie beinahe noch atemberaubender. David Swindler flog über diesen Canyon, der sich durch die karge Steppe schlängelt.
Man muss zweimal hinsehen, um zu erkennen, was auf dem Foto zu sehen ist: Feuerrot leuchtet der Lavastrom des Kilauea-Vulkans auf Hawaii. Mit einer Drohne konnte der Fotograf Greg C. die Perspektive auf das flüssige Gestein erhalten, das genau an dieser Stelle ins Meer fließt.
Auch bei diesem Foto muss man zweimal hinsehen: Es sind schneebedeckte Baumgerippe, die eine Straße im japanischen Takashima säumen. Der Fotograf Takahiro Bessho erhielt für das Foto den zweiten Preis in der Kategorie "Aerials".