Nelson Mandela Der große Versöhner

Am 18. Juli 1918 wurde der Mann geboren, der es schaffte, das Apartheid-Regime Südafrikas zu beenden. Dank Nelson Mandela endete die Revolution nicht im Blutbad - sondern in einer friedlichen Wende.
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Ein Held des 20. Jahrhunderts: Nelson Mandela wurde 1918 in der Transkei geboren. Er agitierte in den Fünfzigerjahren als ein Führer des African National Congress ANC gegen das Rassenregime in Südafrika. 1961 ging er in den Untergrund, 1962 wurde er verhaftet und 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt. Während seiner 27 Jahre dauernden Gefangenschaft wurde er zum Mythos. 1990 ließ man Mandela auf internationalen Druck hin frei. Dank seines Mutes zum Dialog mit politischen Feinden gelang es ihm, das System der Apartheid zu beenden. Von 1994 bis 1999 war Nelson Mandela der erste schwarze Präsident Südafrikas. Er starb am 5. Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren.

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Häuptlingssohn mit westlicher Bildung: Rolihlahla Mandela erhielt seinen britischen Vornamen Nelson erst auf der Missionsschule.

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Der Popstar und der Freiheitsheld: In seinen lässig geschnittenen farbenfrohen Hemden empfing Präsident Mandela Popstars und Sportidole aus aller Welt. Am 23. März 1999 besuchte ihn etwa Michael Jackson.

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Unruhen vor dem Urnengang: Vor den Wahlen im April 1994, bei denen zum ersten Mal Südafrikas schwarze Mehrheit ihre Stimme abgeben konnte, kam es in Johannesburg zu Zusammenstößen der Polizei mit Gegnern der Übergangslösung, die Mandela mit der Regierung ausgehandelt hatte. Vor dem Hauptsitz des ANC in Johannesburg gab es am 28. März Tote und Verletzte.

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Training mit dem Champion: Während seiner Karriere als Anwalt hielt sich Nelson Mandela (l.) in einem Gym in Johannesburg fit. Oft trainierte er mit dem südafrikanischen Leichtgewichtsmeister Jerry Moloi (r.).

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Obama ehrt Mandela: Wenige Tage nach dem Tod von Nelson Mandela am 5. Dezember 2013 sprach US-Präsident Barack Obama auf einem Trauergottesdienst im FNB-Stadion von Johannesburg. Das Soccer City genannte First National Bank Stadion fasst 94.700 Besucher und ist das größte in Afrika. "Ich kann mir mein eigenes Leben ohne sein Beispiel nicht vorstellen", sagte der erste afroamerikanische Präsident über den Verstorbenen.

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Gentleman: Rolihlahla Mandela entstammte dem Madiba-Clan, einem Häutlingsgeschlecht des Xhosa-Volkes. Mandela konnte als einer von sehr wenigen Schwarzen in Südafrika Jura studieren. Als junger Mann war er stolz auf seine Herkunft, achtete aber auch die Tugenden des britischen Gentleman. Deshalb ließ er sich sowohl in traditioneller Tracht, als auch westlich modisch gekleidet fotografieren (Foto von 1961).

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Mit Clinton hinter Gittern: 1998 besuchte US-Präsident Bill Clinton Südafrika. Sein Amtskollege Mandela zeigte ihm dabei die Zelle 5 im Hochsicherheitsteil von Robben Island; dort hatte Mandela 27 Jahre als Häftling gelitten. Die Gefängnisinsel ist heute eine nationale Gedenkstätte.

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Premiere für die schwarze Mehrheit: Am 27. April 1994 durften Millionen schwarze Südafrikaner zum ersten Mal in ihrem Leben an Wahlen für das Parlament teilnehmen. In festlicher Stimmung warteten an vielen Orten die Menschen in langen Schlangen auf die Gelegenheit, ihre Stimme abzugeben (wie auf diesem Foto aus Soweto). Mandelas ANC gewann mit großem Abstand; auch viele Weiße votierten für den ehemaligen Staatsfeind Nummer eins.

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Hochzeit: Am 14. Juni 1958 heiratete der Anwalt Nelson Mandela in Johannesburg die Sozialarbeiterin Winnie Madikizela. Neben einer großen Liebe verband die beiden ihr leidenschaftliches Engagement gegen das in Südafrika herrschende Apartheid-Regime.

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"Verwoerd muss weg" Eine Losung an einem Haus in Orlando East, einem Teil des Johannesburger Schwarzen-Gettos Soweto, signalisiert, was seine Bewohner denken: Sie fordern den Abtritt von Hendrik Verwoerd, der als südafrikanischer Ministerpräsident die Politik der Apartheid vorantrieb (Foto von 1960).

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Mandelas Freund und Kampfgenosse: Zusammen mit seinem Kollegen Oliver Tambo (hier auf einem Foto von 1960) gründete der Jurist Mandela Ende der Fünfzigerjahre die erste schwarze Anwaltskanzlei in Südafrika. Anders als der zu lebenslanger Haft verurteilte Mandela verbrachte Tambo die Apartheidszeit im Exil. Er leitete zuletzt von Sambia aus den in Südafrika als Terrororganisation verbotenen African National Congress (ANC).

Foto: Getty Images/ Bettmann Archive
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Faustsalut der Gefangenen: Aus der "Black Maria" (Grünen Minna) heraus grüßen Angeklagte vor dem Gerichtgebäude demonstrierende Sympathisanten. Der Prozess gegen Mandela und Genossen fand 1964 in Pretoria statt. Für Mandela forderte der Staatsanwalt die Todesstrafe. Das Gericht jedoch...

Foto: AFP
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...verurteilte ihn zu lebenslanger Haft. Die meisten seiner insgesamt 27 Gefängnisjahre verbrachte Mandela auf der vor Kapstadt gelegenen Insel Robben Island. Südafrikas Regierung nutzte den meerumtosten, etwa sieben Kilometer langen und vier Kilometer breiten Landflecken als Hochsicherheitsgefängnis für nichtweiße Gegner des Minderheitsregimes.

Foto: AP
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Zuchthausinsel mit "Gefängnisuniversität": Auf Robben Island mussten die Häftlinge in einem Steinbruch schuften. Unter ihrem Vertrauensmann Mandela erreichten sie im Laufe von Jahren erstaunliche Verbesserungen: Häftlinge konnten Theateraufführungen und Fußballspiele organisieren. Die Gebildeten hielten Vorträge über Geschichte und Literatur oder lehrten Analphabeten Lesen und Schreiben. Das Foto von 1966 zeigt Mandela (links) mit seinem Kampfgefährten Walter Sisulu, dem Generalsekretär des verbotenen ANC.

Foto: ullstein bild
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Lasst Mandela frei! Weltweite Proteste, internationaler politischer Druck und wirtschaftliche Boykottmaßnahmen führten zur Freilassung Mandelas 1990. Auf dem Foto pinselt ein Student im Jahr 1964 die Forderung an die Mauer der King's College Chapel im englischen Cambridge.

Foto: Getty Images/ Peter Dunne
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Kampf um die Freilassung: Winnie Mandela trifft Coretta King. Mandelas Frau kämpfte unermüdlich für die Freilassung ihres Mannes und wurde deshalb selbst mehrmals inhaftiert. 1986 durfte Coretta King, die Witwe des ermordeten US-Bürgerrechtlers Martin Luther King, Winnie Mandela in Südafrika besuchen.

Foto: AP/ Greg English
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Geburtstagglückwünsche für ein Massenidol: 1988 feierten 70.000 Unterstützer bei einem Konzert im Londoner Wembley Stadion den 70. Geburtstag des politischen Gefangenen Nelson Mandela.

Foto: GILLIAN ALLEN/ ASSOCIATED PRESS
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Kapitulation der Apartheid-Regierung: Am 7. Februar 1990 verkündete Südafrikas Präsident F. W. de Klerk vor dem Parlament in Kapstadt Mandelas Freilassung. Zudem wurde das Verbot des ANC und anderer Parteien und Organisationen aufgehoben. Unter de Klerk und Mandela begannen die Verhandlungen über den Machtwechsel am Kap.

Foto: AP/ Dana Le Roux-Argus
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Hand in Hand mit der Gattin: Seine Ehefrau Winnie war während der Gefängnisjahre Mandelas wichtigste Stütze. Dass sich die beiden fremd geworden waren, zeigte sich erst nach Mandelas Entlassung. Bedingt durch Festnahmen, Polizeiterror und Verbannungen hatte sich Winnie zu einer exzentrischen, herrschsüchtigen Frau gewandelt. Die Ehe wurde geschieden. In Graça Machel, der Witwe des mosambikanischen Freiheitshelden und langjährigen Präsidenten Samora Machel, fand Nelson Mandela in seinen letzten Lebensjahren eine liebevolle Partnerin. Das Foto zeigt Winnie und Nelson Mandela wenige Tage nach dessen Freilassung auf dem Weg zu einer Kundgebung im Fußballstadion von Soweto.

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Alle wollen Mandela sehen: Nach seiner Haftentlassung luden Staaten in aller Welt den Freiheitshelden Mandela ein. Das Foto von 1991 zeigt ihn in Kuba mit Fidel Castro, drei Jahre später...

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...lernte Mandela den Palästinenser-Führer Jassir Arafat 1993 auf der Konferenz der Organisation Afrikanischer Staaten in Kairo kennen.

Foto: AFP/ Mohamed El-Dakhakhny
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Nobelpreis für die friedliche Wende: Am 10. Dezember 1993 erhielten Nelson Mandela und F. W. de Klerk in Stockholm den Friedensnobelpreis. Die beiden hatten den befürchteten Rassenkrieg bei der Wende am Kap verhindert.

Foto: JON EEG/ AP
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Schwarzer Widerstand gegen Mandelas Lösung: Lange Zeit war auch die Partei des Zulu-Führers Buthelezi (l.) gegen den von Mandela und der Regierung ausgearbeiteten Plan über den Machtwechsel in Südafrika. Sie drohte, die Wahlen zu boykottieren - doch am 19. April einigte sich Buthelezi mit Mandela (r.) und de Klerk (M.). Die Wahlen konnten stattfinden.

Foto: AP/ Lynne Sladky
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Zeitenwende am Kap: Am 10. Mai 1994 wurde Nelson Mandela als erster schwarzer Präsident von Südafrika vereidigt. Er hatte das Amt bis 1999 inne.

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Rendezvous mit dem Ex-Feind: Als Präsident traf Nelson Mandela im November 1995 Pieter Willem Botha, seinen Amtsvorgänger von 1984 bis 1989. Botha, genannt "das Krokodil", galt als eiserner Verfechter der Rassentrennung. Dennoch war er es, der Ende der Achtzigerjahre mit dem Häftling Mandela Kontakt aufnahm und seinen Nachfolger de Klerk ermutigte, die Geheimverhandlungen weiterzuführen. Beim Treffen der einstigen Feinde kondolierte Mandela dem Ex-Präsidenten, dessen Frau kurz zuvor gestorben war.

Foto: AFP/ Walter Dhladhla
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Wiedersehen mit dem Staatsanwalt: Der große Versöhner Nelson Mandela lud den Juristen zum Dinner ein, der einst die Todesstrafe für ihn forderte. Percy Yutar traf als pensionierter Staatsanwalt den einstigen "Terroristen" Mandela - nun Präsident von Südafrika.

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Mandela-Bewunderer Desmond Tutu: Der anglikanische Erzbischof von Kapstadt war Vorsitzender der nach der Wende am Kap gegründeten Wahrheits- und Versöhnungskommission. Es war der Versuch, Täter und Opfer der Rassenpolitik zusammenzubringen und Hass zwischen den Volksgruppen zu überwinden. Tutu bewunderte Mandela. Ihm zufolge sah Mandela einen Feind als "jemanden, der darauf wartet, zum Freund bekehrt zu werden".

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Präsident als Sport-Fan: Während der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 in Südafrika feuerte Mandela das Team seines Landes im Trikot der Nationalmannschaft an. Das war deshalb erstaunlich, weil Rugby in Südafrika als Sport der Weißen galt; Schwarze pflegten sich zu freuen, wenn das Land verlor. Mandelas Auftritt leitete eine Wende ein. Heute spielen auch Schwarze in der Nationalmannschaft.

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Der Nachfolger: Nach dem Sieg des ANC bei den Wahlen von 1999 gratulierte Mandela dem neuen Präsidenten Thabo Mbeki bei dessen Amtseinfühung am 16. Juni. Auf eine zweite Wahl zum Präsidenten hatte Mandela verzichtet - ein Novum in Afrika, wo die meisten Politiker an ihren Posten kleben.

Foto: AP/ Jean-Marc Bouju