Neues deutsches Kino Blind und hässlich, ausgebrannt und leer

Zynismus und Romantik treffen sich in den neuen deutschen Kinofilmen auf dem Filmfest München. Zum Glück gibt es aber auch die Utopie - und die stammt schon wieder aus weiblicher Hand.
1 / 8

Ist das noch Luisa oder schon Ann? In "Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?" muss die Paartherapeutin Luisa (Lina Beckmann) feststellen, dass sie über Nacht ein Alter Ego namens Ann bekommen hat. Wie gut!, denkt sich Luisa. Kann die doch mit ihrem Mann (Charly Hübner) joggen gehen, während sie sich ihrem Liebhaber widmet.

Foto: Filmfest München
2 / 8

In seinem eigenen Film "Fikkefuchs" spielt Jan Henrik Stahlberg den Vater eines jungen Mannes, der wegen Vergewaltigung in eine Anstalt kommt, flieht und nun bei seinem Vater Unterschlupf sucht. Kann die Rettung wirklich in der Männer-WG bestehen?

Foto: Alamode
3 / 8

In "A Thought of Ecstasy" erkennt Frank (RP Kahl, ebenfalls Regie) in einem neu erschienen Buch die Geschichte seiner 20 Jahre zurück liegenden Beziehung zu Marie wieder. Er macht sich auf die Suche nach ihr in den USA, die sich mitten in einer Hitzewelle befinden. Aber nicht nur deshalb lassen seine Figuren bald und immer wieder ihre Hüllen fallen.

Foto: Filmfest München
4 / 8

Im Sommer 1976 hat Sonja Maria Kröner ihren Debütfilm "Sommerhäuser" angesiedelt: Unter der prallen Sonne schwelen die Konflikte um einen Gemeinschaftsgarten und dessen Grenzen gleich viel stärker. Während die Konflikte unter den Erwachsenen (u.a. Laura Tonke, Thomas Loibl) eskalieren, erschließen sich die Kinder das Gelände auf eigene Weise.

Foto: Filmfest München
5 / 8

Zum neuen Film "Making Judith!" von Klaus Lemke (rechts) sei aus der Selbstauskunft vom Filmfest zitiert: "Alles über Casting. Und über Lemke. Und Orgasmen durch Gedankenübertragung. Plus: Alles über Finanzierung von Non-Government-Movies."

Foto: Filmfest München
6 / 8

Wie viele Intimitäten darf man über seine Familie preis geben? In "LOMO - The Language of Many Others" von Julia Langhoff setzt Abiturient Karl (Jonas Dassler, links) einen gleichnamigen Blog auf, in dem er freiherzig über seine Eltern schreibt. Der Vater will ihm das verbieten, doch Karl ist längst in ein gefährliches Spiel zwischen öffentlich und privat verstrickt.

Foto: Filmfest München
7 / 8

Jona (Naomi Achternbusch, im roten T-Shirt) täuscht vor, dass sie blind ist, um billig in einer Blinden-WG wohnen zu können. Als sie Ferdi trifft, ist der erleichtert: Eine blinde Freundin muss einfach über seine Hässlichkeit hinwegsehen. Zusammen sind die "Blind und hässlich" - oder doch keines von beidem?

Foto: Filmfest München
8 / 8

Wenn die erste Baugrube ausgehoben wird, ist Schluss! Bis dahin darf die provisorische WG von drei Frauen mit künstlerisch-kreativen Berufen und politischem Bewusstsein in Irene von Albertis Genre-Mix "Der lange Sommer der Theorie" bestehen - und durch die Statements von realen Autoren, die sich philosophischen Fragen beschäftigen, bereichert werden.

Foto: Filmgalerie 451
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.