Kindersklaven in Afrika Verkaufte Kinder

Tausende Eltern in Westafrika verkaufen ihre Söhne und Töchter an dubiose Händler. Was geschieht, wenn die Ausgebeuteten irgendwann heimkehren? Eine Fotografin hat solche Kindersklaven begleitet.
1 / 15

Trauriger Blick, traurige Lebensgeschichte: In Westafrika werden Tausende Heranwachsende von ihren Eltern verkauft - so wie dieser Junge. Die Kinder geraten in die Hände von Menschen, die sie oft schwer misshandeln. Die Behörden sind überfordert.

Foto: Ana Palacios
2 / 15

Die 15-jährige Blessing wurde in eine andere Familie verkauft, weil ihre Eltern tot sind. Sie arbeitet im togischen Lomé im Tausch gegen Nahrung und einen Schlafplatz. Auf diesem Bild stellt sie gerade Maniok-Paste her. Die Namen aller Kinder in dieser Fotoreportage wurden zum Schutz der Betroffenen geändert.

Foto: Ana Palacios
3 / 15

Mittlerweile gibt es immerhin Bemühungen, das Ausmaß der Kindersklaverei zurückzudrängen - etwa im westafrikanischen Benin: Dieses Foto zeigt die Sozialarbeiterin Carmen Azainon, die in der Stadt Zogbodomey über die Gefahren des Handels mit Kindern aufklärt.

Foto: Ana Palacios
4 / 15

Auch die Staatsführung in Togo unternimmt zumindest zaghafte Schritte: 2009 hat die Kinderschutzabteilung der Regierung das Allo-1011-Callcenter eingerichtet. Im Jahr 2016 nahmen die drei Mitarbeiter der Einrichtungen mehr als 40.000 Anrufe entgegen.

Foto: Ana Palacios
5 / 15

Nachts sind in Togo Streetworker unterwegs, die gezielt in den Straßen schlafende Kinder ansprechen. Viele von ihnen sind vor Missbrauch und roher Gewalt in die Obdachlosigkeit geflohen. Die Pädagogen erklären ihnen, wo sie Hilfe bekommen können.

Foto: Ana Palacios
6 / 15

Viele der Kinder kehren erst nach Jahren in die Freiheit zurück - und sind oftmals von häuslicher Gewalt und Missbrauch, Ausbeutung und harter Arbeit gezeichnet. Die Regierung etwa in Togo bemüht sich, das Problem mit einem "Nationalen Aktionsplan" seit 2007 einzudämmen.

Foto: Ana Palacios
7 / 15

Dieses Bild dokumentiert den Moment, in dem die Behörden den kleinen Indigo in seine Familie zurückgeben. An der Zeremonie nahmen alle Bewohner des Dorfes Avavi teil - sie sollen künftig überwachen, dass der Junge nicht erneut verkauft wird.

Foto: Ana Palacios
8 / 15

Viele der aus der Sklaverei befreiten Kinder kommen zunächst in Erholungseinrichtungen wie das Zentrum "Jean Paul II" im togischen Kara. Dort leben sexuell missbrauchte und zwangsverheiratete Mädchen - so wie die Freundinnen Le Ciel und Lâamour, die sich auf Bänken ausruhen.

Foto: Ana Palacios
9 / 15

Glück nach dem Unglück: Lavande und Marron werden im Auto in ihr Heimatdorf gefahren - viele Jahre, nachdem sie von dort nach Nigeria verkauft wurden. Beide wurden in dieser Zeit missbraucht, Marron wäre aufgrund der schweren Misshandlungen beinahe ums Leben gekommen.

Foto: Ana Palacios
10 / 15

Im Kinderheim Kekeli in Togo leben auch Misshandlungsopfer, die nicht verkauft wurden. Victoire (rechts im Bild) und Naveis (Mitte) etwa wurden von ihren Vätern jahrelang sexuell missbraucht, bevor die Behörden sie aus ihren Familien nahmen. In einem Sozialprojekt am Rande der Landeshauptstadt Lomé absolvieren sie nun eine Ausbildung zum Friseur.

Foto: Ana Palacios
11 / 15

Heimkehr: Die Rückführung der illegal verkauften Kinder ist bürokratisch streng geregelt. Auf diesem Bild ist zu sehen, wie der Vater des Jungen Grenat die entsprechende Vereinbarung mit seinem Fingerabdruck besiegelt. Auch in diesem Fall nimmt das ganze Dorf teil, um den Mann von einem erneuten Verkauf des Kindes abzuhalten.

Foto: Ana Palacios
12 / 15

Nach vielen Jahren besucht Grenat nun die Schule in seinem Heimatort Gbeko, dieses Bild entstand an seinem ersten Schultag. Eine Hilfsorganisation überwacht die Entwicklung des Jungen zwei Jahre lang. Die Eltern müssen zum Beispiel mit unangekündigten Besuchen von Kontrolleuren rechnen.

Foto: Ana Palacios
13 / 15

Auch diese beiden Teenager haben eine Kindheit voller Ausgrenzung erlebt: L'amour (rechts), die Tochter einer Prostituierten mit psychischen Problemen, wurde vernachlässigt. Sie lebt derzeit ebenso wie die etwa gleichalte Pagne im Kinderheim "Jean Paul II". Pagne wurde als angebliche Hexe aus ihrem Dorf vertrieben und ging nie zur Schule. Beide besuchen nun die erste Klasse.

Foto: Ana Palacios
14 / 15

Die Justiz kommt den Verantwortlichen nur vergleichsweise selten auf die Schliche. Die Anklagebehörden in Togo eröffneten im vergangenen Jahr 101 Verfahren gegen mutmaßliche Kinderhändler, die Gerichte in Lomé verurteilten 60 von ihnen.

Foto: Ana Palacios
15 / 15

Blick ins Ungewisse: Für viele aus der Gefangenschaft heimgekehrte Kinder ist die Zukunft völlig ungewiss - auch für den kleinen Kaki. Polizisten griffen ihn auf einem Markt auf, seine Herkunft ist unbekannt. Bislang haben sich seine Eltern nicht bei den Behörden gemeldet.

Foto: Ana Palacios