NS-Erbe Der Wahn von der Autobahn

Nicht nur Ex-Nachrichtensprecherinnen verirren sich in der Geschichte: Viele Deutsche finden immer noch, es sei nicht alles schlecht gewesen im "Dritten Reich" - die Autobahnen zum Beispiel. SPIEGEL-Autor Klaus Wiegrefe beschreibt die wirkliche Geschichte der "Straßen des Führers".
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Erster Spatenstich: Adolf Hitler beim Spatenstich für die angeblich erste Reichsautobahn. Allerdings war bereits ein knappes halbes Jahr zuvor die erste Autobahn zwischen Köln und Bonn war eingeweiht worden, noch vor dem Machtantritt der Nazis im Januar 1933. Hitler ließ diese kurzerhand zur Landstraße herunterstufen, um den Propagandaerfolg für sich zu verbuchen. Rechts hinter Hitler steht Adolf Hühnlein, Führer des "Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps (NSKK).

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Hitler und Todt: Adolf Hitler mit Fritz Todt, dem "Reichsinspekteur für das deutsche Straßenwesen", anlässlich des Baubeginns an einem Autobahnteilstück, wohl 1934. V.l.n.r.: Julius Dorpmüller (angeschnitten), Joachim von Ribbentrop, Robert Ley, Unbekannter, Hitler, Todt (mit Dokument in Händen), Unbekannter, Max Amann.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Heinrich Hoffmann
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Steine klopfen: Arbeiter kurz vor der Fertigstellung eines neuen Abschnitts der Reichsautobahn, 1936

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Arbeiter beim Autobahnbau: Schweres Gerät kam eher selten zum Einsatz - die Nazis zählten für den Bau der Reichsautobahnen vor allem auf Muskelkraft.

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Die erste deutsche Autobahn zwischen Köln und Bonn: Blick auf die erste Autobahnanschlussstelle Europas in Wesseling vor der Eröffnung. Am 6. August 1932, ein knappes halbes jahre vor dem Machtantritt der Nationalsozialisten, wurde zwischen Köln und Bonn die erste nur für Autos bestimmte vierspurige Schnellstraße in Deutschland für den Verkehr freigegeben. Hitler stuft die nach dem Kölner Oberbürgermeister sogenannte "Adenauer-Autobahn" aus Propagandagründen zur Landstraße herunter.

Foto: dpa
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Reichsautobahn in Thüringen: Diese colorierte Aufnahme aus einem Heft der parteiamtlichen Frauenzeitschrift "Die Warte" von 1939 stilisisiert die Autobahn zum Idyll - das im Krieg surreale Realität wurde: Ab August 1943 durften die Autobahnen mangels Kfz-Verkehrs auch von Radfahrern genutzt werden.

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Adolf Hitler im Panzer Cabrio: Der offene Wagen des "Führers" zerreisst zur Einweihung des ersten Teilstücks der Reichsautobahn Frankfurt - Darmstadt am 19. Mai 1935 das weiße Band. Die Pläne für die Autobahn stammten aus der Weimarer Zeit.

Foto: dpa
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Beste Aussichten: Eine junge Frau blickt von einer Brücke bei Bernau auf eine leere Reichsautobahn.

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Reichlich Platz für Raser: Sportwagenfahrer mussten auf der Autobahn München-Salzburg 1937 noch keine Staus fürchten.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Heinz von Perckhammer
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Werbeplakat für die Reichsautobahnen: Bunt leuchtete die Welt des kreuzungsfreien Kraftfahrzeugverkehrs von solchen Propagandaplakaten der Nazis. Für die Erbauer der Verkehrsadern sah diese Welt sehe viel trister aus - sie mussten die Trassen unter äußerst schlechten Bedingungen bauen.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Kunstbibliothek, SMB
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Einmal voltanken, bitte: Tankstelle an der "Reichsautobahn" München-Salzburg, 1935.

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Nazis als Brückenbauer: Die Mangfall-Brücke der "Reichsautobahn" in Bayern (heute A 8).

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Reichsautobahnbau bei Berlin: Der Bau einer Reichsautobahn um Berlin im April 1936.

Signatur im Bundesarchiv: B 145 Bild-P020673

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Riesenbrücke: Die Mangfall-Brücke der Reichsautobahn in Bayern (heute A 8).

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-2004-1004-500

Anmerkung: Dieses Foto enthielt in der ursprünglichen Version eine missverständliche Bildunterschrift, die versehentlich aus den automatisierten Bilddaten übernommen wurde. Die Redaktion einestages bittet um Entschuldigung.

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Reichsautobahn-Eröffnung: Adolf Hitler bei seiner Eröffnungsrede für den 1000. Kilometer der Reichsautobahn, Breslau-Liegnitz, bei Breslau.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-S20396

Foto: Das Bundesarchiv/Müller
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Deutschlands erste Autobahn: Die 1932 eröffnete erste deutsche Autobahn zwischen Köln und Bonn wurde Mitte der sechziger Jahre auf eine Gesamtbreite von 40 Metern ausgebaut. Hitler ließ die Strecke nach seinem Machtantritt 1933 zur Landstraße herunterstufen, nach dem Krieg trug sie die Bezeichnung "Bundesautobahn 555".

Foto: DPA
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