Oliv-Bastardschildkröten Baby Shower auf den Philippinen

Oliv-Bastardschildkröten gelten als vom Aussterben bedroht. Nun sind Hunderte Jungtiere an einem Strand auf den Philippinen geschlüpft. Sie erwartet ein harter Überlebenskampf. Die Bilder.
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Schildkrötennachwuchs: Auf den Philippinen sind Hunderte kleine Meeresschildkröten geschlüpft. Die Oliv-Bastardschildkröten erblickten am Strand des Ortes Morong, etwa 80 Kilometer westlich von Manila, das Licht der Welt. Jedes Jahr legen hier von Oktober an fünf Monate lang etwa 200 Meeresschildkröten bis zu 19.000 Eier ab, die meisten beherbergen kleine Oliv-Bastardschildkröten. Allerdings erreicht nicht mal ein Prozent der Jungtiere das Erwachsenenalter.

Foto: NOEL CELIS/ AFP
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Nach dem Schlüpfen sind die kleinen Schildkröten nicht einmal so groß wie eine Kreditkarte. Ausgewachsen gehört die Art mit etwa 70 Zentimetern Körperlänge und einem Gewicht von höchstens 50 Kilo zu den kleinsten Meeresschildkrötenarten. Die Weltnaturschutzunion listet die Oliv-Bastardschildkröte als gefährdet. Obwohl die Tiere durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt sind, geht die größte Bedrohung vom Menschen aus.

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Die Bevölkerung auf den Philippinen ernährt sich von den Eiern und vom Fleisch der Tiere. Zudem landen die Schildkröten immer wieder als Beifang in großen Fischernetzen, und sie lassen sich teuer nach China verkaufen. Anders als ihr Name vermuten lässt, handelt es sich bei der Oliv-Bastardschildkröte nicht um eine Kreuzung. Allerdings dachten Forscher lange, die Schildkröten seien eine Mischung aus Suppenschildkröten und Unechten Karettschildkröten und gaben ihnen deshalb den Namen.

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Um die Jungtiere am Stand von Morong vor Wilderern zu schützen, buddeln 17 Freiwillige jede Saison alle auffindbaren Eier wieder aus und vergraben sie anschließend in einer geschützten Brutstation in der Nähe. Zusätzlich fahren die Helfer mit einem Standbuggy an der Küste Patrouille, um Einwohner der benachbarten Dörfer vom Eierklauen abzuhalten. Auch das Engagement der Helfer ermöglicht den Schildkröten jedoch kein restlos ungestörtes Aufwachsen.

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Das Pawikan Conservation Centre, das den Schutz der Tiere organisiert, muss sich privat finanzieren. Die wichtigste Einnahmequelle sind daher Touristen, die nur dann zahlen, wenn sie auch Babyschildkröten zu sehen bekommen. Das Problem: Um auf dem Weg ins Meer nicht von tagaktiven Räubern, etwa Vögeln, gefressen zu werden, schlüpfen die Jungtiere nachts, drehen sich instinktiv Richtung Wasser und laufen los. Als Touristenmagnet sind sie dann wertlos.

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Die Helfer verfrachten einige Tiere deshalb zunächst in große Wannen, sodass diese nicht Richtung Meer laufen können. Für umgerechnet etwa 90 Cent können Touristen so morgens noch Fotos mit dem Nachwuchs machen und die kleinen Schildkröten anschließen aussetzen. Schildkrötenexperten warnen, das vermindere die Überlebenschancen der Jungen zusätzlich, da diese, nach stundenlangem vergeblichen Laufen in der Box erschöpft im Wasser ankämen.

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Auf dem Weg zum Meer: Viele sehen die Armut auf den Philippinen als Hauptproblem für die Schildkröten, da der Hunger den Einheimischen oft keine andere Wahl lasse, als die Eier zu essen. Solange man die Armut nicht in den Griff bekomme, sei ein Ende der Schildkrötenwilderei nahezu unmöglich, erklärt Manolo Ibias, der das Pawikan Conservation Centre seit 17 Jahren leitet.

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