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Manager hinter Gittern Von der Gier verführt

Korruption, Steuerhinterziehung - oder wie bei VW-Manager Schmidt, Vertuschung: Geld und Macht sind gefährlich verführerisch. Mancher deutsche Manager erlag ihnen –und landete im Gefängnis.
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Es ist der aktuellste Fall in einer langen Reihe: Der deutsche VW-Manager Oliver Schmidt muss in den USA wegen der Abgasaffäre sieben Jahre ins Gefängnis. Außerdem wurde er zu einer 400.000-Euro-Geldstrafe verurteilt. Diesen Managern erging es ähnlich:

Foto: Volkswagen
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Untreue und Steuerhinterziehung in 27 Fällen: Thomas Middelhoff war von 1998 bis 2002 Vorstandschef von Bertelsmann, und von 2005 bis 2009 Vorstandschef der KarstadtQuelle-Holding, die während dieser Zeit in die Arcandor AG umfirmiert wurde. Im November 2014 verurteilte ihn das Landgericht Essen zu drei Jahren Gefängnis. Im Mai 2016 trat Middelhoff seine Haftstrafe im offenen Vollzug an, tagsüber arbeitete er in einer Behindertenwerkstatt in Bielefeld. Vor vier Wochen wurde er vorzeitig entlassen, wegen "positiver Sozialprognose".

Foto: Roland Weihrauch/ picture alliance / dpa
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Der Heidelberger Immobilienmakler Jürgen B. Harder saß in U-Haft und schrammte 2015 nur knapp an einer Haftstrafe vorbei. Er musste aber eine Geldstrafe von sechs Millionen Euro zahlen. Zusätzlich brummte der Richter ihm drei Jahre auf Bewährung auf. Harder ist der Lebensgefährte von Rekordschwimmerin Franziska van Almsick. Seine Immobilienfirma war in einen Schmiergeldskandal beim Ausbau des Frankfurter Frachtflughafens verwickelt.

Foto: imago/STAR-MEDIA
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Uli Hoeneß landete 2014 wegen Steuerhinterziehung im Knast. Der Präsident des FC Bayern München hatte Millionen Euro auf einem Schweizer Bankkonto vor dem Fiskus versteckt. So häufte er eine Steuerschuld von mehr als 28 Millionen Euro an. Hoeneß erstattete zwar Selbstanzeige, die wurde vom Gericht jedoch für ungültig erklärt. Er wurde zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Haftstrafe verlief für den Fußball-Funktionär jedoch vergleichsweise angenehm. So hatte er Annehmlichkeiten bei Unterbringung und Verpflegung, Hafturlaub und durfte teilweise weiterarbeiten. Anfang 2016 kam er vorzeitig frei.

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images
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Auch der frühere BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky kam im Frühjahr 2016 vorzeitig aus dem Gefängnis. Der Banker war 2012 wegen Korruption und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone beim Verkauf der Landesbank-Anteile an der Formel 1 heimlich 44 Millionen Dollar eingesteckt. Vor Gericht gestand Gribkowsky, Schmiergeld kassiert und nicht versteuert zu haben. Er war seit 2011 in Haft.

Foto: Sven Hoppe/ picture alliance / dpa
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Über Jahre hinweg sollen bei Siemens insgesamt 1,3 Milliarden Euro in dunklen Kanälen versickert und zur Erlangung von lukrativen Auslandsaufträgen verwendet worden sein. Im Zuge einer der größten Schmiergeldaffäre in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte wurden mehrere Topmanager verurteilt. Kurzzeitig in Untersuchungshaft saßen der ehemalige Bereichsvorstand Michael Kutschenreuter und der frühere Konzernvorstand Thomas Ganswindt. Der Prozess gegen Ganswindt wurde im Mai 2011 gegen eine Geldauflage von 175.000 Euro eingestellt. Kutschenreuter bekam zwei Jahre auf Bewährung.

Foto: Sven Hoppe/ picture alliance / dpa
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Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel bekam 2009 wegen Steuerhinterziehung zwei Jahre Haft auf Bewährung und eine Geldbuße von einer Million Euro auferlegt. Er hatte gestanden, über eine Stiftung in Liechtenstein knapp 970.000 Euro am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Vor Gericht bezeichnete Zumwinkel die Gründung der Stiftung als "größten Fehler" seines Lebens. Seine Karriere war nach seiner Festnahme im Februar 2008 zu Ende, als er all seine Machtpositionen aufgab: den Vorstandsvorsitz bei der Post, den Aufsichtsratsvorsitz bei Postbank und Telekom, den Aufsichtsratsplatz bei Lufthansa und Arcandor sowie den Sitz im Verwaltungsrat von Morgan Stanley.

Foto: Oliver Berg/ picture-alliance/ dpa
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Der Prozess gegen den Sohn des Falk-Stadtpläne-Erfinders, Alexander Falk, dauerte dreieinhalb Jahre. Der Unternehmer hatte laut Anklage den Umsatz seiner Ision Internet AG mit Scheingeschäften aufgepumpt und sie dann zu einem überhöhten Preis weiterverkauft. Im Mai 2008 verurteilte ihn das Landgericht Hamburg unter anderem wegen versuchten Betrugs zu vier Jahren Haft. Im August 2011 wurde Falk vorzeitig entlassen.

Foto: Angelika Warmuth/ dpa
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Es war einer der schwersten Fälle von Wirtschaftskriminalität in der deutschen Geschichte: Manfred Schmider, bekannt als "Big Manni", hatte 1994 in Ettlingen bei Karlsruhe die Firma Flowtex gegründet, die Spezialbohrer verkaufen sollte. Die existierten allerdings meist nur auf dem Papier. Banken und Leasinggesellschaften wurden systematisch betrogen. Der Schaden: 2,6 Milliarden Euro. "Big Manni" wurde dafür 2002 zu elf Jahren Haft verurteilt. 2016 kam wegen weiterer Betrügereien noch eine Haftstrafe von 14 Monaten oben drauf, weil er unter anderem einen 51-Karat-Diamanten, vier Gemälde von Chagall und Verkaufserlöse für eine Villa vor dem Fiskus versteckt haben soll.

Foto: Ronald Wittek/ picture-alliance/ dpa
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Er war einer der Hauptbeschuldigten in der Schreiber-Affäre: Jürgen Maßmann war Manager bei Thyssenkrupp. Der Vorwurf Ende der Neunzigerjahre: nicht versteuerte Rückzahlungen in Höhe von 11,2 Millionen Mark aus Rüstungsgeschäften. Im Mai 1999 landete Maßmann deshalb in Untersuchungshaft und kam erst gegen eine Zahlung von einer Million Mark frei. 2002 wurde Maßmann wegen Bestechlichkeit zu fünf Jahren Haft verurteilt. Gegen das Urteil legten Maßmanns Anwälte Revision ein. Der Haftbefehl blieb außer Vollzug, der Beschuldigte musste sich aber alle zwei Wochen auf der Kasseler Polizeiwache melden. 2004 hob der Bundesgerichtshof das Urteil gegen Maßmann teilweise auf und wies es an das Augsburger Landgericht zurück. Noch immer ist die Schreiber-Affäre nicht vollständig aufgeklärt.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ picture-alliance/ dpa/dpaweb
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Der Versicherungskaufmann und Gebrauchtwagenhändler Peter Graf baute seine Tochter Stefanie zu einer der besten Tennisspielerinnen der Geschichte auf. Kritiker bezeichneten ihn als überehrgeizig und cholerisch und auch als Manager war er umstritten. Graf galt als Raffke, der sich Antritts- und Preisgelder oft bar auszahlen ließ. 1997 verurteilte ihn ein Gericht wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 12,3 Millionen Mark zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Im April 1998 kam er vorzeitig frei und arbeitete wieder als Tennistrainer. Graf starb 2013 an Krebs.

Foto: Oliver_Berg/Pool/ DPA
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Der Bauunternehmer Rolf-Jürgen Otto, der in den Neunzigerjahren Dynamo Dresden vorstand, hatte unter anderem rund drei Millionen Mark aus der Betriebskasse seiner Firma veruntreut. Er wurde wegen vorsätzlichen Bankrotts, Konkursverschleppung und Nichtabführung von Sozialversicherungsbeiträgen zu drei Jahren Haft verurteilt.

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Hans-Joachim Renner, früherer Ko-Geschäftsführer der Chemiefirma Imhausen, wurde 1992 zu zwei Jahren Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Das Landgericht Mannheim gab damit der Anklage statt, Renner habe gegen Bestimmungen des Außenwirtschaftsgesetzes verstoßen, indem er an Planung und Bau der zwischen 1984 und 1989 errichteten Giftgasfabrik im libyschen Rabita "entscheidend" mitwirkte.

Foto: imago
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Der Bankier Iwan David Herstatt soll die Bilanz der Herstatt Bank ordentlich frisiert haben. Im Jahr 1973 machte die Bank demnach offiziell 20 Millionen Mark Gewinn, in Wirklichkeit häufte sie jedoch einen Verlust von 440 Millionen Mark an. Es folgte der Bankrott. 1984 wurde Herstatt zu viereinhalb Jahren verurteilt, der Bundesgerichtshof kassierte das Urteil jedoch. In einem neuen Verfahren wurde die Haftstrafe auf zwei Jahre auf Bewährung verkürzt. 1991 wurde Herstatt für verhandlungsunfähig erklärt. Er litt offenbar am Pickwick-Syndrom, das Konzentrationsstörungen und Müdigkeitsanfälle verursacht haben soll. Herstatt starb 1995 in Köln.

Foto: imago
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Erhard Goldbach wurde mit der Tankstellenkette Goldin reich. Der "Ölkönig von Wanne" schleuste bis 1979 rund 350 Millionen Mark Mineralölsteuer am Fiskus vorbei. 75 Millionen Liter unversteuerten Sprit soll er verkauft haben. Mittelsmänner trugen angeblich Abend für Abend Bargeld aus den Tankstellen heraus. Goldbach tauchte zwischenzeitlich im Ausland unter, wurde aber 1980 verhaftet und wegen Betrugs zu sechs Jahren Haft verurteilt. 1985 kamen weitere zwölf Jahre wegen Steuerhinterziehung hinzu. Das hinterzogene Geld tauchte nie wieder auf. 2010, sechs Jahre nach Goldbachs Tod, wurde ein geheimer Tresor in seinem Haus entdeckt, der allerdings leer war.

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