Sarajewos Sprungschanzen Minen statt Medaillen

Nach Olympia kamen die Bomben: 1984 jubelte die Welt über die Spiele in Sarajevo. Nicht einmal zehn Jahre später wurde die Stadt zum Schauplatz unerbittlicher Kämpfe. Heute gehören die Spielstätten von einst zu den letzten Relikten des Krieges - und zu den gefährlichsten Gebieten der Welt.
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Rampe ins Nichts: 1984 fanden in Sarajevo die 14. Olympischen Winterspiele statt. Auf der Schanze "Malo Polje" auf dem Igman-Berg holte Jens Weißflog für die DDR Gold auf der Normalschanze und Silber auf der Großschanze.

Während der Jugoslawien-Kriege in den neunziger Jahren war der Igman-Berg Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen bosnischen und serbischen Truppen. Bis heute werden auf dem Gipfel des Igmans immer wieder Landminen und Blindgänger gefunden. Das Gebiet um die Schanze ist mit Warnschildern gespickt.

Neben Jens Weißflog...

Foto: Dietmar Eckell
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...stand auch der Finne Matti Nykänen zweimal auf dem Siegertreppchen in Sarajevo. Er holte auf der Normalschanze Silber und auf der Großschanze Gold.

Nach den Spielen von 1984...

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...fand auf den Anlagen nie wieder ein Profi-Skispringen statt. Seit 2010 gibt es Pläne, die Schanze zu erneuern. Die Kosten werden auf sieben bis zehn Millionen Euro geschätzt.

Bis 2019...

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...soll die Region um die Sportstätten frei von Landminen und Blindgängern sein.

Foto: Dietmar Eckell
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Zum Heulen: "Sarajevoooooo" heulte Olympia-Maskotchen "Vucko" im Werbespot zu den Spielen 1984 .

Heute sind in den verminten Bergwäldern um Sarajevo kaum noch Wölfe zu finden. Das Bild zeigt "Vucko" an einer Wand der Zetra-Halle in Sarajevo, wo 1984 die Eiskunstlaufwettbewerbe ausgetragen wurden. Nach einem Bombenangriff im Sommer 1992 wurde die Halle weitgehend zerstört.

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Grau in Grün: Dieser heruntergekommene Bau war einmal ein Hotel und beherbergte bei den Olympischen Winterspielen 1984 die Spitzensportler

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Schützengraben aus Beton: Während des Bosnien-Kriegs diente die Bobbahn in Sarajevo als Artillerieposten. Die Einschusslöcher in der Betonbahn deuten auf heftige Feuergefechte hin.

1984 war der Kurs...

Foto: Corbis
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...Kulisse für den sensationellen Doppelgold-Erfolg der DDR im Zweier- und Vierer-Bob. Heute ist die verwahrloste Rennstrecke ein beliebtes Ziel für Fotografen und...

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...Graffiti-Sprayer. Die Bahn liegt auf dem Trebevic-Berg und war im Krieg ein strategisch wichtiger Ort, weil man von dort einen guten Ausblick auf die Stadt hat.

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Sprungrichter-Kabine: Von diesem Häuschen aus auf dem Igman-Berg bei Sarajevo beobachteten 1984 die Sprungrichter das olympische Skispringen. Der Aussichtsposten ist seit dem Bürgerkrieg in den Neunzigern verwüstet.

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Tribüne ohne Zuschauer: Auch die einstige Zuschauertribüne an den Sprungschanzen am Berg Igman ist heute ein einsames Plätzchen. Damals sahen...

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...90.000 Zuschauer vor Ort dem Finnen Matti Nykänen dabei zu, wie er bei den Olympischen Spielen in Sarajevo 1984 den Schanzenrekord von 116 Metern aufstellte. Mittlerweile sind die Tribünen direkt an der Schanze mit Gras überwuchert.

Foto: Dietmar Eckell
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Schanze im Baum: Wie ein Fremdkörper lugt die Skisprungschanze durch den dichten Wald auf dem Igman-Berg bei Sarajevo. Die Gegend ist aufgrund der vielen Minen und Blindgänger noch immer eine Gefahrenzone.

Foto: Dietmar Eckell
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Blätternder Glanz: Vom 8. bis zum 19. Februar 1984 fanden in Sarajevo die 14. Olympischen Winterspiele statt. 142 Millionen US-Dollar kostete das Megaevent damals. Acht Jahre später brach der Bosnien-Krieg aus, Sarajevo wurde für fast vier Jahre belagert. Von den einstigen Sportstätten blieben meist nur Ruinen übrig.

Hier streunt ein Hund vor dem Kosevo-Stadion, dem Ort der Eröffnungszeremonie. An der Wand ist noch das alte Schneeflocken-Logo zu sehen.

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Geisterhäuschen: Von diesem Häuschen auf einer Bergstation in Sarajevo konnten die Sportler bei Olympia 1984 noch per Gondel ins Tal fahren. Heute sind von dem Gondelhäuschen nur noch Ruinen geblieben.

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Verrottende Ruinen: Auch wenn die meisten Kriegsspuren in Sarajevo getilgt sind, sieht man auch 30 Jahren nach den Olympischen Winterspielen in der Stadt noch immer verfallene Sportstätten von damals

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In Schieflage: Von dieser ehemaligen Bergstation mit Funkturm konnten die Zuschauer das Olympische Abfahrtsrennen 1984 beobachten

Foto: Florian Eberth
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