Olympia 1936 Propagandaschlacht im Stadion

Mit gigantischem Aufwand inszenierten die Nazis vor 80 Jahren die Olympischen Sommerspiele in Berlin. Nach außen hin gab sich Deutschland friedlich und weltoffen.
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Volle Ränge: Blick aus dem Luftschiff LZ 129 "Hindenburg" auf das Stadion kurz vor Beginn der Eröffnungsfeier. Rechts sieht man das Schwimmstadion, links den Sachsenturm und den Friesenturm.

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Perfekte Inszenierung: Mit dem Weihespiel "Olympische Jugend" wollte Carl Diem das Publikum bei der Eröffnungsfeier auf die Spiele einstimmen. Der Generalsekretär des Olympia-Organisationskomitees hatte auch den Olympischen Fackellauf nach griechischem Vorbild wiederbelebt. An der Choreografie des am 1. August 1936 uraufgeführten Massenspektakels wirkten die Tanzpädagoginnen Gret Palucca und Mary Wigman mit. Die Musik stammte von Werner Egk und Carl Orff. Auftakt für die Propagandaschlacht im Stadion.

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Aufmarsch der Jugend: Berliner Schüler vor dem Beginn des Marathonlaufs am 9. August 1936 auf dem Maifeld vor dem Stadion. Kurz darauf zeigten sie sich dem Publikum bei einem Schauturnen.

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Besucher von überall: Diese Teilnehmer einer Kanu-Sternfahrt kamen kurz vor Beginn der Wettkämpfe Ende Juli in Berlin an. Auf diesem Bild passieren sie auf der Spree die Mühlendamm-Schleuse.

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Publikum aus aller Welt: Etwa 380.000 Besucher übernachteten während der Olympischen Spiele in der Reichshauptstadt, darunter 115.000 Touristen aus dem Ausland. In einem Zeitraum von knapp drei Wochen beförderten die Berliner Verkehrsbetriebe rund 62,2 Millionen Fahrgäste. Das NS-Regime hatte mit der Inszenierung der Olympischen Spiele seine Propaganda-Ziele erreicht. Friedliche Absichten hegte Hitler aber mitnichten. Hinter den Kulissen rüstete er drei Jahre vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bereits für einen Angriffskrieg gegen die Sowjetunion.

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Auf nach Deutschland: Wie hier in Paris machten Reisebüros im Ausland kräftig Werbung für die Olympischen Spiele in Berlin.

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Drohender Olympia-Boykott: Für die Diskriminierung von Juden war das Hitler-Regime im Vorfeld der Spiele im Ausland scharf kritisiert worden. Erst nach der Zusage aus Berlin, auch jüdische Sportler in das deutsche Team aufzunehmen, sicherten die USA ihre Teilnahme an den Spielen zu. Vorher hatten Juden zu den Olympia-Sportstätten in Deutschland keinen Zutritt. Dieses Foto vom Oktober 1935 zeigt ein Verbotsschild in Garmisch-Partenkirchen, wo im Februar 1936 die Olympischen Winterspiele stattfanden.

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Gruß aus der Luft: Mit den Spielen wollten die Nazis die deutsche Bevölkerung weiter für sich einnehmen. Für Sensationen war gesorgt. Als eine große Menschenmenge am Nachmittag des 1. August 1936 am Brandenburger Tor darauf wartete, dass Hitlers Wagenkolonne in Richtung Stadion vorbeifuhr, zog am Himmel der riesige Zeppelin "Hindenburg" vorbei.

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Erinnerungsfoto: Zwei junge Frauen vom "Olympischen Ehrendienst" posieren auf dem "Reichssportfeld".

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Auf der Ehrentribüne: Längere Reden Adolf Hitlers waren im Protokoll der Olympischen Spiele nicht vorgesehen. Neben dem "Führer" sind hier der Präsident des Organisationskomitees, Theodor Lewald, Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten und Reichsinnenminister Wilhelm Frick zu sehen (von links).

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Olympische Ringe, Reichsadler und Brandenburger Tor: Die in Bochum gegossene, mehr als vier Meter hohe Olympia-Glocke wurde in einem "Triumphzug" nach Berlin überführt und am 11. Mai 1936 in den Glockenturm am Stadion gehoben. Sie wurde zum Symbol für die Spiele und für ein "wiedererstarktes Reich".

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Staatspropaganda: Hitler nutzte die Olympischen Spiele in Berlin dazu aus, Deutschland als weltoffenes und friedliches Land darzustellen. Die Symbole des NS-Regimes durften aber nirgendwo fehlen. Hier präsentiert sich das Berliner Rathaus mit Hakenkreuzfahne.

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Eine Stadt im Wettkampffieber: Auf dem Boulevard Unter den Linden staute sich während der Spiele der Verkehr, denn schließlich waren mehr als 100.000 auswärtige Besucher vor Ort. "Olympia-Nächte im Zeichen des Verkehrs" textete die "Berliner Morgenpost", als sie dieses Foto am 10. August 1936 veröffentlichte.

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Ansturm auf Olympia-Karten: Menschentrauben vor einer Verkaufsstelle im Direktionsgebäude der Deutschen Bank an der Mauerstraße.

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"Vorsicht! Baustelle": Gäste aus dem Ausland wurden in Berlin in mehreren Sprachen gewarnt.

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"Dorf des Friedens": In Döberitz vor den Toren Berlins wurde nach Entwürfen des Architekten Werner March das Olympische Dorf gebaut. Während der Spiele wohnten dort etwa 3600 männliche Athleten mit ihren Betreuern. Die Sportlerinnen waren in der Nähe des Olympiastadions untergebracht. Auf diesem Foto spielt ein Musikkorps der Wehrmacht für die ersten Besucher der Anlage.

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Jederzeit bereit: Fahrradstaffel des "Ehrendienstes" im Olympischen Dorf, Juli 1936.

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Kosmopolitisches Flair: Auch für Berliner Kinder waren die Olympischen Spiele aufregend. Hier notieren sich zwei Jungen das Kennzeichen einer tschechoslowakischen Limousine in der Berliner Innenstadt.

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Umstrittene Filmpionierin: Die Regisseurin Leni Riefenstahl stand Hitler und anderen Nazi-Größen nahe. Nachdem sie bereits den NSDAP-Parteitag 1934 auf Zelluloid gebannt hatte, durfte sie auch den offiziellen Olympiafilm drehen. Auf diesem Bild ist sie mit Kameramann Walter Frentz zu sehen.

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Technische Finessen: Kameraleute des Olympiafilmteams auf einer erhöhten Plattform.

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Aus der Vogelperspektive: Die Olympiafilmgesellschaft schickte einen Ballon in die Luft, an dem eine selbsttätige Filmkamera befestigt war.

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Modernste Kameras: Den Olympiafilm ließ sich Hitler stolze 2,8 Millionen Reichmark kosten. Erstmals wurden Schwimmwettkämpfe auch unter Wasser gefilmt. Eigens für diese Produktion wurde auch eine "Katapult-Kamera" gebaut, die hier von Hans Ertl bedient wurde.

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Public Viewing in den Dreißigerjahren: Der Normalbürger hatte damals noch keinen Fernseher zu Hause. Viele Leute schauten sich deshalb Filmberichte über die Olympischen Spiele gemeinsam in so genannten Fernsehstuben an. Auf diesem Foto ist ein Team der Deutschen Reichspost bei Dreharbeiten im Stadion zu sehen.

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Flächendeckende Beschallung: Durch Radio-Livesendungen waren selbst die Passanten auf dem Kurfürstendamm immer auf dem neuesten Stand. Ende Juli 1936 wurden rund um die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Lautsprecher zur Übertragung der olympischen Wettkämpfe angebracht.

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Wer gewinnt die nächste Medaille? Vor einem Lautsprecher an der Ecke Kurfürstendamm/Uhlandstraße hörten viele Leute gespannt den Übertragungen aus dem Olympiastadion zu. Das Foto erschien am 5. August 1936 in der "Berliner Morgenpost".

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Gigantische Abschlussfeier: Hitlers Lieblingsarchitekt Albert Speer entwarf den "Lichtdom", der am 16. August nach dem Verlöschen der olympischen Flamme über dem Stadion erstrahlte. Dieses Bild stammt aus "Fest der Schönheit", dem zweiten Teil von Leni Riefenstahls Olympiafilm, der zu Hitlers Geburtstag am 20. April 1938 uraufgeführt wurde.

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