Paris von unten In den verbotenen Katakomben

300 Kilometer Gänge, unzählige Höhlen: Unter Paris verbirgt sich ein riesiges Labyrinth. Der Großteil der Katakomben ist gesperrt, die "Cataphiles" steigen dennoch hinab. Ein Fotograf hat sie begleitet.
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Ab nach unten: Die "Cataphiles" von Paris erkunden verbotenes Terrain. Einer von ihnen ist Pascal. Im Alter von 15 Jahren stieg der heute 36-jährige Pariser erstmals hinab in die Katakomben unter der französischen Hauptstadt. Der belgische Fotograf Geoffrey von der Hasselt begleitete Pascal für die Nachrichtenagentur AFP.

Foto: GEOFFROY VAN DER HASSELT/ AFP
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Wenige Meter unter den belebten Straßen von Paris verläuft ein Labyrinth von Tunneln und Höhlen. Ein kleiner Teil ist geöffnet für Besucher, die Warteschlangen sind lang. Der weitaus größere Teil ist gesperrt - und zieht wohl auch deswegen die "Cataphiles" an.

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Über eine Strecke von fast 300 Kilometern winden sich die Gänge durch die Erde unter Paris. Manch ein Tunnel reicht bis in die Vororte.

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Die Katakomben südlich der Seine sind Überbleibsel von teils jahrhundertealten Steinbrüchen. Aus ihnen gewannen die Pariser Kalkstein, unter anderem für den Louvre oder die Kathedrale Notre Dame.

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Am Ende des 18. Jahrhunderts erhielten die Katakomben eine neue Funktion: Die Friedhöfe der Hauptstadt waren überfüllt, Paris brauchte Platz zum Wachsen - also ließ die Stadt die Überreste unzähliger Menschen umbetten und im Untergrund lagern. 1859 wanderten die letzten Knochen in die Katakomben.

Foto: Benoit Tessier/ REUTERS
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Durch manche Gänge können die Katakomben-Kletterer aufrecht gehen, andere sind nichts für Klaustrophobiker. Einige Schächte muss man auf allen Vieren durchkriechen, für mehrere Hundert Meter am Stück.

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Keine Tour ohne Karte: Einen offiziellen Untergrund-Stadtplan gibt es nicht, in der Regel hat jede "Cataphiles"-Gruppe ihre eigene Karte, entweder auf Papier oder digital auf dem Smartphone.

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Wer sich ohne Karte hinabwagt, kann im Labyrinth der Gänge und Schächte leicht verlorengehen - wie Philibert Aspairt. Er arbeitete zur Zeit der französischen Revolution am Krankenhaus Val-de-Grâce und wollte, so erzählt man sich, bloß ein wenig Alkohol aus einem Keller holen. Er kehrte nie zurück.

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Aspairts Leiche wurde erst elf Jahre später gefunden und an derselben Stelle begraben. Heute gilt Aspairt unter den "Cataphiles" als Legende, sein Schicksal verstehen sie als Mahnung.

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Seltener Anhaltspunkt: An manchen Stellen in den Katakomben hängen Straßenschilder. In den Gängen herrscht eine konstante Temperatur von 15 Grad - und komplette Stille.

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Die "Cataphiles" lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Die einen, wie Pascal, klettern regelmäßig in den Untergrund, sie erkunden und kartieren unbekanntes Terrain. Die anderen kommen nur gelegentlich - oft mit Freunden und ein paar Flaschen Wein, um einen geselligen Abend in einer der vielen Höhlen zu verbringen.

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Das Katakomben-Klettern birgt Risiken, dessen sind sich viele "Cataphiles" bewusst. Einmal, erzählt Pascal, sei einer seiner Freunde hinabgestiegen und dort auf zwei hilflose Männer gestoßen. Beide hatten sich ihre Beine gebrochen. Er zerrte sie durch die Gänge zurück ans Tageslicht.

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Fundstück: Über die Jahre haben sich in den Katakomben viele Dinge angesammelt - wie dieses Fahrrad.

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Die Polizei versucht mit einer eigenen Einheit, die "Cataphiles" von ihren Touren abzuhalten. Wer von den "Catacops" erwischt wird, muss 60 Euro Strafe zahlen. Ihre größte Sorge sind abenteuerlustige Teenager, sagt ein Beamter. "Vier gehen nach unten, drei kommen wieder hoch. Und dann müssen wir reingehen und den Vermissten finden."

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