Paul Otlet Der vergesse Netzvisionär

Er träumte von einem mechanischen Gehirn, kabelloser Kommunikation und betrieb eine gigantische Papier-Suchmaschine: Wie der Belgier Paul Otlet Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte, Wissen global zu vernetzen und dabei fast das Internet erfunden hätte.
1 / 10

Paul Otlet (1932): Der 1868 geborene Belgier ist einer der vergessenen Technikpioniere. Er arbeitete ab 1895 mit seinem Mitstreiter Henri La Fontaine an dem Konzept eines gigantischen Wissenskatalogs - dem Mundaneum.

Foto: Archiv Mundaneum, Mons
2 / 10

Otlet vor Zettelkästen: Kern des Mundaneums waren Millionen von Karteikarten, die Inhalte von Büchern nach Themen, Regionen und Stichworten referenzierten und mit Querverweisen verbanden.

Foto: Archiv Mundaneum, Mons
3 / 10

Kastensystem: Von 1895 bis Ende 1930 entstanden nach dem von Otlet erdachten Archivsystem Millionen von Karteikarten, die in Schubkästen aufbewahrt wurden. Für diese Zettelkästen entwarf Otlet eigens...

Foto: Archiv Mundaneum, Mons
4 / 10

...passende Möbelstücke. 16 Millionen Karteikarten der Sammlung sind heute noch erhalten. Der gigantische Katalog war in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts...

Foto: Archiv Mundaneum, Mons
5 / 10

...im Einsatz. Im Mundaneum gingen Anfragen per Brief oder Telegramm ein, bis zu 1500 im Jahr. Antworten wurden...

Foto: Archiv Mundaneum, Mons
6 / 10

... per Hand herausgesucht, das konnte Wochen dauern. Das ausgeklügelte Karteikartensystem erarbeitete Otlet 1903, hier ein Foto aus diesem Jahr.

Foto: Archiv Mundandeum, Mons
7 / 10

Wissensnetz: Otlet träumte von einem "universellen Netzwerk, das die Verbreitung von Wissen ohne Beschränkung erlaubt." Der Bibliothekar dachte auch an...

Foto: Archiv Mundaneum, Mons
8 / 10

... Möglichkeiten, Informationen papierlos zu übertragen - per Audioübertragung, Telefon oder "Radiotelefotografie", einer Art Bildübertragung per Funk.

Foto: Archiv Mundaneum, Mons
9 / 10

Besuchergruppe im Mundaneum (vermutlich 1927): 1920 eröffnete das von Otlet und seinem Mitstreiter Henri La Fontaine konzipierte Mundaneum seine Tore - eine Mischung aus Museum, Wissenschaftlertreff und Archiv. Es musste 1934 schließen, nachdem seine Geldgeber aus der belgischen Regierung das Interesse an dem Projekt verloren hatten.

Foto: Archiv Mundaneum, Mons
10 / 10

Neustart: In den vierziger Jahren lösten die Nazis die Sammlung auf. 1968 entdeckte der US-Forscher W. Boyd Rayward Teile der Sammlung wieder, begann zu forschen und engagierte sich so lange, bis das Mundaneum 1998 wiedereröffnet wurde.

Foto: Frédéric Raevens
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Mehrfachnutzung erkannt
Bitte beachten Sie: Die zeitgleiche Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt. Wir behalten uns vor, die Mehrfachnutzung zukünftig technisch zu unterbinden.
Sie möchten SPIEGEL+ auf mehreren Geräten zeitgleich nutzen? Zu unseren Angeboten