Medizinsche Studien in Indien Mädchen sterben bei internationaler Impfkampagne

Immer wieder kommt es bei klinischen Studien in Indien zu Skandalen. Aktuell kämpfen Menschenrechtler um Aufklärung: Warum starben während einer Impfkampagne sieben Mädchen? Die Pharmakonzerne GSK und Merck stellten den Wirkstoff, eine Hilfsorganisation der Bill Gates Foundation übernahm die Organisation. Fehler will niemand zugeben.
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Die Inderin Ventkatama Kudumula aus der Region Andra Pradash trauert um ihre Tochter, die an Malaria starb. Nur zufällig erfuhr sie, dass Sarita zuvor gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft wurde...

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...wie alle 14-Jährigen der lokalen Mädchenschule. Die Organisation Path, finanziert durch die Bill Gates Foundation, führte eine große Impfkampagne im Land durch. Die Pharmahersteller GlaxoSmithKline und Merck spendeten die Wirkstoffe. Als bekannt wurde, dass während des Tests sieben Mädchen gestorben waren, stoppte die Regierung das Projekt. Die Impfung war nicht die Todesursache, dennoch gab es Verstöße gegen geltende Regeln.

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Ein Flyer, der eigentlich über die Impfung aufgeklären sollte: Sie haben das vorgeschriebene Einwilligungsformular nie gesehen, sagen die Eltern, und auch nicht unterschrieben. Das übernahmen oft die Lehrer - gleich für ganzen Klassen.

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"Wir wollen keine Guinea Pigs mehr sein": Filmemacherin Jayashree im November 2011 während eines Diskussionsabends mit Ärzten im Pub Kings Fisher (Bangalore). Die Journalistin hat schon zahlreiche Medizin-Skandale in ihrem Land dokumentiert.

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Wahrscheinlich ist die Impfung nicht die Ursache für den Tod der Mädchen, sagt Jesani. Viel schlimmer sei aber, dass das niemand mehr mit absoluter Sicherheit sagen kann. So waren fünf der Mädchen bereits eingeäschert, bevor Untersuchungen begonnen hatten.

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Das Center for Ethics, gegründet durch Medizinrechtler Amar Jesani liegt mitten im Viertel Santa Cruz, der größte Slum der 14-Millionen-Einwohner-Stadt Mumbai ist direkt um die Ecke. Es gäbe sicher angenehmere Adressen für Jesani, aber hier sei das normale Leben, sagt er. Genau wie Jayashree oder die Frauenrechtlerinnen der Sama-Gruppe aus Delhi wartet er bis heute auf den angekündigten Abschlussbericht der Regierung.

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Straßenecke direkt gegenüber des Ethic Centers in Mumbai: Hier ist der Asphalt Spielplatz und Wohnzimmer zugleich, die Kinder leben auf der Straße, sagt Jesani, und das sei keine Seltenheit. Mehr als die Hälfte aller 1,2 Milliarden Inder gilt nach Maßstäben des aktuellen Human Development Reports als arm. Knapp 42 Prozent müssen mit weniger als 1,25 Dollar am Tag auskommen.

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Die Politikerin Brinda Karat brachte die Diskussion um die HPV-Studie ins indische Parlament. Das stoppte die Tests - ein bislang einmaliger Vorgang für das Land, das sonst wenig am Schicksal der freiwilligen Testpersonen interessiert ist.

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Chandra Gulhati, Herausgeber des renommierten "Indian Monthly Index", vor den Akten, in denen er den jüngsten Medizin-Skandal in seinem Land dokumentiert.

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