Heroinhölle in Philadelphia Der Ort, an dem niemand sein möchte

Das Viertel Kensington in Philadelphia gilt als größter Drogenmarkt im Osten der USA. Fotograf Dominick Reuter hat den Ort und die Menschen dort besucht. Seine Bilder zeigen viel Elend.
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Ein Teddybär hängt an einem Baum in Kensington, einem Viertel im Norden Philadelphias. Die Gegend rund um einen knapp einen Kilometer langen Abschnitt einer Trasse für Güterzüge gilt als größter offener Drogenmarkt im Osten der USA.

Foto: DOMINICK REUTER/ AFP
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Ein Mann setzt sich einen Schuss Heroin in den Fuß. Der Fotograf Dominick Reuter hat den Ort im Bundesstaat Pennsylvania besucht - und das Elend dort dokumentiert. Die Armutsrate ist extrem hoch.

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Unmengen an Müll und aufgerissenen Nadelverpackungen liegen entlang der Schienen. "Leere Spritzenhüllen bedecken den Müll wie Gras, gebrauchte Nadeln ragen wie Disteln heraus", beschreibt Reuter die Szenerie.

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Steve, ein drogenabhängiger Mann, macht einen Moment Pause. Zuvor hat er sich am Heroinlager - von den Einheimischen "El Campamento" genannt - Drogen besorgt. Die Gegend gilt als "Ground Zero" von Philadelphias Opioid-Epidemie.

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Steve setzt seinen Weg fort, geht unter einer Brücke entlang. Alte Sofas, Fernseher, Autoreifen und Fast-Food-Abfälle würden fast täglich entlang der Trasse weggeworfen, erzählt Fotograf Reuter. Obdachlose und Drogensüchtige durchwühlten den Müll nach Wiederverwertbarem und suchten Schutz unter den Überführungen. Die Leute kämen aus der ganzen Stadt und einige sogar aus dem Mittleren Westen dorthin, weil das Heroin so billig sei.

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Ein Mann bereitet eine Heroin-Injektion vor. In der trostlosen Gegend beobachtete Reuter, wie sich Gruppen von Drogenabhängigen um improvisierte Tische und Stühle versammelten. Sie verabreichten sich - zum Teil gegenseitig - Drogenspritzen. Einigen, berichtet Reuter, habe man angesehen, dass sie schon viele Nächte auf der Straße verbracht hatten.

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Polizisten patrouillieren unter einer Brücke in Kensington. Fotograf Reuter hatte eigenen Angaben zufolge zunächst enorme Schwierigkeiten, mit den Leuten in Kensington in Kontakt zu kommen. Viele hielten ihn offenbar für einen Ermittler.

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Jessica, eine obdachlose Heroinsüchtige, läuft an den Schienen der Trasse entlang. Im Verlauf seiner Recherche fand Fotograf Reuter dann doch einige Menschen, die ihm ihre Geschichte erzählten: Wie sie Familie, Haus und Jahre ihres Lebens an das Heroin verloren - weil sie nur noch damit beschäftigt waren, die nächste Dosis aufzutreiben. "Sie erzählten mir von Situationen, als sie gewissenhaft die Spitze von einer gebrauchten Nadel abschnitten, um sie noch einmal zu verwenden, bevor sie sie auf den wachsenden Müllhaufen warfen", berichtet der Fotograf.

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"80 Prozent von uns wollen hier raus", sagt Jessica. Ihre Versuche, einen Therapieplatz zu bekommen, seien allesamt gescheitert. Sie verbringt ihre Nächte auf einem Matratzenlager unter einer Brücke in Kensington. Dort wurde sie vergewaltigt und mit HIV infiziert, wie sie Reuter erzählte.

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Weggeworfene Spritzen in Kensington: Es gibt in Philadelphia einen sogenannten Prevention Point. Dort können gebrauchte Nadeln gegen neue, sterile Spritzen eingetauscht werden.

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"Das Hospital": In dieser provisorischen Konstruktion bekommen Abhängige, deren Venen zu verhärtet sind, gegen Gebühr Injektionen - etwa in den Nacken. "Viele Leute hier wollen einfach eine gewisse Erleichterung von ihrem Opioid-Entzug", beschreibt Reuter seine Eindrücke.

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Das Opioid-Gegenmittel Naloxon wird im Fall einer Überdosis verabreicht. In den USA sterben täglich mehr als 90 Menschen an einer Opioid-Überdosis. 2016 stieg die Anzahl dieser Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent. Die Behörden in Philadelphia gehen für 2017 von einem weiteren Anstieg um gut 30 Prozent aus. Bei den Opioiden handelt es sich vorwiegend um verschreibungspflichtige Schmerzmittel, Heroin und synthetische Drogen wie Fentanyl, das 50- bis 100-mal stärker ist als Morphium.

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