Pinochet-Putsch 1973 "Nachts hörten wir die Schüsse der Exekutionen"

Dokumentar des Umsturzes: Als vor 40 Jahren Chiles Militär unter Führung General Pinochets gegen die sozialistische Regierung putschte, hielt Patricio Guzmán die Kamera darauf. Auf einestages berichtet er vom Terror der Militärjunta - und davon, wie er brisantes Filmmaterial außer Landes brachte.
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Präsidentenpalast unter Beschuss: Am 11. September 1973 putschte in Santiago de Chile das Militär unter der Führung von Augusto Pinochet und brachte die Regierung des Präsidenten Salvador Alllende zu Fall. Hier wird der Regierungssitz La Moneda von Soldaten beschossen und zudem aus der Luft angegriffen. Viele Jahre lang terrorisierte Pinochets Militärjunta das Land.

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Salvador Allende: Der chilenische Präsident, hier im Februar 1973, war am 24. Oktober 1970 demokratisch gewählt worden und überlebte kurz vor seiner Amtseinsetzung eine Mordanschlag. Auf seine sozialistischen Reformen reagierte die Opposition mit heftigen Streiks, die eine Wirtschaftskrise auslöste. Allendes Popularität sank dadurch. Dennoch kamen seine Gegner nicht auf einen ausreichenden Stimmanteil, um ihn abzusetzen - und beschlossen den Militärputsch.

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Massenveranstaltung: Salvador Allende winkt 1972 im Nationalstadion in Santiago de Chile den Bürgern zu. Das Estadio Nacional wurde nach dem Putsch zu einem berüchtigten Internierungslager der Militärjunta.

Foto: Sergio Marras/LAIKA-Verlag
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Attentat auf René Schneider: Experten der Polizei begutachten am 22. Oktober 1970 in Santiago de Chile das durchlöcherte Auto des chilenisches Generals und Oberbefehlshabers des Militärs René Schneider Chereau. Das Attentat war am selben Tag mit Unterstützung durch die CIA verübt worden. Schneider wurde schwer verletzt und starb am 25. Oktober 1970, einen Tag nach Allendes Wahl. Schneider hatte den Gegnern der neugewählten Regierung im Weg gestanden.

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Allende mit Getreuen: Das Bild zeigt rechts im Anzug Salvador Allende und links neben ihm José Tohá, im Kabinett Allende Minister des Innern und der Verteidigung, am 25. Oktober 1970 auf einer Gedenkfeier zu Ehren des ermordeten René Schneider. Als 1973 beim Militärputsch der Präsidentenpalast bombardiert wurde, begab sich Tohá in den Palast, um bei Allende zu sein. Tohá wurde verhaftet, schwer gefoltert und am 30. September 1974 durch Strangulation ermordet. Der 2. von links ist General Carlos Prats, der am 30. September 1974 durch die chilenische Geheimpolizei im argentinischen Exil in Buenos Aires ebenfalls ermordet wurde.

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Von Bomben getroffen: Die Aufnahme zeigt einen Screenshot aus der Dokumentation "Die Schlacht um Chile" von Patricio Guzmán mit der Bombardierung des Präsidentenpalastes La Moneda in Santiago de Chile am 11. September 1973. Kampfflugzeuge hatten einen Angriff auf das Gebäude geflogen, in dem sich Salvador Allende aufhielt.

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Schweres Gerät: Ein Panzer macht sich am 11. September 1973 in Santiago de Chile auf den Weg in Richtung des Präsidentenpalastes La Moneda. Auf der ansonsten verlassenen Straße bringt ein Junge sich und sein Fahrrad in Sicherheit.

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Kapitulation: Polizisten, die den Palast La Moneda bewacht hatten, ergeben sich und schwenken zum Zeichen ihres Aufgebens ein weißes Tuch und eine kleine Fahne.

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Mitarbeiter geben auf: Auch eine Gruppe von Angestellten verlässt mit erhobenen Händen den Präsidentenpalast, nachdem sie sich während des Militärputsches der Truppen Augusto Pinochets ergeben hatte.

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Verhaftung: Die Mitarbeiter werden nach ihrer Verhaftung von Soldaten gezwungen, sich auf dem Gehweg neben dem Gebäude niederzulegen.

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Toter Allende: Soldaten und Feuerwehrmänner tragen den mit einem Tuch bedeckten Leichnam Salvador Allendes aus dem zerstörten Präsidentenpalast. Um sich Pinochets Truppen nicht ergeben zu müssen, hatte sich Allende mit einem Sturmgewehr erschossen.

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Verwüstetes Präsidentenzimmer: Das Chaos im Büro Salvador Allendes im Präsidentenpalast, wo er während des Militärputsches am 11. September 1973 Suizid verübte, ist auch noch über zwei Wochen später am 29. September 1973 unberührt.

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Palast in Flammen: Rauch und Flammen steigen nach Raketentreffern aus dem brennenden Präsidentenpalast empor. Dokumentarfilmer Patricio Guzmán berichtet im Interview mit SPIEGEL ONLINE:

"Ich glaube nicht, dass die fehlende Bewaffnung der Allende-Anhänger den Erfolg der Putschisten vollständig erklärt. Ohne die Unterstützung der USA und der CIA wäre das nicht möglich gewesen."

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Bewachte Ruine: Zwei Soldaten bewachen am 11. September 1973 den Eingang des zerstörten und gestürmten Präsidentenpalastes La Moneda in Santiago de Chile. Das Gebäude wurde von Kampfflugzeugen aus der Luft bombardiert.

Foto: AP
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Trümmer: Am 29. September 1973 hält ein Polizist Wache in der Ruine des zerstörten Präsidentenpalastes. Einige Teile des Gebäudes wurden bei dem Luftangriff schwer beschädigt.

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Begutachtung: Zwei Tage nach dem Militärputsch betrachten einige Bürger die Schäden an dem zerstörten Palast. Das Gebäude wurde noch im gleichen Jahr äußerlich wieder instand gesetzt.

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Augusto Pinochet: Nur kurz nach dem Militärputsch fährt Pinochet noch am selben Tag winkend durch die Santiago de Chile. Der General hatte enge Verbindungen in die USA und war wenige Wochen vor dem Putsch von Allende zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt worden. Mit seiner Militärjunta verbreitete er staatlichen Terror mit Internierung, Folter und Mord politischer Gegner. 1990 konnte er abgesetzt werden.

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Verbrennungsaktion: Soldaten der Militärjunta verbrennen am 23. September 1973 in Santiago de Chile marxistische Bücher und Flugblätter sowie ein Poster mit dem Konterfei Che Guevaras.

Foto: AP
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Reinigung der Wände: Soldaten säubern am 28. September 1973 in Santiago de Chile eine Hauswand von Graffiti der politischen Gegner. Für das Land und die lateinamerikanische Linke war der Putsch ein schweres Trauma.

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Internierung: Am 22. September 1973 bewacht ein Soldat im Estadio Nacional in Santiago de Chile politische Gefangene. Insgesamt sollen in dem Stadion über 40.000 Personen inhaftiert worden sein. Unter ihnen war auch Patricio Guzmán und wurde "zweimal zum Schein vor ein Erschießungskommando gestellt", wie er sich erinnert.

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Terrorregime: Das Lager Puchuncaví bei Valparaiso, hier am 15. Oktober 1975, wurde nach dem Militärputsch von Augusto Pinochet bis 1975 von der Militärjunta für die Internierung politischer Häftlinge genutzt. Es ist nur eines von zahlreichen Konzentrationslagern, die die Junta errichten ließ. Die Regierung von Salvador Allende hatte die Melinka genannte Anlage ursprünglich als Ferienlager gebaut. Erst 1990 war das Pinochet-Regime beendet.

Foto: AFP/ADN
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