Tourentipps in Deutschland Die Lieblingsstrecken der Fahrradblogger

Ein Tour-Kleinod an der Ostsee, eine Strecke, die auch Kinder begeistert, ein Pedalabenteuer dort, wo man noch ziemlich allein mit sich ist. Vier Fahrradblogger verraten, wo sie in Deutschland am liebsten Fahrt aufnehmen.
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Geheimtipp an der Ostsee von Wolfgang Kromat (entdeckergen.de ):
Start und Ziel: das Dorf Lehbek in der Gemeinde Gelting
Länge: 49 Kilometer
Das macht die Tour besonders: Die Strecke führt im Norden von Schleswig-Holstein an einem Ostseeküstenabschnitt entlang, der im Sommer noch nicht überlaufen ist, und durch dessen Hinterland mit den typischen Knicks und kleinen und kleinsten Dörfern.

Foto: Wolfgang Kromat
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Die Rundtour besteht aus zwei ausgeschilderten Touren in der Region, dem Geltinger Birk Törn und dem Angeln Törn, die ich zu einer Acht verbunden habe. Wer den Rundkurs landeinwärts startet, kann hinter Niesgrau weit über die Ostsee blicken und am Ende der Tour noch baden gehen. Die Route führt häufig über asphaltierte Nebenstraßen. Durch das Naturschutzgebiet Geltinger Birk sind die Wege meist geschottert und gut fahrbar. Einige kurze Abschnitte sind allerdings etwas sandig.

Foto: Wolfgang Kromat
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Landschaftsliebe: Das Naturschutzgebiet Geltinger Birk ist ein Stück Küstenlandschaft mit verlandeten Schilfsümpfen, Salzwiesen, Dünen und naturnahen Stränden. Hochlandrinder und Wildpferde, sogenannte Koniks, halten die weite Landschaft offen.
Absteigen: An mehreren Wochentagen steht der Leuchtturm Falshöft Besuchern offen. Strände bei Wackerballig, Falshöft oder Gammeldamm eigenen sich gut zum Baden.
Einkehren: Das Bauernhofcafé Janbecks Fairhaus ist mein absoluter Favorit für eine ausgedehnte Pause. Unbedingt probieren: die selbstgemachte Trümmertorte. Wer möchte, kann hier auch übernachten.

Foto: Wolfgang Kromat
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Flussfahrt in Franken von Didi Hackl (radtourenchef.de ):
Start und Ziel: über die Talroute des Regnitz-Radwegs von Nürnberg nach Bamberg
Länge: 84 Kilometer
Das macht die Tour besonders: Sie verbindet sehenswerte Städte und führt durch Flusslandschaften, Auwälder. Sie ist eine ideale Mischung aus Kultur und Natur und bietet genügend Möglichkeiten, die fränkische Küche zu probieren.

Foto: Didi Hackl
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Von der Nürnberger Altstadt aus folgt der Radweg der Pegnitz nach Fürth, nördlich von Fürth dann der Regnitz, die durch den Zusammenfluss von Pegnitz und Rednitz entsteht. Der Weg führt Richtung Erlangen und begleitet dort ein Stück den Main-Donau-Kanal. Von Alterlangen aus geht es abwechselnd am Kanal und an der Regnitz entlang bis nach Forchheim. Über Buttenheim und Altendorf führt die Tour zurück zur Regnitz. Über Pettstadt radelt man den Flusslauf entlang in die Altstadt von Bamberg und zum berühmten Alten Rathaus.

Foto: Didi Hackl
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Anschauen: Nördlich von Beiersdorf empfiehlt sich der kurze Abstecher zum Wasserrad von Hausen. Schon im 15. Jahrhundert schaufelten dort Wasserräder das Flusswasser aus der Regnitz.
Durstlöschen: Franken ist berühmt für seine Biervielfalt. In Buttenheim passiert man mit dem St. Georgenbräu und dem Löwenbräu gleich zwei Brauereien mit eigenem Brauereigasthof.
Übersetzen: Östlich von Pettstadt endet der Radweg plötzlich an der Regnitz, und man wechselt das Ufer mithilfe einer kleinen, an einem Stahlseil hängenden und motorlosen Fähre. Betriebszeiten: März bis Oktober von 9 Uhr bis 19 Uhr, Fahrkarte: ein Euro.

Foto: Didi Hackl
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Die Eifel entdecken von Christoph Gocke (chris-on-the-bike.de ):
Start und Ziel: von Aachen bis ins luxemburgische Troisvièrges
Länge: 125 Kilometer
Das macht die Tour besonders: Wer die Einsamkeit sucht, findet sie in Deutschland auf Bahntrassen-Radwegen in Wald und Moor - besonders auf dem Vennbahn-Radweg. Mit minimaler Steigung führt er durch das waldreiche Mittelgebirgsduo Eifel-Ardennen.

Foto: Christoph Gocke
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Vom Aachener Bahnhof Rothe Erde windet sich der Vennbahn-Radweg in großen Bögen in die Höhe. Die Steigung beträgt, wenn überhaupt, ein Prozent. Bald führt er ins Grenzgebiet zu Belgien. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Bahnstrecke Belgien zugeschlagen, auch dort, wo sie wieder durch deutsches Gebiet führt. Streckenweise fährt man auf einem schmalen belgischen Pfad mitten durch Deutschland. Nach kaum spürbarem Auf und Ab führt der Weg durch die Hochmoorlandschaft des Hohen Venn. In Hemmeres kehrt man noch einmal nach Deutschland zurück. An der Grenze von Belgien nach Luxemburg das nächste Kuriosum: Der Bahntunnel verläuft unter der Grenze. Er darf wegen seltener Fledermausarten allerdings nicht beradelt werden. Auf der andern Bergseite rollt man hinunter zum Ziel: Troisvièrges

Foto: Christoph Gocke
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Einkehren: Im "Bistro Blaustein" in Walheim bei Aachen.
Runter vom Rad: Im Naturschutzgebiet Hohes Venn lässt sich die Radpause mit einer Moorwanderung verbinden. Die Prämonstratenserabtei Reichenstein ist eine schöne Klosteranlage aus dem 12. Jahrhundert. Am Erlebnispfad Fledermaus-Tunnel Huldange vermitteln interaktive Info-Stationen Eindrücke vom Leben der Fledermäuse.

Foto: Christoph Gocke
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Mit Kind an der Elbe von Martin Moschek (biketour-global.de ):
Start und Ziel: Halstenbek
Länge: 80 Kilometer
Das macht die Tour besonders: Schon lange hatten mein jüngster Sohn, 7, und ich uns vorgenommen, mit Zelt und Rad einfach das nahe Land zu erkunden. Mit viel Zeit zum Spielen, Entdecken, Erleben und Zusammensein. Für meinen Sohn war unsere dreitägige Tour ein Abenteuer in der "Wildnis" und für mich Entschleunigung auf zwei Rädern.

Foto: Martin Moschek
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Das Gute liegt oft nah: Von Halstenbek ging es über Tornesch nach Kollmar an die Elbe. Hier liegt ein kleiner, aber gemütlicher Campingplatz. Am nächsten Tag machten wir einen Tagesausflug nach Glückstadt und nach einer weiteren Nacht in Kollmar fuhren wir über Moorrege und Appen wieder zurück nach Hause.

Foto: Martin Moschek
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Absteigen: In Kollmar am kleinen Hafen gibt es einen schönen Sandstrand. Man kann den Schiffen auf der Elbe zuschauen, während das Kind am Wasser oder auf dem nahegelegenen Spielplatz spielt.
Anschauen: Den Hafen und die Altstadt von Glückstadt. Am Marktplatz gibt es neben der Stadtkirche einen guten Eisladen. Vom Krückau-Sperrwerk hat man einen schönen Ausblick in die Marsch und auf die Elbe. Wer mag, kann sich weiter nördlich mit der Fähre Kronsnest wie in alten Zeiten über den Fluss bringen lassen.
Übernachten: Auf dem Elbdeich Camping in Kollmar. Dort werden auch Mietwohnwagen angeboten.

Foto: Martin Moschek