Rechtsextreme Anschläge Das hässliche Deutschland

Der Fremdenhass loderte, die Flüchtlingsheime brannten: In den Neunzigerjahren prägte eine Reihe ausländerfeindlicher Anschläge das Bild Deutschlands in der Welt.
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Hass auf das Fremde: Eine Welle fremdenfeindlicher Gewalt erschütterte Anfang der Neunzigerjahre Deutschland. Im Mai 1993 starben fünf türkische Frauen und Mädchen beim Brandanschlag auf ein Wohnhaus in Solingen (Nordrhein-Westfalen). Zur Tatzeit hielten sich 19 Menschen im Haus auf. Schon kurz danach nahm die Polizei vier Männer aus Solingen fest. Nach einem langen Indizienprozess verurteilte das Landgericht Düsseldorf 1995 die vier Angeklagten wegen Mordes an fünf Menschen, versuchten Mordes an 14 Menschen und besonders schwerer Brandstiftung zu Haftstrafen von bis zu 15 Jahren. Tatmotiv: Hass auf Ausländer. 20 Jahre nach dem Anschlag rekonstruierte SPIEGEL ONLINE die Tat, sprach mit Tätern und Opfern.

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Die Gemeinde trauert: Mehrere türkische Organisationen gedenken am 27. November mit Trauerkränzen der Opfer des Brandanschlags von Mölln. In der Kleinstadt in Schleswig-Holstein hatten zwei Neonazis kurz zuvor ein von Türken bewohntes Haus in Flammen gesetzt und drei Menschen getötet.

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Familientragödie von Mölln: Zwei Mädchen und ihre Großmutter starben in den Flammen. Einer der beiden Brandstifter wurde wegen dreifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, sein jugendlicher Komplize musste für zehn Jahre ins Gefängnis.

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Bilder, die um die Welt gingen: Im August 1992 wurde das Sonnenblumenhaus im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen von einer Meute angegriffen. Fünf Tage herrschte Pogromstimmung im Viertel. Die Bilder von aufgehetzten Jugendlichen, von brennenden Gebäuden und flüchtenden Polizisten gingen um die Welt. Etwa 150 Menschen konnten aufs Dach fliehen.

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Der Mob und die Schaulust: Tausende Menschen attackierten das Haus mit Steinen und Molotow-Cocktails. Darunter waren jugendliche Randalierer, Neonazis sowie Schaulustige, die die Gewalttäter noch anfeuerten und bejubelten. Es waren die schwersten ausländerfeindlichen Krawalle in der Geschichte der Bundesrepublik. Mehrere Täter mussten in Haft, die meisten Ermittlungsverfahren verliefen jedoch im Sand.

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Das Opfer ist erst acht: In der Nacht zum 3. Oktober 1991 kam es zu einem Anschlag auf das Asylbewerberheim in Hünxe (Nordrhein-Westfalen). Drei Jugendliche warfen nach einer Party Brandsätze in die Wohnung einer libanesischen Familie. Besonders schwer verletzt wurde die achtjährige Seynab. Das Landgericht Duisburg verurteilte die Täter anschließend zu hohen Freiheitsstrafen. Einer der Verurteilten nahm sich nach der Tat das Leben.

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Warum hassen Sie uns? Asylbewerber können den Hass nicht verstehen, der ihnen vor allem in den neuen Bundesländern entgegenschlägt. Nach etlichen Überfällen und Anschlägen auf einzelne Flüchtlinge, auf Gruppen ujnd Wohnheime eskalierte die Gewalt in Hoyerswerda (Sachsen): Am 17. September 1991 attackierten Rechtsextreme eine Asylunterkunft mit Pflastersteinen und Molotow-Cocktails. 32 Menschen wurden verletzt.

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Sieben Tage Ausnahmezustand: Die Polizei blockierte Straßen in Hoyerswerda. Mehr als 80 Menschen wurden festgenommen. Mehrere Täter wurden wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Volksverhetzung verurteilt.

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