Reisefotos Die schönsten Instagram-Porträts

Drei Geschwister auf einer staubigen Straße in Iran, ein junges Mädchen zwischen Pferden auf Island, ein barfüßiger Scheich in Doha - Gesichter erzählen manchmal mehr über ein Land als jede Sehenswürdigkeit.
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In sich versunken mit geschlossenen Augen steht ein Mädchen auf Island zwischen zwei weißen Pferden. "Johanna ist 14 Jahre alt und das einzige Kind in Mjóifjörður, einem abgelegenem Fjord im Osten Islands", sagt Marzena Skubatz, Fotografin aus Berlin. "Als ich sie fragte, ob es ihr etwas ausmacht, wenn ich sie fotografiere, zuckte sie mit den Schultern, schüttelte den Kopf und sagte "Ich habe ja meine Pferde". Johanna reitet seit ihrem dritten Lebensjahr ohne Sattel. Und sie mag es gerne, wenn die Pferde schnell und wild sind.

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Diesen isländischen Jäger hielt Skubatz auf einer ihrer Reisen ebenfalls fest. "Er stand eines Tages vor unserer Haustür, um uns darüber zu informieren, dass er sich nun in die Berge begibt um dort nach Füchsen zu jagen", sagt die Fotografin aus Berlin, deren Schwerpunkt auf den nördlichen Teilen der Welt, insbesondere Island liegt. "Isländer jagen Rentiere und Füchse. Ich fragte ihn, ob ich ein Foto von ihm machen dürfte und er willigte ein. Stunden später kam er ohne Beute wieder herunter. Darüber war ich ziemlich erleichtert."

Account: marzenaskubatz 
Website: marzenaskubatz.com 

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Aus einem Coming-of-age Film könnte diese Aufnahme von Christoph Rothenberger aus Karlsruhe stammen, die einen Teenager aus Bagan beim Rauchen zeigt. "Er hielt neben mir auf dem Roller an und fragte mich, ob ich mich verlaufen hätte und er mir den Weg zeigen könnte", erzählt der Kita-Erzieher, der nebenberuflich als Fotograf arbeitet und Anfang des Jahres für einen Monat durch Myanmar reiste. "Zuerst dachte ich, dass er mir etwas verkaufen möchte. Umso überraschter war ich als ich merkte, dass er einfach nur hilfsbereit war. Mir fiel auf, dass er für den Roller und die Zigarette ziemlich jung wirkte. Deshalb habe ich ihn nach einem Foto gefragt. Er war sichtlich stolz, stellte sich gleich vor mich und nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarette."

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Im weißen Tempel von Mingun bei Mandalay fing Rothenberger dieses Mädchen fotografisch ein. "Sie ist in der Mittagshitze umhergelaufen, hat Blumen verkauft und kam direkt auf mich zu", sagt der Karlsruher Fotograf, der zweieinhalb Monate durch Asien gereist ist."Als sie gesehen hat, dass ich ein Foto machen möchte, hat sie in die Kamera gelächelt und ist langsam näher gekommen. Ich habe mich bei ihr bedankt und anschließend ein paar Blumen gekauft."

Account: biff_foto 
Website: biff-foto.com 

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Einen starken Moment an einer iranischen Tankstelle im Landesinneren hielt Luis Filippo Welz 2016 während einer Rundreise über Teheran, nach Kermnshah, Schiras, Yazd und Isfahan fest. "Vater und Mutter waren auf der Durchreise", sagt der 27-jährige Fotograf aus Berlin. Auf dem Rücksitz saßen diese drei Kinder, zwei Mädchen, Zwillinge, und wahrscheinlich ihr Bruder. Die Eltern wollten nicht aufs Bild, aber die Kinder posierten für mich wie Profis."

Account: luis.filippo 

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Inmitten der bunten Teppiche verschwindet diese mit bunten Mustern bekleidete Frau, die auf einem Markt in Doha ihre Ware anbietet. "Wir sind schon am ersten Tag ganz früh aufgestanden, um über den Souq Waqif, den berühmtesten Freiluftmarkt Dohas zu flanieren", sagt Alexandra Kryaneva, eine gebürtige Russin aus St. Petersburg, die seit über zehn Jahren in Dortmund lebt. "Auf dem Weg von Neuseeland zurück nach Hause letzten Dezember haben wir uns ein dreitägiges Stop-Over in Oman gegönnt."

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Ebenfalls auf dem Markt in Doha entstand diese Aufnahme von Kryaneva, die den Reiseblog Shurupchik.com betreibt. Ganz vertieft in sein Smartphone scheint dieser Scheich unter den Arkaden eines Hauses zu sitzen. Sein nackter Fuß baumelt von der hohen Holzbank. Früher tauschten hier die Beduinen Tiere und Wolle gegen Waren. Heute ist das ganze Marktgelände restauriert nach dem Vorbild eines typischen Souqs aus dem 19. Jahrhundert - und ein touristischer Anziehungspunkt.

Account: shurupchik 
Website: shurupchik.com 

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Sven Belz hält gerne Menschen auf seinen Reisen spontan fest, die ihn auf Anhieb faszinieren. Bei dem Foto dieses Spaziergängers an einem sonnigen Sonntag im Londoner Kensington Park fällt sofort ins Auge, was den Fotografen an diesem Moment reizte. "Der Mann, der mir entgegen kam, wirkte so unglaublich sorglos, zufrieden und glücklich, während er ganz allein am See entlang spazierte und seine Mitmenschen beobachtete"sagt der Hochzeitsfotograf aus Limburg. "Ich entschied mich diesen Moment festzuhalten."

Foto: Sven Belz
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"Menschen in New York", das war das Motto einer Fotoreise, die Sven Belz in die beliebte US-Metropole führte. "Schon bevor diese Frau am Museum of Natural History den Wagon betrat, war sie in ihr Smartphone vertieft und schien ihre Umgebung nicht wahrzunehmen", sagt der Fotograf aus Limburg. "Ich wartete, bis die U-Bahn abfuhr und sich das Licht veränderte. Die Dunkelheit passte zur ihrer Isolation."

Account: svenbelz 
Website: sven.belz.photos 

Foto: Sven Belz
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Michael Paulo ist oft auf Motivsuche in pakistanischen Großstädten unterwegs. Den 37-jährigen Entwicklungshelfer, der seit über sieben Jahren in Afghanistan und Pakistan für verschiedene Organisationen arbeitet, reizt es, darin die Symmetrie im Chaos zu finden, wie hier auf dem Empress Market in Karachi. "Der Markt bietet mit seiner kolonialen Architektur den perfekten Hintergrund für Portraits", sagt Paulo. "Besonders der Viehmarkt ist für Fotografen interessant. Hier werden auch Hühner für 4 Euro das Stück verkauft. Gerüchte besagen, dass auf dem Markt neben Katzen und Hunden auch von dem Aussterben bedrohte Tiere angeboten werden, wie Schlangen, Krokodile und Schildkröten."

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"Auf jedem pakistanischen Markt gibt es einen Barbier, der sowohl Haare als auch Bärte schneidet. Die Friseure werben mit Bildern von Lionel Messi, Christian Ronaldo und Justin Bieber um ihre Kundschaft", sagt Paulo. "Das Foto stammt von einem meiner Spaziergänge über den Bhabra Bazaar in Rawalpindi. Er ist einer der ältesten Märkte der Stadt und war ursprünglich von den Bhabras bevölkert, eine nicht-muslimische Gemeinschaft, die 1947 nach der Teilung nach Indien ausgewandert ist."

Account: paulomichael1980 

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"Als ich mit meinem Mann in Indien lebte, machte ich einen Solo-Trip nach Kerala", sagt die 37-jährige Victoria Wlaka, die in Hamburg als Gymnasiallehrerin arbeitet. "Nach der ersten Nacht in Munnar fand ich meinen 20-jährigen Fahrer früh am Morgen volltrunken und schlafend mit einer leeren Wodkaflasche auf dem Fahrersitz vor und konnte nicht weiterreisen. Doch ich hatte Glück: Beim Frühstück im Hostel adoptierte mich spontan ein kommunistisches Rentnerehepaar aus Dänemark und nahm mich mit auf einen Ausflug, der uns unter anderem auch in diesen schönen botanischen Garten führte. Sie machten wegen der kommunistischen Prägung des Bundesstaates Kerala dort Urlaub. Dort gelang mir diese Aufnahme eines freundlichen Gärtners, der gerade die Dahlien wässerte."

Account: victoriawlakaphotography 

Foto: Victoria Wlaka 
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Mit Händen und Füßen hat Sören Funk einer Feldarbeiterin in Katmandu erklärt, dass er sie gerne porträtieren möchte. "Auf einer Wanderung durch das Tal haben wir Bekanntschaft mit drei Feldarbeiterinnen gemacht, die Unkraut zupften", sagt der Reisefotograf aus Hessen, der heute in der Schweiz lebt und mit seiner Frau gerade sechs Monate durch Asien und Australien reist. "Dazu gehört auch "Weed", kleine Marihuana-Pflanzen, die hier tatsächlich an jeder Ecke wie Unkraut aus dem Boden sprießen und dem Gemüse die Nährstoffe rauben. "Sie lächelte und schien sich über unser Interesse zu freuen!"

Account: soerenfunk 
Website: soerenfunk.com 

Foto: Sören Funk
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Marcel Lorenz wanderte mit seiner Kamera durch die Gassen von Havanna und fing dabei dieses Motiv ein. "In den Gassen klingt die Musik von Buena Vista Social Club. In der Luft liegt der Geruch von frischer Minze und Rohrzucker",sagt der 34-Jährige aus Frankfurt am Main, der nebenberuflich als Fotograf arbeitet. "Die Dame mit der typischen kubanischen Zigarre lebt von der Aufmerksamkeit der Touristen. Daher ist es wichtig, eine Aufwandsentschädigung zu zahlen."

Account: foto_ml 
Website: foto-ml.de/blog/ 

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Elina Gathof fotografierte diesen 12-jährigen Jungen beim jährlichen Adler-Festival in Olgii, im Westen der Mongolei. "Die Teilnehmer fangen mit ihren eigens dafür trainierten Adlern kleine Tiere wie Füchse oder Hasen", sagt die Fotografin aus München. "Dafür müssen beide - die Vögel und ihre Besitzer - jahrelang üben." Der Junge sei der jüngste Teilnehmer des Festivals gewesen.

Foto: Elina Gathof
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Oft muss man die Menschen um Erlaubnis bitten, um ein Foto von ihnen machen zu dürfen. "In Bangladesch stehen die Menschen dafür Schlange", sagt Gathof. "Die meisten waren sehr neugierig." Das Foto entstand in der Stadt Dhaka. Die junge Fotografin reiste auf ihrem Weg von Bhutan nach Myanmar durch Bangladesch. "Es war eines der ursprünglichsten Länder in denen ich je war."

Account: elinagathof 
Website: elinagathof.com 

Foto: Elina Gathof