Rios Favelas Nirgendwo vor Kugeln sicher

In Rios Favelas herrschen kriegsähnliche Zustände - Polizei und Drogengangs liefern sich erbitterte Gefechte. Immer wieder treffen Kugeln Unbeteiligte. Ein Fotoprojekt zeigt das Leid der Opfer und Hinterbliebenen.
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Eine Straßenszene aus Rios Favelas: In den Armenvierteln bekämpfen sich Polizei und Drogengangs. Die Zivilbevölkerung leidet darunter - und immer wieder sterben Unbeteiligte bei den Feuergefechten.

Foto: MAURO PIMENTEL/ AFP
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Journalisten der Nachrichtenagentur AFP haben sich auf die Suche nach Opfern und Hinterbliebenen gemacht - und diese im Projekt "Stray Bullets" ("Irrläufer") präsentiert.

Foto: CARL DE SOUZA/ AFP
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Die Favela Rocinha im Hintergrund, vorne ein Gebäude im Viertel São Conrado, einer der reichsten Gegenden Rios: zwei Welten in einer Stadt.

Foto: MAURO PIMENTEL/ AFP
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Eine Familie, die einen Angehörigen im Krieg zwischen Polizei und Banden verloren hat, ist die von Bauarbeiter Leandro Monteiro de Matos, hier mit seiner Frau und Tochter: Vanessa, die ältere Tochter des Paares, wurde im Alter von zehn Jahren von einem Irrläufer am Kopf getroffen. Nach Angaben der Familie hatte die Polizei das Haus gestürmt - in der irrigen Annahme, es handle sich um ein Versteck von Drogenhändlern.

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Felipe Amaral, 34, arbeitet als Polizist, seine Frau Erica Braga, 34, für Rios Stadtverwaltung. In ihrem Haus hängt ein Foto von Tochter Sofia. Die Zweijährige starb, als die Familie in einem Restaurant aß. Draußen lieferte sich die Polizei mit einem Verdächtigen einen Schusswechsel.

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Kinder schauen zu, während Soldaten in der Favela Morro dos Macacos gegen Drogengangs vorgehen. Weil die Polizei der Lage nicht mehr allein Herr wurde, rief sie die Armee zur Unterstützung.

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Seit 2016 ist Luciana Novaes, 34, Mitglied in Rios Stadtrat. Hier bringt ihre Schwester Jorgiane Novaes sie zu einer Sitzung. Im Mai 2003 traf eine Kugel Luciana, als sie in der Kantine ihrer Universität saß. Seither ist sie vom Hals abwärts gelähmt. Der Schuss war bei einer Schießerei zwischen Polizisten und Drogenhändlern gefallen.

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Die Einsätze von Sicherheitskräften in den Favelas gleichen immer mehr militärischen Manövern. Und die Bewohner - wie dieser Junge - sind mittendrin.

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Rosilene Alves, 53, mit ihrem zwei Jahre alten Adoptivsohn: Alves' Tochter wurde im Alter von 13 Jahren durch einen Irrläufer getötet, als sie auf dem Schulhof Basketball spielte. Den tödlichen Schuss hatte ein Polizist abgegeben, der Verdächtigte jagte.

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Freunde und Verwandte trauern um Ana Cristina da Conceicao, 42, und ihre Mutter Marlene Maria da Conceicao, 76. Die Frauen wurden bei einer Schießerei zwischen der Polizei und Drogengangs in der Favela Mangueira getötet.

Foto: MAURO PIMENTEL/ AFP
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Als Telma Silva de Assis elf Jahre alt war, starb ihr Vater durch einen Irrläufer. Die heute 39-jährige Babysitterin musste dadurch als Kind die Schule verlassen und arbeiten gehen. 2011 verlor de Assis ein weiteres Familienmitglied durch einen Irrläufer: Ihre Schwester Nilma starb, als eine Kugel sie beim Verlassen der Kirche traf.

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Kelly Cristina Pereira da Silva, 40, steht vor ihrem Haus. In der Hand hält sie das Bild ihres Sohnes, der im Alter von 14 Jahren auf einem Fußballfeld starb, als ihn Kugeln aus einem Feuergefecht zwischen Polizei und Drogenbanden trafen.

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Teresinha Amaro arbeitet in einem Kindergarten. 2016 spielte sich dort eine Schießerei zwischen Polizei und Drogenhändlern ab. Amaro wurde von einer Kugel getroffen. Die 52-Jährige hat noch immer Schwierigkeiten beim Gehen und gerät in Panik, wenn sie einen Knall hört.

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Die Wand dieses Gebäudes ist mit Einschusslöchern übersät. Hier starb Henrique de Oliveira, 13, bei einer Drogenrazzia.

Foto: FABIO TEIXEIRA/ AFP
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Bauarbeiter José Luis Farias da Silva, 56, steht neben einer Statue seines Sohnes Maicon. Der Junge starb 1996 im Alter von zwei Jahren, als er vor dem Haus der Familie spielte. Ein Polizist hatte auf fliehende Tatverdächtige geschossen. Vater José versucht seit zwei Jahrzehnten, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Im offiziellen Polizeibericht heißt es, der Junge habe sich gewehrt - deshalb habe sich die Polizei verteidigen dürfen.

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Diese Schuhe gehörten Maicon - die Familie hat sie als Erinnerung aufbewahrt.

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Zeitungsausschnitte zeigen, wie über den Tod des Zweijährigen berichtet wurde.

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