Rollendes Revival Das total durchgedrehte Ding

Echte Kerle stürzten sich mit ihm früher kopfüber Hänge hinab, heute stehlen seine Pirouetten bei "Holiday on Ice" den Skatern die Show: Kein Sportgerät hat so eine turbulente Vergangenheit wie das Rhönrad. Gerlind Vollmer über die Historie des skurrilen Rollerreifens - und seine überraschende Renaissance.
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Jahre Roncalli": Längst ist das Rhönrad nicht mehr nur ein Sport- sondern auch ein beliebtes Showgerät, sei es bei "Holiday on Ice" (mit anmontierten Spikes) oder im Zirkus - wie hier bei der Premiere von "30 Jahre Roncalli" 2007 in München.

Foto: Ursula Düren/ dpa
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Rhönrad in New York: Weil Erfinder Otto Feick mit seinem patentierten "Turn- und Sportgerät in Reifenform" in Deutschland zunächst nicht ankam, ging er 1928/29 mit einer Showtruppe auf Weltournee mit Auftritten in Frankreich, Spanien, Italien, Skandinavien, England und den USA - hier in New York.

Foto: Dr. Jörg Winkler
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Deutsches Turnfest 2002: Rund 15.000 Bundesbürger turnen heute am Rhönrad - das einstige Stigma als deutschtümelndes Rumpelrad ist es inzwischen los. Hier übt eine Teilnehmerin des 31. Deutschen Turnfestes auf dem Messegelände in Leipzig , wo 2002 auch die Meisterschaftswettkämpfe im Rhönradturnen stattfanden.

Foto: dpa
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Mutfahrt bergab: Zwei Rhönrad-Begeisterte stürzen sich bei einer "Mutfahrt bergab" den Hang hinunter. Diese Übung wurde von Studenten der Preußischen Hochschule für Leibesübungen in Berlin-Spandau für das erste Rhönradbuch getestet - heute dreht man mit dem Doppelreifen eher Pirouetten zu Musik. Das Foto stammt aus dem Buch "Das Rhönrad - ein Leitfaden für seine Verwendung mit Übungsdarstellungen in Wort und Bild" von von Fritz Süss, Berlin 1927, S.17.

Foto: Dr. Jörg Winkler
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Feuerwerk der Turnkunst: Leistungssportler und Showteams wie "WheelMotions" stehen eher für den Rhönradsport von heute...

Foto: Getty Images
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Deutsches Turnfest 2002: Generalprobe für die Gala-Veranstaltung des Deutschen Turnfestes 2002 im neuen Leipziger Zentralstadion. Beim Eröffnungsprogramm für die dreitausend Teilnehmer stand auch das Rhönrad mit im Mittelpunkt.

Foto: AP
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Adalbert von Rekowski: Bis heute hält Rekowski den Rhönrad-Geschwindigkeitsrekord;1933 schaffte er die 100 Meter in unglaublichen 22,2 Sekunden. Rekowski war nicht ganz unbeteiligt daran, dass die Nazis das Rhönrad für sich entdeckten - ein Ruf, der dem Gerät lange anhing, obwohl sein Erfinder, der Eisenbahnschlosser Otto Feick, ein erklärter Gewerkschafter war. Hier demonstriert Rekowski den "Einreifen", eine Spezialform des Rhönrads, die er selbst entwickelt hatte.

Foto: Dr. Jörg Winkler
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Rhönrad-Turnen 2001: Rund 1000 Athleten turnen in Deutschland heute wettkampfmäßig am Rhönrad. Seit Mitte der Neunziger gibt es auch wieder Europa- und Weltmeisterschaften. Die Aufnahme stammt von der Deutschen Vereinsmeisterschaft in Lahnstein (Rheinland-Pfalz) 2001.

Foto: dpa
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Otto Feick und Rhönradstar Magda Sommer: Der Reichsbahnschlosser Otto Feick, hier etwa 1934 in Berlin im Gespräch mit Rhönrad-Meisterin Magda Sommer, hatte das Rhönrad 1925 zum Patent angemeldet.

Quelle: Lose Seite einer Illustrierten, deren Titel nicht bekannt ist.

Foto: Dr. Jörg Winkler
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Gruß von Max Schmeling: Wohl auf der Überfahrt nach New York zur zweiten US-Tournee seiner "Musterriege" 1937 begenete Otto Feick Boxweltmeister Max Schmeling, der ebenfalls auf dem Weg in die USA zu einem Kampf war. Schmeling schrieb Feick diesen kurzen Brief mit besten Wünschen für eine erfolgreiche Tour in den USA. Die letzten unteren Zeilen sind eine Notiz von Feick.

Foto: Dr. Jörg Winkler
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Neue Sportübungen: Studierende der Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin versuchen sich an schwierigen Figuren mit dem Rhönrad. Die Hochschule wurde am 15. Mai 1920 als erste Sporthochschule der Welt gegründet.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-10332

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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Gymnastische Übungen: Studentinnen und Studenten der Berliner Hochschule für Leibesübungen im Rhönrad.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-09429

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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Jörg Winkler bei der Rückenspirale: In der DDR wurden keine Rhönräder hergestellt, die Sportart stand daher dort Anfang der achtziger Jahre praktisch vor dem Aus. Der frühere DDR-Meister Jörg Winkler (hier bei einem Seniorenturnier 1993) entdeckte gemeinsam mit seinem Trainer Jürgen Lassig im Gestrüpp eines alten Reichsbahngeändes zehn Uralt-Rhönräder. Sandgestrahlt und gestrichen halfen sie, das Rhönradturnen in der DDR zu retten. Aus dem Verein in Strausberg, der die Räder erhielt, ist sogar ein mehrfacher Jugendweltmeister hervorgegangen.

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Jürgen Lassig bei der Kürspirale: Diese Aufnahme mit dem achtfachen DDR-Meister Jürgen Lassig wurde zur Vorlage für die spätere Meisterschaftmedaille der DDR. Lassig war es, der in den Achtzigern gemeinsam mit Jörg Winkler im Unterholz eines Bahngeländes zehn Uralt-Rhönräder aufspürte. Diese halfen, das Rhönradturnen in der DDR lebendig zu erhalten - im Arbieter- und Bauernstaat wurden die vom Gewerkschafter Otto Feick 1925 erfundenen Sportgeräte nicht produziert.

Foto: Dr. Jörg Winkler
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Es geht rund!: Beim Deutschen Turnfest 2005 in Berlin führt eine Sportlerin Übungen mit dem Rhönrad vor.

Foto: ddp
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Rhönradturnen synchron: Die fünf Rhönradsportler Brand, Schmitt, Düming, Steindle und Grassl turnen synchron auf einem Sportplatz. Dieses Foto wurde als Postkarten verkauft, um den Bau einer Übungshalle mit Sportanlage in Würzburg zu unterstützen. Titel der Postkarte: "Ein Weg zur Kraft, Geschicklichkeit und Schönheit".

Foto: Dr. Jörg Winkler
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Akrobatik am Rhönrad: Die Originalbeschriftung lautet: "Mitglieder der Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin führen vorbildliche turnerische Leistungen am Rhönrad aus."

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-11295

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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Betriebssport: Junge Frauen bei Übungen mit dem Rhönrad.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 146-1994-096-29A

Foto: Das Bundesarchiv/Kurt Friedrich
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Rhönradturnerin Rebecca Gantzer: Bundesweit nehmen rund 1000 Athleten regelmäßig an nationalen Wettkämpfen teil - die 18-jährige Rebecca Gantzer ist eine von ihnen.

Foto: Gerlind Vollmer
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Zu Dritt am Rhönrad: Auch wenn manche bei dem Wort Rhönrad noch immer an Rippstrickleibchen denken. Hier demonstrieren Studierende der Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin einen flotten Dreier.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-11881

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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