"Goldenes Brett" Preis für vermeintlichen Krebsheiler

Pseudowissenschaft ist mitunter lebensgefährlich. Der Scharlatan Ryke Geerd Hamer hat für seine "Neue Germanische Medizin" den Satirepreis "Das Goldene Brett" erhalten - zur Verleihung kam er nicht.
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Die Skeptikerbewegung verleiht seit 2011 den Satirepreis "Das Goldene Brett vorm Kopf".

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Berühmtester Preisträger ist der Musiker Xavier Naidoo. Er bekam den Preis 2014 für die Verbreitung seiner kruden Reichsbürger-Thesen.

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Dieses Jahr fand die Verleihung parallel in Wien und Hamburg statt. Die Trophäe ist eine etwa 30 Zentimeter große, goldene Marionette, die sich ein massives Brett vor den Kopf hält. Gewonnen hat sie...

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...der Alternativmediziner Ryke Geerd Hamer. Mit seiner "Neuen Germanischen Heilkunde" (NGH) überzeugte Hamer zahlreiche Krebspatienten, auf eine eventuell lebensrettende Chemotherapie zu verzichten. Bekannt wurde der ehemalige Arzt durch den "Fall Olivia", die gerade noch mittels einer Notoperation gerettet werden konnte. Schulmedizin ist für den 81-Jährigen dagegen ein Werk der jüdischen Weltverschwörung. Hamer lebt in Norwegen.

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Das "Goldene Brett" für das Lebenswerk erhielt die Website "Zentrum der Gesundheit". Hier wird pseudomedizinische Theorie unauffällig mit Binsenweisheiten und etabliertem medizinischen Wissen gemischt. Die Artikel auf der Seite werben für bestimmte Nahrungsergänzungsmittel. Diese Produkte können im Shop zu überteuerten Preisen bestellt werden. Die Betreiber der Seite machten "mit den Ängsten der Menschen Profit", urteilte die Jury.

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Das "Biologische Krebszentrum Bracht" ging bei der Verleihung leer aus. Hier starben drei Krebspatienten unter mysteriösen Umständen. Ein Heilpraktiker hatte ihnen offenbar 3-Bromopyruvat verabreicht. Die Substanz ist in Deutschland nicht als Krebsmedikament zugelassen und noch nicht hinreichend erforscht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, das Zentrum ist geschlossen.

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Der österreichische Kabarettist Roland Düringer stand ebenfalls auf der Nominiertenliste. Die Jury entschied sich aber gegen ihn. Düringer bietet in seiner Talkshow Verschwörungstheoretikern eine Plattform und lässt deren gefährliche Aussagen ungeprüft und im Plauderton stehen. Weil er in Österreich so beliebt ist, gilt er als Multiplikator.

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