Schiffswracks am Kap Hoorn Stahlmonster im Schlick

Rund um das legendäre Kap Hoorn schlummert einer der größten Schiffsfriedhöfe der Welt. Kapitän Ulf Wolter hat die rostigen Wracks am südlichsten Zipfel Amerikas aufgespürt. Bei einestages erzählt er die Geschichten hinter den verrottenden Ozeanriesen - und zeigt die faszinierendsten Bilder.
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Rostiges Gerippe: Einst transportierte die 1869 in Dienst gestellte britische Dreimastbark "Ambassador" Tee von China nach England - nun rosten deren traurige Überreste am Ufer der Magellanstraße nordöstlich vom Cap Gregorio (Patagonien) vor sich hin. Zwar...

Foto: © Jürgen Hohmuth/Koehler & Amelang
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...erklärte die chilenische Regierung das Wrack der "Ambassador" zum historischen Kulturgut - Rettungsversuche unterblieben indes. Am Seetang lässt sich heute der wechselnde Wasserstand ablesen.

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Vereint im Unglück: Nur 0,7 Seemeilen voneinander entfernt liegen die beiden Wracks der Hochseefischer "Lyn" und "No 1 Moresco" in der Cumberland East Bay vor Südgeorgien. Obwohl beide Schiffe über modernstes Navigationsgerät verfügten, liefen sie am Abend des 29. April 2003 auf derselben Untiefe auf Grund und gerieten in Seenot. Während die britische "Lyn" zwar starke Schlagseite hat, aber noch als Schiff erkennbar ist,...

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...ist die koreanische "No 1 Moresco" inzwischen zerbrochen und bietet einen eher kläglichen Anblick.

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Morsche "Lady": Ein Blick auf das Deck der "Lady Elisabeth", die auf der Whalebone Cove im Hafen von Stanley, der Hauptstadt der Falklandinseln, vor sich hinmodert. Ende 1912 geriet die britische Dreimastbark von 1879 kurz vor den Falklandinseln in Seenot, schaffte es aber noch bis zum Hafen von Stanley, wo das Schiffswrack seither zusehends verfällt.

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Bibelschiff am Ende: Die "Logos", ein 1949 in Dänemark in Dienst gestelltes Schiff, havarierte am 6. Januar 1988 - seither liegt es am Ostausgang des Beagle-Kanals vor Feuerland auf Grund. Seit 1970 als Missionsschiff für die Organisation "Operation Mobilisation" (OM) unterwegs, lief die "Logos" rund 250 Häfen an und verteilte dabei mehr als 50 Millionen Bibeln und andere christliche Bekehrungsschriften. Heute...

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...tummeln sich südamerikanische Seeschwalben und Felsenkormorane an Bord des rostigen Schiffswracks.

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Gescheiterter Retter: Die "Saint Christopher" liegt vor den Toren Ushuaias im Beagle-Kanal vor Feuerland (Argentinien) auf Grund. Der Rettungsschlepper, 1943 ursprünglich für die US-Marine gebaut, fuhr seit 1944 für die British Royal Navy - unter anderem bei der Invasion der Alliierten in der Normandie. 1954 sollte die "Saint Christopher" bei der Bergung der 1930 gesunkenen "Monte Cervantes" helfen, doch scheiterte die Rettungsaktion. Beim Rückweg Richtung Buenos Aires lief der Schlepper auf Grund und wurde aufgegeben.

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"Altes Boot": Das Gerippe der "Lord Lonsdale", von den Einheimischen nur "Barco Viejo" (altes Boot) genannt, ragt am Strand von Punta Arenas (Chile) in den Himmel. 1889 in Irland gebaut, geriet das Schiff 1909 in Port Stanley auf den Falklandinseln in Brand - und wurde versenkt.

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Ausgebrannt und aufgegeben: Die Überreste der "Louise" verrotten am Strand der King Edward Bucht in Grytviken, Südgeorgien. 1869 unter dem Namen "Jennie S. Barker" in Maine, USA, fertig gestellt, umsegelte die Dreimastbark mehrere Jahre die Handelsrouten um Kap Hoorn, 1880 wurde das Schiff in "Louise" umbenannt. Statt sie zu reparieren, setzte man die Bark im 20. Jahrhundert auf Grund. Bei einer Übung der britischen Marine in den 1980er Jahren ging die "Louise" in Flammen auf und brannte aus.

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Kapitän und Wrack-Liebhaber: Ulf Wolter auf Tjuleniy, einer Insel im Ochotkischen Meer, einem Randmeer des Pazifiks in Ostasien. Wolter, 1966 auf der Elbinsel Krautsand nahe Hamburg geboren, ist Kapitän in vierter Generation.

Mit den Expeditionskreuzfahrtschiffen "MS Hanseatic" und "Bremen" fährt er seit vielen Jahren über die Weltmeere. Den Berliner Fotografen Jürgen Hohmuth lernte er 2008 kennen, gemeinsam enterten die beiden die Wracks im Südpazifik.

Foto: Sergey Frolov