Schlacht von Schloss Itter Showdown in den Alpen

Verkehrte Welt: Anfang Mai 1945 kämpften GIs und Wehrmachtssoldaten Seite an Seite. Ihr Gegner: die Waffen-SS. Auf einer mittelalterlichen Burg kam es zum Showdown - in bester Westernmanier.
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Stählerner Koloss: Mit Sherman-Panzern wie diesem rückten die Amerikaner 1945 nach Tirol vor. Als Captain Jack Lee von den französischen Gefangenen auf Schloss Itter erfuhr, eilte er mit seinem deutschen Verbündeten, Major Josef Gangl, zu ihrer Rettung.

Foto: U.S. Army/ Steven Zaloga
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Bergfestung: Die Alliierten marschierten mit größter Vorsicht auf den Alpenraum vor. Es kursierte das Gerücht, dass die Deutschen die Landschaft mit Festungen gespickt hätten, um den Kampf noch lange fortsetzen zu können. Die sogenannte Alpenfestung stellt sich jedoch als Legende heraus. Auf dem Foto zu sehen: britische Offiziere der sechsten Panzerdivision bei einer Lagebesprechung in Österreich.

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Einschlag: Mit einem Flak-Geschütz nahm die Waffen-SS Schloss Itter am 5. Mai 1945 unter Beschuss. Hier lassen sich der französische Ex-Premier Paul Reynaud und General Maurice Gamelin in einem Raum fotografieren, der einen schweren Treffer erhalten hatte.

Foto: ERIC SCHWAB/ AFP
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Siegerpose: Vor ihrer Abreise ließen sich die Franzosen zur Erinnerung mit einem GI vor der stark beschossenen Burg Itter fotografieren. Auf dem Foto zu sehen (v.l.): der französische General Maurice Gamelin, der Politiker Michel Clemenceau, ein amerikanischer Soldat und der ehemalige Premierminister Paul Reynaud.

Foto: ERIC SCHWAB/ AFP
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Letztes Aufgebot: Im Gegensatz zu den fanatischen Männern der Waffen-SS freuten sich diese Jungen in Uniform über ihre Gefangennahme: Der Krieg war für sie beendet. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs scheute sich die NS-Führung nicht, Jugendliche und alte Männer in einen aussichtlosen Kampf zu schicken.

Foto: imago
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Trutzburg: Die Ursprünge von Schloss Itter liegen im frühen Mittelalter. Die heutigen Gebäude stammen dagegen größtenteils aus dem 19. Jahrhundert. Fünf Jahre nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich enteignete die Regierung den Besitzer.

Foto: Corbis
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Tag der Befreiung: Am 29. April 1945 erreichten amerikanische Truppen das Konzentrationslager Dachau bei München. Das weit entfernt gelegene Schloss Itter fungierte als Außenlager des bayerischen KZs, wo französische "Ehrenhäftlinge" interniert wurden. Aus Dachau nach Itter überführte KZ-Häftlinge wurden dort zur Arbeit gezwungen.

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Freitod auf Schloss Itter: Der letzte Kommandant des Konzentrationslagers Dachau, Eduard Weiter, flüchtete Ende April 1945 nach Schloss Itter, wo er sich am 2. Mai das Leben nahm. Sein Selbstmord führte dazu, dass auch der dortige Befehlshaber Sebastian Wimmer mit seinen Männern die Flucht ergriff - und die gefangenen Franzosen schutzlos zurückließ.

Foto: National Archives
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Sunnyboy: Jack Lee (r.) war wegen seiner Unerschütterlichkeit bei seinen Männern beliebt, fast immer hatte er ein Grinsen auf den Lippen. Mit auf dem Foto (v.l.): Leutnant John Powell sowie Schlachtteilnehmer Harry Basse.

Foto: Robert D. Lee
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Opfer der letzten Schlacht: Josef Gangl hatte 1945 genug vom Krieg. Der Berufssoldat hatte in der Sowjetunion und in der Normandie gegen die Alliierten gekämpft. Als er mit den letzten Überlebenden seiner Einheit nach Österreich gelangte, unterstützte er die österreichische Widerstandsbewegung. Er fiel bei der Verteidigung von Schloss Itter.

Foto: National Archives
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Einmarsch: Im März 1938 marschierten deutsche Truppen in Österreich ein. Während viele Bewohner der Alpenrepublik den "Führer" Adolf Hitler und den "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich feierten, begann für Juden und Oppositionelle die Verfolgung durch die Gestapo. Hier nimmt der deutsche Diktator Mitte März 1938 in Wien die Huldigung seiner Anhänger entgegen.

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Liebe in Gefangenschaft: Leon Jouhaux (l.) war vor dem Krieg einer der einflussreichsten Gewerkschaftsführer Frankreichs und aktiv im Widerstand gegen die deutschen Besatzer engagiert. Aus Liebe zu dem schwer erkrankten Jouhaux ließ sich seine Lebensgefährtin Augusta Bruchlen ebenfalls auf Schloss Itter einsperren. Das Foto zeigt Jouhaux und den US-Journalisten Meyer Levin Anfang Mai 1945.

Foto: ERIC SCHWAB/ AFP
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Zwei Flaschen Wein die Woche: Noch am Abend des 5. Mai 1945 verließen die ehemaligen französischen "Ehrenhäftlinge" ihr Gefängnis. Trotz der Freiheitsberaubung war ihr Leben im Gegensatz zu "normalen" KZ-Insassen relativ luxuriös. Jeder erhielt zwei Liter Wein die Woche sowie eine Art Taschengeld für persönliche Einkäufe.

Foto: ERIC SCHWAB/ AFP
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Streit und Gezänk: Ihre Gefangenschaft vertrieben sich einige "Ehrenhäftlinge" damit, ihre Animositäten zu pflegen. Vor allem Ex-Premier Paul Reynaud und seinen Amtsvorgänger Édouard Daladier (l.) verband eine Intimfeindschaft, die sich in zahlreichen Sticheleien niederschlug. Auf dem Foto zu sehen: Daladier und der französische General Maurice Gamelin.

Foto: ERIC SCHWAB/ AFP
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Große Schwester: Marie-Agnès Cailliau wurde aus einem einzigen Grund mit ihrem Mann auf Schloss Itter gefangen gehalten. Ihr Geburtsname lautete: de Gaulle. Ihr jüngerer Bruder Charles war Befehlshaber der "Freien Französischen Streitkräfte", die nach der französischen Kapitulation 1940 den Kampf gegen Deutschland fortsetzten. Links befindet sich ihr Ehemann, rechts ein amerikanischer Soldat.

Foto: ERIC SCHWAB/ AFP
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Kapitulation: Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht bedingungslos. Damit gingen auch diese Soldaten der Waffen-SS in Kärnten in die Gefangenschaft. Zuvor hatten ihre Kameraden versucht, Schloss Itter zu stürmen.

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Ausbrecherkönig: Auch Jean Borotra, Politiker und Tennisstar (Spitzname: "der springende Baske"), war auf Schloss Itter interniert. Dort bereitete der Franzose seinen Bewachern Sorgen: Wiederholt versuchte Borotra zu flüchten. Als die Schlacht um Itter tobte, verkleidete er sich als österreichischer Bauer, entging seinen Verfolgern - und verriet den zu Hilfe eilenden Amerikanern die feindlichen Stellungen.

Foto: National Archives
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Ein guter Nazi? Auch ein Offizier der Waffen-SS kämpfte während der Belagerung von Schloss Itter gegen seine eigenen Kameraden: Hauptsturmführer Kurt-Siegfried Schrader hatte erkannt, dass der Krieg für Deutschland verloren war und wollte weitere Tote vermeiden.

Foto: National Archives/ John Moore
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Tragischer Held: Als Verteidiger von Schloss Itter erlangte Captain Jack Lee einige Berühmtheit. Im Zivilleben kämpfte der Amerikaner mit Alkoholproblemen und wurde mehrmals geschieden.

Foto: Robert D. Lee
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