Afrikanischer Schmuck Kronkorkenprinzessinnen

Sie machen aus alten Telefonkarten Ohrringe und tragen kaputte Uhren als Halskette: Stammesmitglieder aus dem Südwesten Äthiopiens verwandeln Müll in Schmuck. Der Franzose Eric Lafforgue hat sie fotografiert.
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Mit Kette, Uhr und Feder: Der französische Fotograf Eric Lafforgue hat das Hirtenvolk Dassanech im Südwesten Äthiopiens fotografiert. Diese ältere Frau trägt eine Feder am Kinn und hat Uhren auf dem Kopf. Ein metallenes Modell hängt die Stirn runter. "Die Dassanech sammeln alles, wirklich alles", sagt der Fotograf.

Foto: Eric Lafforgue
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"Der Schmuck gibt den Menschen Selbstvertrauen", sagt Lafforgue: Im Omo-Tal, im Südwesten Äthiopiens, leben Stammesangehörige nach uralten Riten. Doch durch neue Bauprojekte kommen mehr und mehr Menschen in die Region - und diese sorgen auch für mehr Müll.

Foto: Eric Lafforgue
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Junge Frauen des Dassanech-Stammes werden früh verheiratet. Dennoch leben viele ihre Sexualität untereinander frei aus. Lafforgue sagt, dass es auch zunehmend Sextourismus in den Regionen gebe.

Foto: Eric Lafforgue
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En vogue: Ein Junge aus dem Banna-Stamm liest das französische Modemagazin "Vogue".

Foto: Eric Lafforgue
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Auffallen, um jeden Preis: Über 700 Kilometer südwestlich von Addis Abeba treffen verschiedene Völker aufeinander. Ärzte, Krankenhäuser und Schulen gibt es kaum.

Foto: Eric Lafforgue
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Zwei junge Dassanech-Mädchen mit ihrem Schmuck. "Sie haben keinen Fernseher, kein iPad, keinen echten Schmuck. Sie sind, was sie tragen", sagt Lafforgue.

Foto: Eric Lafforgue
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Neben der breiten Halskette aus kleinen Muscheln und der Telefonkarte, die diese Frau am Ohr trägt...

Foto: Eric Lafforgue
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...fällt die Haarpracht der Banna-Stammesdamen auf. Sie bringen ihre Frisur mit ockerrotem Lehm kunstvoll in Form.

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Auch Kinder sind von der Zierde nicht ausgeschlossen: Ein kleiner Dassanech mit einer Kronkorken-Kopfbedeckung.

Foto: Eric Lafforgue
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Alles, was modern wirkt, ist hier ein potenzielles Accessoire.

Foto: Eric Lafforgue
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Bunte Mode: In Key Afer, einem kleinen Ort im Südwesten Äthiopiens, gehören viele Einwohner dem Banna-Stamm an, so wie diese Frau.

Foto: Eric Lafforgue
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Diese junge Frau trägt bunte Haarspangen, ein buntes Band um den Kopf und am Hals zwei Ketten.

Foto: Eric Lafforgue
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Hier trifft Tradition auf Moderne: Das Volk der Suri, auch Surma genannt, ist ebenfalls in Äthiopien ansässig. Ein Smartphone haben viele schon in der Hand gehalten. In der Un­ter­lippe tragen viele Suri kleine Tonscheiben. Über die Jahre dehnt und tauschen sie die selbstgemachten Scheiben durch jeweils größere aus. Je größer der Teller, desto schöner die Frau. Die Surma sind eng verwandt mit...

Foto: Eric Lafforgue
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...den Mursi. Ihr Stammesgebiet erstreckt sich bis zur der Grenze nach Kenia. Reich und mächtig ist, wer Rinder, Ziegen - oder eine Waffe besitzt. Etwa 10.000 Mursi gibt es noch auf der Welt. Dieser Mann hat eine Spritze in ein weißes Armband gesteckt, vermutlich hat er sie irgendwo gefunden.

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"Es ist beeindruckend, wie stark die Frauen sind", sagt Fotograf Lafforgue: Viele müssen weit gehen, um Holz oder Wasser zu beschaffen.

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"Traditionen werden aussterben": Die Wirtschaft in Äthiopien wächst, Industrien entstehen. Das Leben der Stämme wird sich verändern.

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Federpiercing: Eine junge Frau mit einer Kalebasse auf dem Kopf. Das Trinkwasser der Dassanech stammt aus dem Fluss Omo.

Foto: Eric Lafforgue
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Stolze Frauen mit ihrem Schmuck: "Je mehr sie haben, umso mehr können sie zeigen und umso schöner fühlen sie sich", sagt Eric Lafforgue. "Die Kopfbedeckung verkaufen sie nicht. Sie ist Teil ihrer Identität."

Foto: Eric Lafforgue
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Tradition für Touristen? Oft zahlen Reisende Geld für ihre Aufnahmen. Für die Stammesangehörigen ist es eine gute Möglichkeit, leichtes Geld zu verdienen. Lafforgue sagt allerdings auch, dass "Touristen sich oft wie im Zoo verhalten".

Foto: Eric Lafforgue