Harlem Hellfighters "Sie lächeln, während sie töten"

Die schwarzen Infanteristen verloren keine einzige Schlacht - hinter der Front sorgte ihre Divisionskapelle für Furore: Mit der Harlem Hellfighters Band kamen vor hundert Jahren Vorboten des Jazz nach Europa.
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Neue Töne: Leutnant James Reese Europe (links) und seine Harlem Hellfighters Band. Die Divisionskapelle gehörte zum 15. Regiment der New Yorker Nationalgarde, die im Ersten Weltkrieg als 369. Infanterieregiment in Frankreich kämpfte. Während sich die schwarzen Infanteristen an der Front bewährten, begeisterte ihre Band die Menschen in Europa mit einer bis dahin ungehörten Musik.

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Gastspiel in Großbritannien: Nach dem Einsatz in Frankreich spielte die Harlem Hellfighters Band vor dem Hauptquartier des Roten Kreuzes in London. Die afroamerikanischen Musiker galten als Vorboten des Jazz in Europa.

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So klingt der Krieg: Bandleader James Reese Europe geriet 1918 mit einer französischen Nachtpatrouille in feindliches Feuer und komponierte darüber einen Song. Für seine Hellfighters Band arrangierte er das Stück mit Spezialeffekten - seine Schlagzeuger imitierten Alarmglocken und Artillerieeinschläge.

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Musik für die Moral: Mit der Hellfighters Band trat James Reese Europe in Kasernen und Krankenhäusern auf. Auf dem Foto spielt die Kapelle im Hof eines Pariser Hospitals, in dem verwundete US-Soldaten behandelt wurden.

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Aufmunternde Klänge: Wie im Militärhospital von Auteuil in Paris (Foto vom 12. Oktober 1918) lauschten verwundete Soldaten an vielen Orten in Frankreich der Musik der Harlem Hellfighters Band. Die Divisionskapelle reiste per Bahn über 3000 Kilometer durch Frankreich.

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Afroamerikaner im Ersten Weltkrieg: Eine Militärkapelle hatte auch die 1st. Army Post Band der US-Armee, die nach Frankreich geschickt wurde. Doch anders als die Hellfighters wurden diese Soldaten nicht an die Front geschickt.

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Appell vor dem Einsatz: Die Soldaten des 369. Infantrieregiments der US-Armee bewährten sich an der Front. Sie waren 191 Tage hintereinander im Kampfeinsatz. Den Namen "Hellfighters" gaben ihnen die Franzosen. "Wir können diese Männer nicht aufhalten", soll ein deutscher Offizier gesagt haben, als die Höllenkämpfer im November 1918 den Rhein erreicht hatten, "das sind Teufel. Sie lächeln, während sie töten, und sind lebend nicht zu fassen."

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Weißer Boss für schwarze Einheit: Afroamerikanische Einheiten wurden im Ersten Weltkrieg ausschließlich von weißen Offizieren kommandiert. Colonel William Hayward, war für das 15. Infanterieregiment aus New York zuständig. Er wollte, dass seine Einheit mit der "besten Brass Band in der gesamten US-Armee" nach Europa reist. Deshalb engagierte er James Reese Europe und ermächtigte den Bandleader, die besten Instrumentalisten anzuheuern.

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Vom Tänzer zum Tambourmajor: Bill "Bojangles" Robinson war ein gefeierter Stepptänzer, bevor ihn James Reese Europe in seine Militärkapelle holte. Dort gab Robinson bei Marsch-Autritten als Tambourmajor den Takt an. Auf dem Foto posiert Robinson in Uniform.

Foto: Bettmann Archive
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Leadsänger der "Höllenkämpfer"-Band wurde der Entertainer Noble Sissle (l.). Das Foto zeigt ihn mit seinem Kollegen Eubie Blake.

Foto: imago/ZUMA Press
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Broadwaystars Vernon und Irene Castle: Nach der Musik von James Reese Europe hatte das berühmte Tanzpaar vor dem Ersten Weltkrieg Modetänze wie den Foxtrott in ganz Amerika bekannt gemacht. Denn vor seiner Karriere als Militärmusiker...

Foto: Bettmann Archive
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...hatte James Reese Europe (Foto) Showbands und klassische Orchester geleitet. Berühmtheit erlangte vor allem das mit 125 Musikern besetzte klassische Clef Orchestra, das zwischen 1912 und 1915 mehrmals in der New Yorker Carnegie Hall aufspielen durfte.

Foto: Bettmann Archive
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Vor dem Krieg Gesellschaftstänze: Der Umschlag eines Notenhefts von 1913 zeigt Paare, die zu Kompositionen von James Reese Europe tanzen. Der Musiker war eine Society-Berühmtheit, bevor er zum Kriegshelden wurde.

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Rekrutierung für den Krieg: Nach Amerikas Eintritt in den Ersten Weltkrieg 1917 meldeten sich Schwarze zu Zehntausenden zur Armee. Das Foto vom Oktober 1918 zeigt eine Musterung in Middletown (Pennsylvania).

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Drill vor dem Einsatz: Eine Einheit US-Freiwilliger bereitet sich in der Etappe hinter der Marne-Front für den Kampf vor.

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Vorboten des Jazz: Die Hellfighters Band bot weit mehr als Militärmärsche. Sie spielte Gospel-Hymnen, Blues und klassische Melodien. Ihre Spielweise mit Breaks, Riffs und gestopften Trompeten entnahmen sie dem aufkommenden Jazz.

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James Reese Europe im Kino: Im Musicalfilm "Stormy Weather" von 1943 spielte der Schauspieler Ernest Whitman den Society-Musikanten.

Foto: John D. Kisch/Separate Cinema Archive/ Getty Images
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Benefizkonzerte: Wie vor dem American Red Cross Hospital Number 5 in Paris (Foto) gastierte die Hellfighters Band an vielen Orten. Über Provinzauftritte vor der kriegsgeplagten Bevölkerung schrieb Bandmanager Arthur Little: "Wann immer wir an einem Bahnhof ankamen, mussten Polizisten dafür sorgen, dass die Schienen geräumt wurden. Wenn die Band abfuhr, jubelte die Menge endlos weiter; Frauen und Kinder weinten."

Foto: Donaldson Collection/ Getty Images
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Helden des Harlem-Regiments: Das Foto zeigt Hellfighter-Infanteristen, die für außergewöhnliche Tapferkeit ausgezeichnet wurden. Insgesamt erhielten 171 Angehörige der 2000-Mann-Truppe das "Croix de Guerre".

Foto: UIG/Getty Images
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General John J. Pershing war Oberkommandierender des amerikanischen Expeditionskorps, er leitete die US-Truppen in Frankreich (auf dem Foto mit dem schnurbärtigen französischen General Pelletier). Zur Enttäuschung der Musiker betrachtete er die Hellfighters Band zunächst als eine Art Privatkapelle zur Unterhaltung seiner illustren Gäste. Allerdings änderte sich das bald - fortan tourte die Band pausenlos durch Frankreich.

Foto: AP
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Sprachkurs für die Amis: Die in Frankreich eingesetzten US-Soldaten sollten die Sprache des Gastlandes lernen. Das Foto zeigt eine Klasse mit Soldaten bei einer Lektion in der Ortschaft Commercy (Meuse).

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Ehrung für die Soldaten: Der amerikanische Generalmajor Eli Alva Helmick zeichnet US-Soldaten in Frankreich aus.

Foto: Getty Images
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Rückfahrt per Schiff: Das Foto zeigt Soldaten und Militärmusiker, die im französischen Brest den Transporter "Phillippine" bestiegen haben.

Foto: UIG/Getty Images
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Triumphale Heimkehr: Nach ihrem Einsatz an der Front in Frankreich kehren die Soldaten des 369. Infanterieregiments zurück in die USA. Die Einheit erhielt mehr Tapferkeitsauszeichnungen als die anderen US-Regimenter.

Foto: Paul Thompson/The LIFE Picture Collection/Getty Images
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Mission erfüllt: Am 17. Februar 1919 traten die afroamerikanischen Soldaten des 369. Infanterieregiments mit ihrer Hellfighters Band zur Siegesparade an. Vorn in der Mitte: Bandleader Leutnant James Reese Europe (mit Taktstock).

Foto: Underwood Archives/ Getty Images
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Siegesparade eint Schwarze und Weiße: Zum Marsch der Harlem Hellfighters durch New York am 17. Februar 1919 kamen Zehntausende. "Niemals in der Geschichte New Yorks", schrieb eine Zeitung, "hat man heimkehrenden Helden einen solch stürmischen Empfang bereitet. Weiße und Schwarze werden wohl lange Zeit nicht mehr gemeinsam an einer solchen überschwänglichen Demonstration teihnehmen."

Foto: Buyenlarge/ Getty Images
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Autos für die Invaliden: Soldaten, die aufgrund ihrer Kriegsverletzung nicht mitmarschieren konnten, wurden bei der Parade in New York in offenen Wagen zur Fifth Avenue gefahren.

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Erinnerung an James Reese Europe: Der kürzlich verstorbene Jazzpianist Randy Weston leitete eine Band, die 2014 in New York die Musik von Europe und seinen Harlem Hellfighters interpretierte. Beim Jazzfest Berlin (1. bis 4. November) wird der in der Hip-Hop-Szene populäre Pianist Jason Moran in einer Multi-Media-Performance an Europe und die Harlem Hellfighters erinnern.

Foto: Jack Vartoogian/Getty Images/ Getty Images
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