Der Mitbewohner des Monsters Erst im Gefängnis fühlte er sich sicher

Sie nannten ihn das Monster von Milwaukee: 1992 wurde der Kannibale Jeffrey Dahmer für seine grausamen Morde zu 957 Jahren Gefängnis verurteilt. Auch Billy Capshaw bekam lebenslänglich. Bei der Armee war er Zimmergenosse des Psychopathen - und erholte sich nie von der systematischen Folter.
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Nach der Festnahme: Bewacht von zwei Polizisten sitzt Jeffrey Dahmer am 7. August 1991 im Gericht von Milwaukee, wo er wegen Mordes angeklagt wurde. Von seiner Verhaftung an verhielt der vielfache Mörder und Kannibale sich kooperativ. Es schien fast, als wäre er erleichtert darüber, erwischt worden zu sein.

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Spurensuche: Detective Larry Momchilov und der Forensiker Dr. Thomas Marshall durchsuchen am 30. Juli 1991 den Garten des Hauses in Bath, Ohio, in dem der Serienmörder Jeffrey Dahmer aufgewachsen ist. Nach dem umfassenden Geständnis, das Dahmer wenige Tage später abgelegt hat, suchen sie nach den sterblichen Überresten von Dahmers erstem Opfer Steven Hicks, den Dahmer kurz nach seinem 18. Geburtstag erschlagen hatte.

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Schaulustige am Tatort: In diesem Gebäude in Milwaukee hatte der Serienmörder Jeffrey Dahmer von Mai 1990 bis zu seiner Verhaftung im Juli 1991 eine Wohnung, in der er die meisten seiner Morde verübte und auch Teile seiner Opfer aufbewahrte.

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Schreckensbilder am Tatort: Mit Spezialanzügen und Sauerstoffmasken gegen den Leichengestank geschützt, stellen Polizisten am 22. Februar 1992 ein Fass aus der Wohnung Jeffrey Dahmers sicher. Darin befanden sich Körperteile seiner Opfer. Dahmer hatte versucht, ihre Überreste in Säure aufzulösen.

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Grausige Funde: Polizisten stellen am 24. Juli 1991 einen Kühlschrank aus der Wohnung des Serienmörders Jeffrey Dahmer in Milwaukee sicher. Sie hatten darin verschiedene menschliche Körperteile gefunden. Im Februar 1994 erklärte Dahmer dem MSNBC-Reporter Stone Phillips: "Das einzige Motiv, das es je gab, war, eine Person vollkommen zu kontrollieren und sie bei mir zu behalten, so lange es ging. Selbst wenn das bedeutete, nur einen Teil von ihr zu behalten."

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Beweisstücksuche nach Jahrzehnten: Polizisten katalogisieren am 31. Juli 1991 im Garten des Hauses, in dem Jeffrey Dahmer aufwuchs, Überreste seines ersten Mordopfers Steven Hicks. Dahmer hatte Hicks am 6. Juni 1978 als Anhalter an der Straße aufgelesen und mit nach Hause genommen, wo er Sex mit ihm haben wollte. Als Hicks gehen wollte, erschlug ihn Jeffrey Dahmer mit einer Fünf-Kilogramm-Hantel. Dahmer erklärte später, er habe nie aus Lust am Morden getötet, sondern stets, weil er völlige Kontrolle über seine Opfer haben wollte - selbst, wenn sie dafür sterben mussten.

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Am 17. Februar 1992 wurde der Serienmörder Jeffrey Dahmer für schuldig erklärt. Dies sind die Bilder von 16 seiner Opfer. Von links oben: Curtis Straughter, Steven Mark Hicks, Richard Guerrero, Jeremy Weinberger, Jamie Doxtator, Ricky Beeks, Oliver Lacy, Errol Lindsey, Konerak Sinthasomphone, Ernest Miller, Anthony Hughes, Joseph Bradehoft, Matt Turner, Anthony Sears, David C. Thomas und Edward W. Smith.

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WG mit Mörder: Eineinhalb Jahre wohnte der damals 17-jährige Billy Capshaw 1980 und 1981 während seines Militärdienstes im süddeutschen Baumholder in einem Raum mit dem Soziopathen Jeffrey Dahmer. Er musste schwerste Misshandlungen über sich ergehen lassen, doch die Vorgesetzten ignorierten Capshaws Beschwerden und Hilfegesuche.

Bis heute ist der ehemalige Soldat traumatisiert von dem Erlebten. In jahrelangen Therapien versuchte er, die seelischen Verletzungen, die er während seines Martyriums erlitt, zu überwinden. Ein Teil seiner Aufarbeitung bestand darin, seine Erinnerungen an das Erlebte auf der Website survivingjeffreydahmer.org zu veröffentlichen.

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Vielfach vorbestraft: Schon lange vor seiner Verhaftung im Jahr 1991 war Jeffrey Dahmer immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz geraten. Diese Fotos nahm die Polizei von Milwaukee 1982 auf, als Dahmer wegen Exhibitionismus verhaftet worden war. Vier Jahre später wurde er erneut festgenommen, nachdem er vor Minderjährigen masturbiert hatte. Zwei Jahre danach, 1988, wurde er wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-Jährigen zu einem Jahr Arbeitslager verurteilt.

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Rechtsprechung zum Unaussprechlichen: Jeffrey Dahmer betritt am 27. Januar 1992 unter Polizeischutz das Gericht von Milwaukee. Der Prozess dauerte - unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit - bis zum 17. Februar 1992, als Dahmers Urteil verkündet wurde: 957 Jahre Gefängnis.

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Öffentliche Anteilnahme: Menschen, die keinen Platz mehr im Gericht von Milwaukee bekommen haben, sammeln sich am 6. August 1991 um einen Fernsehübertragungswagen, um dort den Prozess gegen den Serienmörder Jeffrey Dahmer auf dem Bildschirm zu verfolgen. Im Volksmund hieß Dahmer bald nur noch "Das Monster von Milwaukee".

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Das Unfassbare begreifen: Der Vater des Serienmörders Jeffrey Dahmer, Lionel Dahmer, seine Frau Shari und Jeffreys Stiefmutter sitzen am 30. Januar 1992 während der Verhandlung gegen ihren Sohn im Gericht von Milwaukee. Schon früh habe der junge Jeffrey großes Interesse an Tierkadavern gezeigt, erinnerte sich der Vater 1995 in seinem Buch "Mein Sohn ist ein Mörder", in dem er versuchte, seine Fassungslosigkeit über die Taten seines Sohnes zu verarbeiten.

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Faszinosum Dahmer: Seine in den grausigsten Details gestandenen Gewalttaten machten Jeffrey Dahmer über Nacht zum Medienstar - selbst aus dem Gefängnis. Hier interviewt die Reporterin Nancy Glass den Serienmörder am 12. Januar 1993 für die Fernsehsendung "Inside Edition". Dahmer erklärte ihr, er habe seine Opfer nicht aus Hass gegessen, sondern um einen Teil von ihnen bei sich zu behalten.

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Bizarre Hirngespinste: Unter den erschütternden Funden, die Polizisten in der Wohnung Dahmers machten, war auch diese Zeichnung. In ihr skizzierte der Serienmörder eine Art Altar, den er aus Körperteilen seiner Opfer bauen wollte.

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Mörder im Vollrausch: Der Serienkiller Jeffrey Dahmer, augenscheinlich betrunken eingeschlafen, auf einem Foto aus den achtziger Jahren. Schon während seiner Schulzeit trank Dahmer regelmäßig. Nach seinem 18. Geburtstag, als seine Eltern sich scheiden ließen, steigerte sich sein Alkoholkonsum weiter. Seine Trinkgewohnheiten führten schließlich 1981 auch zu seiner unehrenhaften Entlassung aus der US-Armee.

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Das erste Mordopfer: Im Sommer 1978 befand sich Jeffrey Dahmers Mutter auf Reisen, und sein Vater lebte nach der Trennung der Eltern in einem Motel. Jeffrey hatte das Haus der Familie für sich. Als er zufällig am Wegesrand den Anhalter Steven Hicks auflas, sah er die Gelegenheit gekommen, die Gewaltfantasien, die ihn seit seinem 14. Lebensjahr verfolgten, in die Tat umzusetzen. Er erschlug Hicks und vergrub seine Leiche im Garten.

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Rückfall ins Morden: Neun Jahre schaffte es Jeffrey Dahmer, nach seinem ersten Mord dem eigenen Blutdurst nicht nachzugeben. Doch am 15. September 1987 traf er sein zweites Opfer in einer Bar in Milwaukee: Den 26-jährigen Steven Tuomi. Im Interview mit MSNBC erklärte Dahmer 1992: "Als ich morgens aufwachte, hing er über die Seite des Bettes und Blut kam aus seinem Mund." Er könne sich nicht daran erinnern, ihn totgeschlagen zu haben - "aber ich muss es getan haben." Damit, so Dahmer, "ging alles wieder los."

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Versagen der Polizei: Im Mai 1991 brachte der Serienmörder Jeffrey Dahmer den damals erst 14-jährigen Konerak Sinthasomphone um. Dieser hatte es zwar zunächst noch geschafft, schwerverletzt und von Schlafmitteln betäubt aus Dahmers Wohnung zu fliehen. Die herbeigerufenen Polizisten glaubten Dahmer jedoch, dass der Junge sein 19 Jahre alter Freund sei, mit dem er sich nur gestritten habe. Die Polizisten überließen Sinthasomphone daher wieder Dahmer, der ihn wenig später umbrachte und zerstückelte. Der Fall löste in Milwaukee eine erhitzte Debatte über Rassismus in der Polizei aus.

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Die Suche nach dem Warum: Da sich nur wenige Weiße unter Dahmers Opfern fanden, wurden nach der Verhaftung des Serienmörders am 22. Juli 1991 zunächst immer wieder rassistische Motive hinter seinen Taten vermutet. Im August kam der schwarze Bürgerrechtler Jesse Jackson (hier bei einer öffentlichen Predigt am 8. August vor einer Kirche in Milwaukee) in die Stadt, um den Angehörigen der Opfer Dahmers Beistand zu leisten.

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Dahmers letztes Opfer: Am 22. Juli 1991 nahm der Serienkiller Jeffrey Dahmer Tracy Edwards mit in seine Wohnung. Nachdem er erfolglos versucht hatte, ihn mit Handschellen zu fesseln, bedrohte Dahmer Edwards mit einem Messer und zwang ihn, in sein Schlafzimmer zu gehen. Dort sah Edwards Fotos von entstellten Leichen und bemerkte einen furchtbaren Gestank aus einem blauen Fass. Er schaffte es zu fliehen und verständigte die Polizei, die Dahmers Wohnung durchsuchte und ihn daraufhin verhaftete.

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Mörder des Mörders: Ein Polizeifoto vom 30. November 1994 zeigt Christopher J. Scarver. Er erschlug am 28. November im Gefängnis von Portage, Wisconsin Jeffrey Dahmer mit einer 50 Zentimeter langen Eisenstange. Als Grund für seine Tat gab Scarver an, Gott habe es ihm befohlen.

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