Skurrile Wahlwerbung Sex, Lügen und Wahlplakate

In Hessen war Wahlkampf, und alle schliefen ein - zumindest vor den Wahlplakaten. Öde, ideenlos und grau präsentierten sich darauf die Parteien. Dabei geht es auch anders, wie Beispiele aus anderen Wahlkämpfen zeigen. Ein kleiner Streifzug durch politische Plakatkriege der unterhaltsamen Art.
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Was Christdemokraten Spaß macht: Die Junge Union im ostfriesischen Wittmund setzt ganz auf Sex. Selbstverständlich geht es den Jungpolitikern allein um den Erhalt von Arbeitsplätzen.

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Zeit der Zärtlichkeit: Vater Staat als Spanner - küssende Paare kommen immer gut, selbst wenn es um Datenschutz geht.

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Christsoziale Enthüllungen: Wenn Schwarz Spitze ist, wie die JU im oberbayerischen Grafing erwartungsgemäß findet, dann muss doch Spitze auch schwarz sein. Aufmerksamkeit erreichte die Jugendorganisation der CSU so in jedem Fall.

Foto: Junge Union
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Zu Tisch: Beim Wahlkampf 2008 tischte die hessische SPD den Wählern eine Schlachtplatte auf. Fü die Neuwahlen im Januar 2009 fiel der Partei außer der Frage "Wirklich wieder Koch?" nicht viel ein.

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Krieg der Socken: 1995 konnte der damalige CDU-Generalsekretär Peter Hintze noch mit seiner berühmten Roten-Socken-Kampagne punkten - vier jahre später schlug SPD-Widersacher Franz Müntefering der Union die olle Kamelle seinerseits um die Ohren.

Foto: dpa
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Schmutzige Wäsche: Edmund Stoibers Welt ist vielleicht bunter geworden, aber das Rollenverständnis des damaligen CSU-Chefs und Bayern-Premiers ist immer noch von gestern. Sagt zumindest die SPD auf diesem Plakat.

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Mit Vertrauen werben: Der kleine Buchstabensalat für zwischendurch - zumindest ein Hingucker.

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Fahndungsplakat: Umstrittene CDU-Kampagne während der ersten rot-grünen Legislaturperiode. Der damalige CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer musste sich wegen der Darstellung des SPD-Kanzlers Gerhard Schröder heftige Vorwürfe anhören.

Foto: dpa
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B wie Brez'n: CSU = Bayern = Beckstein? Diese Milchmädchenrechnung ging bei der Landtagswahl im September 2008 nicht auf.

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Bayern geht baden: Steht dem Freistaat das Wasser bis zum Hals? Und warum sollte man dann die Dauerregierungspartei CSU wählen? Die Antwort gibt erst das Kleingedruckte.

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Brandenburg im Bikini: Die CDU Brandenburg kleidete gleich einen geographischen Torso in einen Bikini - ob's dem Wahlergebnis diente, bleibt offen.

Foto: dpa
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Tiefgang bei der JU: Einfallsreich gibt sich die JU Wittmund auch mit diesem Plakat und hat dabei ein bestimmtes Ziel im Auge. Ein politisches, versteht sich. Die Hand soll übrigens die eines Mannes sein, sagt einer der Initiatoren, das sei aber vielleicht nicht so gut rausgekommen.

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Fromme Wünsche: Die Grünen geben sich im NRW-Wahlkampf bissig, aber witzig. Das "Opfer" ist Jürgen Rüttgers. Ministerpräsident ist inzwischen auch Jürgen Rüttgers.

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Nomen est omen: Vor "Kohle von Beust" warnten die Grünen vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg 2008. Aber auch als Koalitionspartner mit dem Hamburger CDU-Chef konnte sie das kritisierte Kohlekraftwerk Moorburg nicht verhindern.

Foto: OHNE
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Am Wahlsieg stricken: Die Grünen-Plakate spielen bürsten gerne Klischees gegen den Strich - hier lassen sie ihren baden-württembergischen Frontmann Rezzo Schlauch zur Stricknadel greifen. Dass der füllige Rotweinkenner nach Feierabend tatsächlich strickte, glaubte wohl kaum ein Wähler.

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Katzenjammer: Diese arme Katze muss auf einem Plakat der Grünen als Hitler-Double herhalten - aber es ist ja für einen guten Zweck.

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Bunter Hund: Weil ihm seine Partei zur Bundestagswahl den sicheren Listenplatz verweigert hatte, musste der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele um jede Erststimme in seinem Wahlkreis Berlin-Kreuzberg kämpfen - gut, dass er als Unterstützer auf den Zeichner Gerhard Seyfried zählen konnte. Der gestaltete ihm ein knalliges Plakat - und Ströbele zog per Direktmandat erneut in den Bundestag ein.

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Politpremiere: Beim ersten Mal, sollte man sich genau überlegen, mit wem. Das suggeriert dieses PDS-Plakat. Eine Aussage, mit der jede Partei in den Wahlkampf gehen könnte. Ob die Jugend sich tatsächlich für den sozialistischen Bruderkuss entscheidet?

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Nichtarbeiterpartei: Klare Aussagen im Wahlkampf sind gefährlich. Wer nichts zu verlieren hat, kann sie sich leisten.

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Eine ehrliche Haut: Der SPD-Politiker Thomas Krüger erregte im Berliner Wahlkampf mit einem Nacktbild für Aufsehen. Seine ehrlich zu Markte getragene Haut verhalf ihm zur Wahl.

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Damenwahl in Polen: "Polen ist eine Frau", steht auf dem Schild, das die Frauen in die Höhe halten. Ganz wie Jahre zuvor der SPD-Politiker Thomas Krüger in Berlin wollen die Politikerinnen damit im polnischen Wahlkampf 2007 zeigen, dass sie nichts zu verbergen haben. Sie seien ehrlich und hätten "saubere Hände, saubere Herzen und hehre Absichten".

Foto: REUTERS
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Kriegsherrn im Wahlkampf: Die Scottish National Party thematisierte auf diesem Wahlplakat Tony Blairs Unterstützung für die USA im Irakkrieg. Ihre These: Es gibt Massenvernichtungswaffen im Irak - und zwar genau zwei Stück, mit Namen Bush und Blair.

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Versprochen gebrochen: Nach dem Wahlkampf macht sich bei den Wählern oft Enttäuschung breit: In Belgien sorgte Tania Derveaux sogar für 40.000-fache Enttäuschung.

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Aufgewacht: Am 25. Mai 2008 war Kommunalwahl in Schleswig-Holstein. Die Jungsozialistinnen und Jungsozialisten Herzogtum Lauenburg plakatieren eine Woche zuvor ihre "Aufgewacht! Keine Stimme der NPD!"-Plakate. Leider konnte die NPD dennoch mit einen Sitz in den lauenburgischen Kreistag einziehen.

Foto: Lennart Fey
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Grün wirkt: Wahlkampfplakat von Bündnis 90 / Die Grünen zur Bundestagswahl am 22. September 2002. Zu lesen ist darauf: "Grün wirkt. Wir machen´s gleich! Gleiche Rechte für Lesben, Schwule und Heteros."

Foto: Phillip von Normann
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Modernes Österreich: Nicht völlig auszuschließen, dass diese Impression tatsächlich mal für Modernität in Österreich stand.

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"Damit aus ihrem X kein Y wird": Wahlplakat der Jungen Union Darmstadt zur hessischen Landtagswahl 2009

Foto: Erich Fuhrmann
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Das Heppenheim-Quartett: Ein absoluter Höhepunkt der deutschen Plakatkunst - eine runde Sache aus Heppenheim. Danke, CDU!

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Landtagswahlkampf 2004: Das Plakat war eine Antwort von Bündnis 90/Die Grünen auf die Landtagswahl-Kampagne der PDS im Jahr 2004 in Brandenburg.

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Wahlplakat SPD Fake: Eine Fotomonatage als Raktion auf die Europa-Wahlkampfplakate der SPD (Haifische, Dumpinglöhne, Heisse Luft würde ...)

Foto: Ludwig B. Zimmermann
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Grünen-Wahlplakat Kontra NPD: Auch ein kreativer Umgang mit den Gegnern. Das Wahlplakat der Grünen für die Landtagswahl in Sachsen 2009. Es spielt mit einigen Anspielungen, beispielsweise die braune Farbe der NPD und der Name des NPD-Landtagsmittglieds Holger Apfel (stellvertretender Bundesvorsitzender der NPD und seit 2004 Vorsitzender der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag).

Geholfen hat es nur fast, die NPD machte zwar Verluste, konnte aber in den Landtag einziehen.

Foto: Sandro Liebscher
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