Technik-Geschichte Das Smartphone wird 20

Das iPhone war das erste Smartphone? Nicht wirklich. Als Apple sein Gerät vorstellte, gab es seit mehr als zehn Jahren Taschencomputer mit Telefonfunktion. Ein Rückblick in Bildern.
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IBM Simon Personal Communicator

Für einige Experten gilt der Simon Personal Communicator von IBM aus dem August 1994 als erstes Smartphone. Zwar war der Simon das erste Gerät, das Telefon- und PDA-Eigenschaften in einem Gehäuse verband. Allerdings war es mit dem Simon nicht möglich, im Web zu surfen - für viele das entscheidende Kriterium für ein Smartphone.

Dennoch war der Funktionsumfang mit Kalender- und Notizfunktion, Adressbuch, Karten, Börsenkursen, Nachrichten und dem Versand und Empfang von E-Mails und Faxen für die Zeit beachtlich. Das Gerät wurde ab dem 16. August 1994 verkauft. Es wog 510 Gramm. Nach rund sechs Monaten und etwa 50.000 verkauften Exemplaren nahm IBM es wieder vom Markt.

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Nokia 9000 Communicator

Fast auf den Tag genau zwei Jahre später, am 15. August 1996, brachte Nokia dann den Nokia 9000 Communicator auf den Markt. Das Gerät gilt als Urahn der Smartphones, denn neben den üblichen Büroanwendungen konnten Nutzer damit erstmals mobil mit einem HTML-fähigen Browser auf Webseiten zugreifen. Nokia nutzte damals das DOS-basierte Betriebssystem GEOS.

Klappte der Nutzer das Gerät auf, kamen ein Graustufenbildschirm mit 640x200 Pixeln und eine QWERTZ-Tastatur zum Vorschein. Das Gewicht betrug rund 400 Gramm. Die Communicator-Serie wurde bis zum Modell E7 fortgesetzt, das 2010 erschien.

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Nokia 9210 Communicator

Nokias 9210 Communicator, der ab 2001 gebaut wurde, markierte eine Zäsur. Mit dem Umstieg der Prozessorarchitektur von x86 auf ARM begann sowohl die Erfolgsgeschichte des britischen Prozessordesigners ARM als auch der Aufstieg des Betriebssystems Symbian.

Das Nachfolgegerät, das 9210i, kam bereits Mitte 2002 auf den Markt. Spektakulär war für die damalige Zeit das Farbdisplay. Nokia ersetzte außerdem seinen eigenen Browser durch die Symbian-Version von Opera.

Foto: © Fabrizio Bensch / Reuters
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HTC XDA

2002 veröffentlichte Microsoft mit Pocket PC 2002 ein Update seines Betriebssystems, das für tastaturlose Pocket-PC entworfen war. Die Bedienung erfolgte per Stift oder Finger.

Der Mobilfunkprovider O2 brachte 2002 ein Modell namens XDA des taiwanischen Herstellers HTC auf den Markt. Es gehörte zu den wenigen Geräten, die mit Farbdisplay und GPRS ausgestattet waren.

Foto: christof stache/ ap
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Danger Hiptop

Der Danger Hiptop wurde ab 2002 unter verschiedenen Namen vermarktet, unter anderem in Deutschland als T-Mobile-Sidekick. Das Smartphone hatte einen Aufschiebemechanismus und lief mit einem proprietären Betriebssystem auf Java-Basis, dem Danger OS.

Das Besondere an dem Gerät war der Cloud-Service, der alle persönlichen Daten wie Adressen, Kalender, Fotos und Einstellungen im Netz speicherte. 2009 kam es in einem Datencenter von Microsoft zu einem Ausfall. Das führte dazu, dass Hiptop-Kunden von T-Mobile USA fast eine Woche lang nicht auf ihre Daten zugreifen konnten. Es wurde zunächst befürchtet, dass die Nutzer ihre Kontaktdaten und Bilder verloren hätten. Einen Monat später konnten aber die meisten Daten wiederhergestellt werden.

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Nokia 7600

Das 7600 war 2004 das erste UMTS-Smartphone von Nokia. Zwar gab es mit dem 6650 schon ein paar Monate früher ein klassisches Handy der dritten Mobilfunkgeneration von Nokia, aber mit dem auffälligen 7600 sollte 3G auch auf Smartphones durchstarten.

Der Bildschirm stellte 65.000 Farben bei einer Auflösung von 128x160 Bildpunkten dar. Mit einem Gewicht von 123 Gramm galt das Gerät damals als eines der leichtesten 3G-Handys. Der ungewöhnliche Formfaktor machte das 7600 zu einem echten Hingucker.

Foto: Sean Gallup/ Getty Images
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Palm Pre

Das Palm Pre markiert eine Zäsur. Es steht für das Ende des Betriebssystems PalmOS und auch die Firma Palm existierte nicht mehr in der bisherigen Form. Bereits 2004 fusionierte Palm mit Handspring, dem Hersteller des Treo. Im April 2010 übernahm Hewlett Packard dann Palm.

2009 brachte Palm noch den Palm Pre auf den Markt. Mit dem neu entwickelten Betriebssystem WebOS, das auf Linux basiert, sollten Marktanteile hinzugewonnen werden. Die Verkaufszahlen blieben aber hinter den Erwartungen zurück.

Das Palm Pre, das später als HP Palm verkauft wurde, verfügte über UMTS, hatte aber keine Frontkamera. Das Gerät wog 135 Gramm und sollte das letzte Palm-Smartphone sein. 2011 wurde die Entwicklung von WebOS eingestellt.

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Nokia 808 Pure View

Ein ähnliches Schicksal ereilte das Symbian-Betriebssystem von Nokia. Das Nokia 808 Pure View, das Mitte 2012 herauskam, sollte das letzte Symbian-Gerät sein. Eine Besonderheit war die eingebaute Kamera, sie hatte einen Bildsensor mit 41 Megapixeln. Videos konnten in Full-HD aufgezeichnet werden. UMTS gehörte inzwischen überall zum Standard. Außerdem ließen sich an das Handy USB-Geräte anschließen.

Allerdings waren 2012 die Betriebssysteme Android und Windows Mobile bereits wesentlich beliebter als Symbian. Nokia stellte die Entwicklung ein und setzte fortan vor allem auf Windows. 2010 wurde der ehemalige Microsoft-Manager Stephen Elop zum Konzernleiter von Nokia.

Foto: SPIEGEL ONLINE
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Lumia 638

2014 übernahm Microsoft die Geräte- und Dienstesparte von Nokia. Das letzte Nokia-Telefon war das Lumia 638, das 2014 in Schwellenländern wie China und Indien auf den Markt kam. Mit dem Geräte zielte der Konzern auf das Mittelklassesegment.

Auf dem Lumia 638 lief bereits Windows Mobile 8.1. Mit dem 2012 vorgestellten Betriebssystem verabschiedete sich der Konzern ebenfalls von seiner bisherigen Windows-Phone-Software. Es basierte nicht mehr auf Windows CE, sondern auf dem Kernel des Desktop-Betriebssystems Windows 8.

Microsoft wollte damit die Betriebssysteme über alle Geräte vereinheitlichen. Die in Windows Phone 7 eingeführte Kacheloptik wurde noch einmal verbessert. Das Lumia 638 verfügte bereits über LTE.

Foto: Nokia
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Microsoft Lumia 535

Microsoft verabschiedete sich 2015 komplett vom Markennamen Nokia und beendete damit endgültig das Kapitel des einst größten Handyherstellers der kurzen Mobilfunkgeschichte. 2016 verkaufte Microsoft die Entwicklungssparte für reine Mobiltelefone und die Nokia-Namensrechte an Foxconn.

Seit Oktober 2014 bringt Microsoft seine Mobiltelefone nur noch unter dem Namen Microsoft Lumia auf den Markt. Das erste Gerät war das Lumia 535. Es zielte mit einem Verkaufspreis von rund 100 Euro auf das Einstiegssegment. Ausgestattet war es mit einem Fünf-Zoll-Display, UMTS und kostenloser Navigation.

Foto: Microsoft
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iPhone 6s Plus

Und so sehen Smartphones mittlerweile aus: Das 6s Plus ist das aktuelle Smartphone von Apple. Es wird seit Herbst 2015 verkauft. Der Nachfolger soll im September auf den Markt kommen.

Das 6s Plus hat ein 5,5-Zoll-Display und bis zu 128 Gigabyte (GB), dazu zwei GB Arbeitsspeicher. Die Kamera löst mit zwölf Megapixeln auf. Videos können in 4K aufgenommen werden. Mit dem sogenannten 3D-Touch kann der Nutzer durch unterschiedliche Druckstärke auf dem Touchscreen bestimmte Funktionen aufrufen.

Mit dem Plus-Modell kehrt Apple erstmals von der Firmenpolitik ab, nur Handys für die Hosentasche anzubieten. Die kleinere Variante 6s hat eine Bildschirmdiagonale von 4,7 Zoll.

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2016 Samsung Galaxy S7 Edge

Das aktuelle Smartphone-Flaggschiff vom Marktführer Samsung ist das Galaxy S7 Edge. Das Gerät verfügt über einen 5,5-Zoll-Bildschirm mit abgerundeten Kanten. Über einen microSD-Slot lässt sich der interne Speicher von 32 GB um 200 GB erweitern.

Das 2016 auf den Markt gekommene S7 Edge ist wasserdicht und hat eine Zwölf-Megapixel-Kamera. Es läuft mit dem Android-Betriebssystem Version 6 Marshmallow, das Samsung angepasst hat. Mit seinem Acht-Kern-Prozessor und vier GB Arbeitsspeicher ist es Welten von Nokias Communicator von 1996 entfernt. Und auch das Gewicht von 157 Gramm hat sich im Vergleich zu den 400 Gramm des Urahnen mehr als halbiert.

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