Sojaanbau in Paraguay Entwaldung für deutsches Tierfutter

In Südamerika werden Tausende Hektar Urwald gerodet, ein einzigartiges Ökosystem ist bedroht. Unternehmen schaffen dort riesige Flächen für den Anbau von Sojabohnen - vor allem für deutsche Fleischproduzenten. Ein Team der Organisation Mighty Earth hat die Folgen für Menschen und Umwelt dokumentiert, hier Bilder aus Paraguay.
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Der Gran Chaco ist ein riesiges Gebiet aus Savannen und Trockenwäldern. Es spannt sich über die Grenzregion der Länder Argentinien, Paraguay und Bolivien. Nirgendwo auf der Welt geht die Rodung für den Anbau von Soja schneller voran als hier. Immer größere Flächen werden abgebrannt, um Platz für Felder zu schaffen - hier direkt neben einer bestehenden Sojapflanzung.

Foto: Mighty Earth
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Der Wald des Gran Chaco ist ein einzigartiges Ökosystem, hier leben Wildschweine, Tapire, Gürteltiere und in einigen Regionen sogar Jaguare. Das nach den Brandrodungen noch vorhandene Holz wird zum Teil zu Grillkohle verarbeitet, die auch in Deutschland verkauft wird.

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Zum Teil wird der Wald auch mit offizieller Genehmigung abgeholzt. Die von der Umweltorganisation Mighty Earth dokumentierten Rodungen sind aber alle illegal.

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Einer der größten Agrarhändler der Welt ist der US-Konzern Cargill. Zwar hat sich das Unternehmen dazu verpflichtet, kein Soja anzukaufen, das auf Flächen angebaut wurde, für die Wald gerodet wurde. Die aktuelle Recherche zeigt aber, dass trotzdem Soja aus frisch entwaldeten Gebieten in die Lieferkette gerät. Cargill ist auch in Paraguay vertreten.

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Im Gebiet des Gran Chaco leben viele indigene Völker, denen durch den Sojaanbau die Lebensgrundlage entzogen wird. Sie leben im und vom Wald. Hier eines der Häuser, das früher von Bäumen umgeben war und nun aufgegeben wurde.

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Abelino Garcia ist der Anführer der indigenen Gemeinschaft der Y'apó. Rund um das Dorf der Y'apó wurden 1000 Hektar Land entwaldet. Vor einigen Jahren wurde die Gemeinschaft von bewaffneten Sicherheitskräften einer benachbarten Farm überfallen - sie wurden bedroht und sollten das Gebiet verlassen. Sie wehrten sich, aber ihre Lebensgrundlage schwindet. Die im Sojaanbau eingesetzten Agrarchemikalien wie Glyphosat haben Garcia zufolge die Flüsse so stark verschmutzt, dass die Fische gestorben sind.

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Zuerst werden die großen Bäume gefällt, deren Holz noch für viel Geld weiterverkauft werden kann. Nach den Brandrodungen werden die Reste des noch verwendbaren Holzes häufig von Anwohnern abtransportiert.

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In Gegenden, die weniger mit hohen Bäume als mit Buschwerk bewachsen sind, räumen Planierraupen und Baumfällmaschinen die Flächen frei.

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Einige Ureinwohner, die aus ihren Dörfern vertrieben wurden, sind in Städte wie Nueva Esperanza gezogen. Hier haben sie, wie Candida Ferreira Benitez, Arbeit auf der Mülldeponie gefunden. Die alleinerziehende Mutter hatte keine Möglichkeit mehr, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

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