Umfrage: "Das Betreuungsgeld ist eine fatale Sackgasse" 18.04.2012
 Lisa Ortgies, 45, TV-Moderatorin, zwei Kinder: Das Betreuungsgeld ist ein...
AP/ WDR

Lisa Ortgies, 45, TV-Moderatorin, zwei Kinder: Das Betreuungsgeld ist ein drastischer Widerspruch zur bisherigen Familienpolitik, die endlich - wenn auch im Schneckentempo - auf dem Weg war, sich den Bedürfnissen der Eltern anzunähern. Über eine Milliarde Euro soll die Herdprämie verschlingen. Dieses Geld wird dringend gebraucht, um Kitas und Ganztagsschulen so auszubauen, dass sie nicht nur den quantitativen Ansprüchen der Politik, sondern auch den qualitativen Ansprüchen der Eltern genügen. Für das völlig irrationale Festhalten der Regierung am Betreuungsgeld gibt es zwei schlichte Erklärungen: Erstens: Es ist offenkundig, dass der geplante Ausbau der U3-Betreuung nicht zu schaffen ist, und um eine Klagewelle abzubremsen, sollen die Betroffenen mit Barem ruhiggestellt werden. Billiger ist so ein zweites Kindergeld allemal. Zweitens: die Angst vor dem Verlust von erzkonservativen Stammwählern, die im Geiste in der Adenauerrepublik steckengeblieben sind. Ich bin sicher, dass weder Frau Merkel noch Frau Schröder den Schwachsinn dieser wahltaktischen Maßnahme bestreiten, wenn man sie unter vier Augen dazu befragt. Sie haben leider nicht den Mut, zu ihren Überzeugungen zu stehen. Das wird sie am Ende Wähler kosten.