Umfrage: "Das Betreuungsgeld ist eine fatale Sackgasse" 18.04.2012
 Ingrid Sehrbrock, 63, stellvertretende DGB-Vorsitzende und Mitglied des...
dapd

Ingrid Sehrbrock, 63, stellvertretende DGB-Vorsitzende und Mitglied des CDU-Bundesvorstandes: Das Betreuungsgeld ist gerade für Eltern aus einkommensschwachen Haushalten ein starker finanzieller Anreiz, ihre Kinder von der Kita fernzuhalten. Es wäre fatal, wenn Kindern aus bildungsfernen Familien durch diese Subvention wichtige frühkindliche Bildung vorenthalten würde. Mit dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz hingegen hätten Mütter und Väter endlich echte Wahlfreiheit, sich auch für Familie und Beruf zu entscheiden. Doch der Ausbau der Kitaplätze geht nur schleppend voran. Damit der Rechtsanspruch umgesetzt wird, fehlen noch mindestens 230.000 Krippenplätze. Statt zwei Milliarden Euro in ein Betreuungsgeld zu investieren, sollte ernsthaft der Ausbau der Krippenplätze vorangetrieben werden. Auch gleichstellungspolitisch ist die Einführung eines Betreuungsgeldes eine Rolle rückwärts. Es fördert nach der Geburt eines Kindes den längerfristigen Ausstieg der Mütter aus der Erwerbstätigkeit. Ein rascher Wiedereinstieg, flankiert von verlässlichen Angeboten für eine gute Kinderbetreuung und familienfreundlichen Arbeitszeiten für Männer und Frauen, ist der richtige Weg.