SS-Ordensburg Wewelsburg Treffpunkt der Massenmörder
Luftbild der Wewelsburg: Erbaut als Nebenresidenz für den Paderborner Fürstbischof Dietrich IV. von Fürstenberg, ist die Wewelsburg, Deutschlands einzige Dreiecksburg. Ursprünglich erbaut im Stil der Weserrenaissance, ließ SS-Chef Heinrich Himmler den weißen Putz abschlagen und den Burggraben vertiefen, um die Anlage "wehrhafter" aussehen zu lassen.
Himmler und Bartels in Wewelsburg: Heinrich Himmler mit seinem Architekten in Wewelsburg, dem Münsteraner Hermann Bartels (l.), zwischen den beiden der Bauunternehmer Fritz Scherpeltz. Bartels bediente Himmlers architektonisches Bedürfnis nach einer repräsentativen, gigantischen Burganlage in Wewelsburg und entwickelte bis Kriegsende entsprechende Pläne.
Repräsentative Versammlungsstätte: Heinrich Himmler lud zahlreiche Gäste auf die Wewelsburg ein. Das Foto zeigt ihn 1937 mit Robert Ley (2. v. r.),dem Chef der "Deutschen Arbeitsfront" und NSDAP-Reichsorganisationsleiter, im Almetal unterhalb der Wewelsburg.
"Burgmannschaft" der Wewelsburg: Dieses Gruppenfoto zeigt die in der Wewelsburg tätigen Männer der "Burgmannschaft". Das Bild entstand zur Verabschiedung des ersten Burghauptmannes, Manfred von Knobelsdorff (1. Reihe, 4. von links mit verschränkten Händen), der 1938 durch Siegfried Taubert ersetzt wurde. Bald verließen viele der akademischen Schulungsleiter die Wewelsburg, da sich Himmler zusehends von der Idee einer "SS-Schule Haus Wewelsburg" entfernte und dort einen Rückzugsort für die höchste SS-Generalität einrichtete.
Studierzimmer in der Wewelsburg: Deutlich erkennbar ist auf diesem Foto die Innenarchitektur eines Studierzimmers der Wewelsburg, die auf eine umfangreiche "nordische" und nationalsozialistische Symbolik zurückgreift. Runen, Ornamente und Symbole prägten das Erscheinungsbild an Treppen, Möbeln, Fußböden, Decken, Geschirr, Besteck und weiteren Gegenständen in der Wewelsburg.
KZ Niederhagen-Wewelsburg: Blick auf das Gelände des ehemaligen KZ Niederhagen-Wewelsburg vom Lagertorhaus aus. Auf dieser Nachkriegsaufnahme erkennt man in der Bildmitte das ehemalige Arrestgebäude, das von 1942 bis 1943 auch als Exekutionsort diente. Im Hintergrund erkennt man das Krematorium (l.) und das Kesselhaus. Der langgestreckte Bau im Hintergrund beinhaltete die SS-Garagen. Die Lastwagen vorne links sind belgische Armeefahrzeuge.
Torhaus des KZ Wewelsburg: Nachkriegsaufnahme des ehemaligen KZ Niederhagen-Wewelsburg. Zu erkennen sind ein Wachturm, der Stacheldrahtzaun und das Lagertorhaus, von welchem aus die vorherige Aufnahme gemacht wurde. In Wewelsburg waren rund 3900 Menschen inhaftiert. 1285 von ihnen kamen ums Leben, 56 davon wurden vor Ort von der Gestapo gezielt exekutiert.
"Gruppenführertreffen" auf der Wewelsburg: Unmittelbar vor Beginn des Überfalls auf die Sowjetunion im Juni 1941 versammelte Heinrich Himmler seine höchsten SS-Offiziere zu letzten Besprechungen auf der Wewelsburg. Das Bild zeigt u.a. Reinhard Heydrich (ganz links), "Burghauptmann" Siegfried Taubert (zur Kamera schauend) und "Burgbeschließerin" Elfriede Wippermann (r., neben Taubert).
Bauplan für die Umgestaltung Wewelsburgs: Dieser Bauplan aus dem Jahr 1944 illustriert die herausragende Rolle, die die SS für die Wewelsburg nach dem "Endsieg" der Nazis vorgesehen hatte. Das geplante "Reichshaus der SS-Gruppenführer" sollte Mittelpunkt einer gigantischen, in einem Dreiviertelkreis mit mehreren hundert Metern Radius angelegten Burganlage werden, deren Spitze der Nordturm der Wewelsburg bilden sollte. Bei der Verwirklichung der Bauvorhaben starben in Wewelsburg 1285 KZ-Zwangsarbeiter. Doch die Pläne konnten nie umgesetzt werden, stattdessen gab SS-Chef Heinrich Himmler im März 1945 den Befehl zur Sprengung der Burg.
"Obergruppenführersaal" in der Wewelsburg: Im Nordturm der Wewelsburg sind zwei Räume weitestgehend erhalten geblieben, die von der SS vermutlich zu Veranstaltungen und Zeremonien genützt werden sollten, genannt die "Gruft" und der "Obergruppenführersaal". Über den ursprünglichen Zweck und die Verwendung des Bodenornaments im "Obergruppenführersaal" liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Dessen ungeachtet ist das zwölfspeichige Sonnenrad immer wieder mit vermeintlichen Bedeutungen aufgeladen worden und fungiert seit den 1990er Jahren als Erkennungszeichen in rechtsextremen Kreisen.