Stanley McChrystal Der asketische General

Der Isaf-Oberkommandierende in Afghanistan, General Stanley McChrystal, steht nach den geltenden Regeln vor der Entlassung, weil er öffentlich über den US-Präsidenten lästerte. Aber Obama könnte Nachsicht üben: Der Vorzeige-General ist die Verkörperung der neuen Afghanistan-Strategie.
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Mit dem Rücken zur Wand: Der Isaf-Oberkommandierende in Afghanistan, Stanley McChrystal, muss um seinen Job bangen. Denn er lästerte öffentlich über den US-Präsidenten. Retten könnte den Vier-Sterne-General seine Expertise: Er ist die Verkörperung der neuen Afghanistan-Strategie.

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Treffen mit US-Präsident Barack Obama am 20. Mai 2009: Wenige Tage zuvor hatte das Weiße Haus bekanntgegeben, dass McChrystal neuer Top-Kommandeur in Afghanistan werden soll. Der General wurde am 14. August 1954 als zweitjüngstes von sechs Kindern einer Offiziersfamilie geboren. In amerikanischen Spezialeinheiten der US-Armee machte er Karriere. Viele Stationen seiner Laufbahn unterliegen aber der Geheimhaltung.

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Im Juni 2009 übernimmt McChrystal offiziell das Kommando über die Internationale Schutztruppe Isaf in Afghanistan. Im US-Senat nahm er damals Glückwünsche entgegen.

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McChrystal kurz nach seinem Amtsantritt als Oberbefehlshaber in Kabul. Die Erwartungen an den General waren von Beginn an hoch: Er sollte - anders als sein Vorgänger - endlich militärische Erfolge in Afghanistan bringen.

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In den Wochen nach seiner Ernennung war McChrystal in ganz Afghanistan unterwegs. Das Bild zeigt ihn in einem Camp in der Unruheprovinz Helmand im Süden des Landes. Mitarbeiter berichteten von seiner schier unerschöpflichen Arbeitskraft.

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Im Irak machte sich McChrystal als erfahrener Kommandant von Spezialtruppen einen Namen. An nächtlichen Razzien nahm er persönlich teil. Ein Militär, der damals dabei war, schilderte seine Eindrücke aus dem Jahr 2006 in Bagdad: "Wir waren da, um zu kämpfen, zu trainieren, zu essen und zu schlafen - und dann nochmals zu kämpfen. Es gab keine Großbildfernseher oder sonstige Ablenkungen in den Baracken. Es war eine Welt aus Beton, Sperrholz und Waffenöl (...)."

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McChrystal im Oktober 2009 nahe Kandahar: Er gilt als asketischer Befehlshaber, der intellektuelle Schärfe besitzt. Bereits im Irak-Krieg vertrat er die Ansicht, dass bestimmte Kriege nicht mit Waffen allein gewonnen werden können, sondern nur mit der Unterstützung der Bevölkerung.

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Im Oktober 2009 traf der General in der afghanischen Provinz Herat den italienischen Vize-Verteidigungsminister Guido Crosetto. Als Isaf-Kommandeur absolvierte McChrystal einen Schnellkurs in politischer Durchsetzungsfähigkeit.

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Der Vier-Sterne-General auf einem Flug in Afghanistan: McChrystal gilt als hart gegen sich selbst. Angeblich isst er nur einmal täglich - und zwar am Abend, damit keine Trägheit aufkommt.

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Er bestimmt, wo es langgeht: General McChrystal gilt als Mann, der sich niemals dem Schicksal ergibt. Zu seinem täglichen Fitnessprogramm sollen 13 Kilometer Jogging gehören. Pro Nacht gönnt er sich angeblich nur vier bis fünf Stunden Schlaf.

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Moment des Gedenkens: McChystal trägt sich im April 2010 in das Kondolenzbuch für drei Bundeswehrsoldaten ein. Sie waren am Karfreitag bei Gefechten mit Aufständischen gefallen.

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Dieser Artikel brachte das Weiße Haus gegen McChrystal auf. In einem Porträt zitiert das US-Musikmagazin "Rolling Stone" höhnische Sprüche des Generals und seiner Vertrauten über Präsident Obama und dessen Team.

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McChrystal und der US-Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry, im Dezember 2009: Inzwischen dürfte die Eintracht zwischen den beiden deutlich geringer sein. Denn laut "Rolling Stone" wirft der General Eikenberry vor, dieser habe ihn während der Debatten im Weißen Haus über die richtige Afghanistan-Strategie "verraten".

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Obama und sein Vier-Sterne-General im Oktober 2009 während eines Gesprächs an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One: Auch ohne seine Schmähungen gegen die Regierung stand McChrystal bereits unter Druck, denn die militärische Lage in Afghanistan ist verfahren.

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