Bosse im Strache-Video: Reiche Freunde? 20.05.2019
 Er war - ohne sein Wissen - der "reiche Onkel" im Hintergrund: der russische...
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Er war - ohne sein Wissen - der "reiche Onkel" im Hintergrund: der russische Gas-Milliardär Igor Makarow, dessen Vermögen auf 2,1 Milliarden Dollar taxiert wird.

Die Frau, die sich den FPÖ-Politikern gegenüber als "Aljona Makarowa" ausgab, erzählte auch, sie sei die Nichte eines Milliardärs. Gemeint war offenbar Makarow. Angesprochen fühlt er sich jedenfalls: Der Redaktion der russischen Ausgabe von "Forbes" ließ Makarow über einen Vertrauten ausrichten, es sei "weit bekannt, dass ich das einzige Kind in unserer Familie war". Folglich könne er auch keine Nichte haben.

Ganz so breit bekannt sind allerdings weder die Person Igor Makarow, noch seine genauen Familienverhältnisse. Wer auch immer die Video-Falle für Strache organisiert hat: Die Wahl von Makarow könnte auf gute Vorbereitung und gewisse Kenntnisse der Lage in Russland hindeuten.

Makarow steht eher in der zweiten Milliardärsriege. Keiner, dem Moskaus Presse Titelgeschichten widmen würde. In den vergangenen Jahren war es eher ruhig um ihn geworden. Seine Gas-Firma Itera hatte er schon vor einiger Zeit sehr gewinnbringend verkauft. Auf der Liste der reichsten Russen rangiert Makarow lediglich auf Rang 48.

Hätten die Macher des Videos hingegen einen der Top-Ten-Oligarchen genannt, es wäre für die FPÖ und ihre Kontaktleute in Moskau deutlich leichter gewesen, die "Nichte" zu enttarnen. Andererseits hat Makarow ein erhebliches Vermögen. In jüngster Zeit gab es auch Meldungen, er wolle sich wieder stärker geschäftlich engagieren. In Moskau würde zwar niemand behaupten, Makarow gehöre zum engeren Kreis der Putin-Vertrauten.

Wer will, kann sich eine solche Verbindung allerdings leicht konstruieren, schließlich hat Makarow seine Gas-Firma Itera 2012 an den Staatskonzern Rosneft verkauft, der von Putins langjährigem Weggefährten Igor Setschin geführt wird.