Straßenkreuzer auf Kuba Reise in die Vergangenheit

Bilder längst vergessener Tage und Geschichten rund ums Auto sammelt SPIEGEL-ONLINE-Leser und Hobby-Fotograf Henry Hund. Einige seiner schönsten Motive fand er auf Reisen in das Biotop für automobile Geschichte: auf Kuba.
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Automobiler Lebensgefährte: Dieses Bild beschreibt Kuba auf einen Blick. Die Besitzerin öffnete noch ganz stolz das Verdeck des Buick Roadmaster aus dem Jahr 1951, so dass der Wagen noch schöner aussah. Hier...

Foto: Henry Hund
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...noch der Anblick von außen und vorn. Eindrücke wie diesen, in dem verschlafenen Städtchen Trinidad, fängt man erst ein, wenn die Busladungen mit den Tagesausflüglern längst wieder auf der Rückreise sind.

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Eines Nachmittags in Trinidad: In einer der kopfsteingepflasterten Gassen stand der 58er Oldsmobile Super 88. Der Vater putzt den Wagen und erklärt dem Sohn, wie man so ein schönes Stück pflegt.

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Für Kuba eher ein Youngtimer: Im Gegensatz zu den meisten anderen Fahrzeugen stammt der Oldsmobile Celebrity mal nicht aus den Zeiten vor der Revolution 1959. Auffällig an dem Kreuzer aus den Sechzigern sind die Geländereifen, zusammen mit den beiden Geschäftsleute ist der Blick in das Büro mit dem Auto eine typische Alltagsszene.

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Als wär's gestern: Der DeSoto Surburban von Chrysler mit dem vermutlichen Baujahr 1946 steht in einer Kulisse, die die letzten Dekaden unserer Zeitrechnung einfach ausblendet.

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Reihenhaus in Alt-Havanna: Die Szene mit dem Dodge Wayfarer von 1950 zieht den Betrachter in die Vergangenheit - in der man sich aber sofort heimisch fühlt. Wegen der dichten Bebauung fehlen oft Innenhöfe. Oder aber sie sind so eng, dass die Sonne sie nicht erreicht. Daher wird häufig die Wäsche zur Straßenseite hin aufgehängt.

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Hochzeitskutsche in Havanna: Am Prado, unweit des Capitolio, befindet sich in einem alten Casino der sogenannte Hochzeitspalast. Nach der Trauung präsentiert man sein Glück mit einem kleinen Flitter-Corso in einem Oldtimercabrio wie dem Oldsmobile von 1958.

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Chromglänzender Grill: Fast immer findet man hinter dem Capitolio eine Ansammlung von Oldtimern. Der DeSoto, der hier sein breites Gebiß zeigt, ist nicht mehr ganz reinrassig. Die Besitzer sind sehr kreativ in der Erhaltung der Fahrzeuge. Was irgendwie passt, wird verbaut.

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Klappe auf: Äußerst selten, aber man trifft sie noch, die kleinen Cabrios, wie diesen hier, der vermutlich aus den Dreißiger Jahren stammt. Der Kubaner ist leidensfähig, wenn mal der Wagen versagt. Man repariert ihn oft an Ort und Stelle.

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Coche Funebre: Ein besonderes Highlight in Havanna ist große Christoph-Kolumbus-Friedhof. Über eine Million mehr oder weniger reich verzierte Gräber und Mausoleen versammeln sich links und rechts an den über 20km langen Straßennetz. Am Eingang steht dieser Cadillac-Leichenwagen aus dem Jahr 1954.

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Rasantes Design: Dieses zackige Heck gehört zu einer Chevrolet Impala Hardtop Limousine aus dem Jahr 1959. Es scheint, als habe der Designer keinerlei Restriktionen gehabt. Fast jedes Jahr gab es ein komplett neues Design.

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Serenade mit Motorrad: Eigentlich wollte ich nur sehen, wie viele Hersteller in dem Gespann verbaut sind. Mir fiel der MZ-Seitenwagen auf, der nicht zum Rest passte. Da kam der Besitzer und posierte vor seinem Gefährt. Dann holte er noch seine Gitarre dazu und spielte - extra für die Kamera.

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Modernes Havanna: Der Stadtteil Vedado war in den Fünfzigern das schickste Viertel. Hier betrieben amerikanische Mobster wie Al Capone und Meyer Lansky Casinos und Hotels. In dieses Viertel parkt der viertürige Chrysler Saratoga von 1958 mit den Heckflossen so, als gehöre er nirgends anders hin.

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Ideale Filmkulisse: Im heutigen Hotel National hatten einst die Mafia-Bosse das Sagen. 1946 trafen sich 500 samt ihrer Familien an diesem Ort, um die Geschäfte in Kuba unter sich aufzuteilen. Heute werden dort Revolutionsfilme gedreht. Aufgefahren waren neben den Amischlitten auch russische Jeeps vom Typ GAZ.

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Parken im Paladar: In Kuba kann man in privaten Haushalten Gäste verköstigen, das nennt sich Paladar. In einem, der in einem alten Palazzo untergebracht ist, parkte im Eingangsbereich ein Oldtimer, der von vielen Fabrikaten ein Stück abbekommen hatte. Die Türen waren selbstgebaut, Griffe und Stoßstangen stammten von einem Lada und der Motor aus einem Japaner.

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Traumkulisse: Perfekt für die Autos der vergangenen Tage ist der Platz vor dem Capitolio. Dahinter liegen neben dem ehemaligen Regierungsgebäude, das Nationaltheater und das Grand Hotel Inglaterra von 1923. Hier versammeln sich die Taxen der privaten Kleinunternehmer und die Touristenfänger mit ihren restaurierten Oldies, unter denen auch der Chevrolet aus dem Jahre 1957.

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Hinter dem Capitolio beginnt der Stadtteil Centro, in den sich kaum Touristen verirren. Hier ist nichts restauriert, und es wirkt nicht heruntergekommen. Ich finde es typisch hier und gehe auch gern dort hinein. Ohne jegliche Schienenanbindung stehen unweit des Zentrums, Lokomotiven, die eine Handvoll Leute gerade restaurieren. Ich machte ein paar Fotos von ihnen und schrieb ihre Adressen auf, damit ich ihnen die Bilder senden kann. Mitten in den Stahlkolossen fand ich noch diesen wunderschön restaurierten Dodge Coronet aus dem Jahre 1949.

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Kombi-Kühlerfigur: Ein Auto, das man sehr oft in Havanna sieht, ist der Chevrolet Bel Air Baujahr 1956. Diesen hat ein Bastler mit einer ganz individuelle "Galionsfigur" geschnmückt: Der Flieger als Haubensymbol war original Chevrolet, der Schwan ist das Packard-Symbol. Hier sind beide vereint.

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Hingucker: Modern aufgepeppt sind nicht nur ein paar Häuser am Prado, dem Prachtboulevard zwischen Malecon und Parque Central nahe dem Capitolio, sondern auch ein paar der Oldies. Meist sind sie dann ausgestattet wie dieser Chevy von 1956: mit abgedunkelter Folie auf den Scheiben, tiefergelegten Fahrwerken, breiten Reifen und Alufelgen.

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Der Straßenmeister: Der Buick war und ist ein Lieblingsauto in Havanna. Gegen die Cabriovariante des 53er Buick Roadmaster siehen die Limousinen eher spartanisch aus. Dieser wurde schon recht verspachtelt an der Seite.

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