Taschenrechner-Träume Zahlen bitte

Videospielkonsolen? Langweilig. Computer? Gähn. Es gibt spannenderes Spielzeug: Andre Koppel entdeckte in seiner Jugend einen Taschenrechner, mit dem man Roulettesysteme berechnen und sogar Raumfähren manövrieren kann. Eine Liebeserklärung an eine Maschine.
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Ingenieurs-Liebling: Die Taschenrechner der Serien HP41 wurden von 1979 bis 1990 mit ständig wachsendem Leistungsumfang gebaut. Schon das erste Modell aus dem Jahr 1979 hatte beachtliche technische Möglichkeiten. Der Taschenrechner wurde damit sehr schnell zum Liebling von Ingenieuren und Wissenschaftlern. Mit dem umfangreichen Zubehörprogramm konnte der Rechner zu einem veritablen Computersystem ausgebaut werden. Wer einen solchen Rechner einmal besaß, wollte ihn nie wieder weggeben. Eine große Fangemeinde sorgt auch heutzutage noch dafür, dass es HP41-Emulatoren für aktuelle Pocket-PCs und Windows-Rechner gibt.

Foto: Andre Koppel
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Die Taschenrechner-Uhr: Die HP01 war die einzige Armbanduhr mit integriertem Taschenrechner, die die Firma Hewlett Packard je baute. Sie wurde zwischen 1977 und 1980 produziert, verbrauchte Unmengen an Batterien (drei Knopfzellen pro Monat) und war kein besonderer Erfolg. Und das, obwohl sie sehr innovativ war: Man konnte damit sogar Datumsberechnungen durchführen. Als Uhr (Stoppuhr und Wecker integriert) war sie trotzdem zu hässlich. Dieses Modell stammt aus dem Jahr 1977 und funktioniert noch immer. Ihr aktueller Wert liegt weit höher als der damalige Preis. Eine gut erhaltene "HP01" kann heute bis zu 2500 Euro kosten. Damals ging sie - je nach Ausführung - für 650 bis 750 Dollar über den Ladentisch.

Foto: Andre Koppel
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HP41CX mit HPIL, Kassettenlaufwerk und Drucker: Das Modell HP41 konnte in den achtziger Jahren zu einem vollständigen Computersystem ausgebaut werden. Auf diesem Foto ist der Taschenrechner an einen Drucker sowie ein Digitalkassettenlaufwerk angeschlossen. Anders als "normale" Kassettenlaufwerke konnte dieses Laufwerk vollständig vom Rechner aus gesteuert werden. So konnten Programme geschrieben oder geladen werden sowie Daten aufgezeichnet und wieder abgespielt werden. Auf einer Kassette konnten für damalige Zeiten unglaubliche 160 Kilobyte gespeichert werden. Das Verkabelungssystem hatte den Namen "HP-IL" und bot damals echtes Plug and Play. Man steckte die Geräte einfach zusammen und alles funktionierte sofort. Wegen des exorbitanten Preises waren solche Systeme für den Privatmann in der Regel jedoch nicht interessant.

Foto: Andre Koppel
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Goldener Schnitt in Serie: Die Taschenrechner der "Serie 10" kamen ab 1982 auf den Markt. Insgesamt gab es fünf verschiedene Modelle. Der HP10C war ein einfacher (primitiver) Taschenrechner, dem daher auch kein großer Erfolg vergönnt war. Der HP11C war ein "preiswerter" Taschenrechner, konzeptionell ähnlich wie der HP10C, jedoch programmierbar. Der HP15C war hingegen ein vollwertiger, technisch-wissenschaftlicher, programmierbarer Taschenrechner. Der HP16C war ein Spezialrechner für Programmierer und der HP12C einer für Finanzmathematiker (sämtliche Formeln der Finanzmathematik und Statistik wie Zinseszinsberechnung, Leasing, Abzahlung und so weiter waren integriert). Das absolut einmalige am HP12C ist, dass er noch immer gebaut wird und normal im Laden gekauft werden kann. Welcher andere Taschenrechner auf der Welt wird seit 27 Jahren in unveränderter Form angeboten?

Ich habe übrigens mehrere Jahre gebraucht, um herauszufinden, warum diese "Serie 10"-Rechner so hübsch anzuschauen sind. Es liegt ganz einfach daran, dass das Verhältnis von Breite zu Höhe dem goldenen Schnitt entspricht.

Foto: Andre Koppel
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Eine einfache Idee: Der hier abgebildete HP45 aus dem Jahr 1973 war ein Novum bei der Firma Hewlett Packard. Er war der erste Taschenrechner mit einer Shift-Taste. Wenn man die Shift-Taste drückte, dann bekam die darauf folgend gedrückte Taste eine neue Funktion. Durch diesen einfachen Trick konnte die Anzahl der Funktionen einfach verdoppelt werden, ohne die Tastenanzahl zu verdoppeln. An sich eine sehr einfache Idee - man muss halt nur drauf kommen.

Der daneben abgebildete HP55 ist der Nachfolger des HP45, er hat erweiterte Funktionen und ist bereits programmierbar. Er stammt aus dem Jahr 1975. Bereits ein Jahr zuvor war der mit einem Magnetkartenleser versehene HP65 auf den Markt gekommen, der HP55 hatte jedoch einen deutlichen Vorteil, er war viel preiswerter.

Foto: Andre Koppel
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Computer im Kleinstformat: Der TI51-III war mein erster programmierbarer Taschenrechner und damit der Einstieg in die Welt der Computer. Ende der siebziger Jahre war es bei weitem keine Selbstverständlichkeit, dass ein Taschenrechner Umrechnungsmodi für verschiedene Einheiten und sogar Statistikfunktionen eingebaut hatte. Dieses Modell war zudem programmierbar. Mit 32 Programmschritten und ohne Möglichkeiten einer Strukturierung konnten zwar keine großen Aufgaben gelöst werden, numerische Integration oder das Berechnen von Fibonacci-Folgen war jedoch sehr wohl möglich. Mein originaler TI51-III hat die Zeit leider nicht überlebt. Den abgebildeten voll funktionsfähigen Rechner habe ich vor einigen Jahren bei Ebay ersteigert.

Foto: Andre Koppel
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Der Problemlöser: Der HP80 war der zweite Taschenrechner, den die Firma Hewlett Packard entworfen hatte. Dieses Modell stammt aus dem Jahr 1972. Es ist der erste Business-Taschenrechner, finanzmathematische Funktionen sind bereits einprogrammiert. Das Gerät ist insofern kein wissenschaftlicher Rechner, sondern ein Problemlöser. Ein Anwender musste sich keine Gedanken über die zu verwendenden Formeln machen, sondern tippte einfach die Ausgangswerte ein und erhielt die Zinseszinsergebnisse und andere Werte. Der Rechner wurde von 1972 bis 1978 gebaut und kostete in den USA 395 Dollar.

Foto: Andre Koppel
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Kam mit Reisetasche: Der hier abgebildete HP97 aus dem Jahr 1977 ist der große Bruder des HP67. Genaugenommen ist das Innenleben vollkommen identisch. Nur das Gehäuse, die Anzeige und die Tasten sind größer. Zusätzlich wurde diesem Rechner jedoch ein Druckwerk eingebaut, mit dem sich Zwischenergebnisse und Eingaben ausdrucken ließen. Programme konnten auch hier auf Magnetspeicherkarten gespeichert werden. Der HP97 wurde original in einer Kunstledertasche mit Trageschlaufe ausgeliefert. Benutzt hat diese "schicke Reisetasche" allerdings niemand, denn die Diebstahlgefahr war immer außerordentlich hoch.

Foto: Andre Koppel
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Ein Traum für die Tasche: Der "HP65" war der erste Taschenrechner der Firma Hewlett Packard, der nicht nur programmierbar war, sondern auch einen eingebauten Magnetkartenleser hatte. Auf den Magnetkarten konnten Programme und Daten gespeichert werden. Das Modell wurde von 1974 bis 1977 gebaut. Dieses Gerät stammt aus dem Jahr 1975. Bei einem Preis von über 1800 Mark konnten sich allerdings nur wenige Ingenieure diesen Taschenrechner leisten, so blieb er für viele wohl nur ein Traum. Das große Leistungsspektrum führte jedoch dazu, dass sogar die Nasa einige Modelle kaufte und Programme für die Apollo-Mission entwickelte. Ich besitze noch heute Fotos davon in einer Fachzeitschrift von damals.

Foto: Andre Koppel
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Computer im Taschenrechnergewand: Der klassische Taschenrechner von Hewlett Packard, der HP41CV, hier mit angeschlossenem Drucker und angestecktem Magnetkartenleser. Der HP41 wurde zwischen 1979 und 1990 in verschiedenen Modellen gebaut. Es gab für ihn eine unüberschaubare Menge an Anwendungsprogrammen und Erweiterungsmodulen. Der HP41 war ein vollwertiger Computer im Taschenrechnergewand. Die hier gezeigte Kombination war Anfang der achtziger Jahre sozusagen die "Ultima Ratio" eines Taschenrechnersystems. Es war portabel, Batterie- oder Akkubetrieben, man konnte damit drucken, Programme auf Magnetkarten speichern und den Taschenrechner selbst mit bis zu vier Modulen erweitern. In dieser Form wurde er mit einem speziell für die Nasa entwickelten Erweiterungsmodul sogar als Notfallcomputer für die Landemanöver eines Spaceshuttles verwendet.

Foto: Andre Koppel
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HP65 im Stahlmantel: Die Taschenrechner der Serie HP65 und HP67 waren zu ihrer Zeit nicht nur sehr leistungsstark, sondern auch überaus teuer. Als Zubehör gab es daher das hier abgebildete abschließbare Stahlgehäuse. Das Gehäuse ist aus zwei Millimeter dickem Stahlblech gefertigt und enthält auf der Unterseite Bohrungen, durch die man es festschrauben konnte. Mit einem integrierten echten Sicherheitsschloss hatte man dann das Maximum getan, um den teuren Rechner vor Diebstahl zu schützen. Insbesondere in Schulen und Universitäten ein sehr praktisches Zubehör.

Foto: Andre Koppel
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Portables Debüt: Der HP75 war der erste vollständig portable Computer von Hewlett Packard. Bei einem Gewicht von etwa 500 Gramm und einer Länge von rund 25 Zentimeter hatte er einen gewaltigen Funktionsumfang. Er wurde in BASIC programmiert und hatte eine Vielzahl von Programmen bereits fest eingebaut. Mit an der Frontseite einschiebbaren Erweiterungsmodulen konnte der Computer noch deutlich erweitert werden. So gab es neben verschiedenen wissenschaftlichen Modulen auch eine Textverarbeitung. Da als Zubehör alle Geräte der Taschenrechner-Serien HP41 verwendet werden konnten, stand zudem extrem viel Peripherie wie zum Beispiel Disketten und Kassettenlaufwerke, Videocontroller und Drucker zur Verfügung. Der eingebaute Speicher mit einer Größe von 24 KB reichte jedoch für viele Aufgaben bereits aus, insbesondere deshalb, weil der Inhalt beim Ausschalten des Rechners nicht verloren ging. Der Preis von mehr als 2500 Mark wirkte jedoch abschreckend auf viele Interessenten.

Foto: Andre Koppel
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Voll tauglich für wissenschaftliche Aufgaben: Der Taschenrechner HP67 war seiner Zeit - wie viele andere HP-Rechner auch - weit voraus. Eine Vielzahl fest einprogrammierter Funktionen machte ihn bereits in der Grundversion voll tauglich für viele wissenschaftliche Aufgaben. Zudem konnte er umfangreich programmiert werden. Damit die Programme nicht verloren gehen konnten, war es möglich, Programme und Daten auf Magnetkarten zu speichern. Der Magnetkartenleser war fest eingebaut. Ein Preis von mehr als 1500 Mark für einen Taschenrechner in den siebziger Jahren war allerdings überaus stolz, entsprechend gering war die Verbreitung.

Foto: Andre Koppel
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Der Vergessliche: Der TI59 war Anfang der achtziger Jahre ein hoch innovativer Taschenrechner. Er konnte sehr weitreichend programmiert werden und die Programme konnten auf Magnetkarten gespeichert werden. Zudem gab es die Möglichkeit, den Funktionsumfang des Taschenrechners mit Einsteckmodulen zu erweitern. Es gab eine Vielzahl von Modulen für alle denkbaren wissenschaftlichen und technischen oder kaufmännischen Bereiche. Der TI59 war der direkte Konkurrent des HP41 - mit dem Vorteil, dass er mit einem Preis von etwa 800 Mark deutlich billiger war als der HP41. Einige wesentliche Nachteile verhinderten jedoch einen großen Markterfolg. Er hatte nur eine numerische LED-Anzeige, die keine Buchstaben anzeigen konnte und die Akkus innerhalb weniger Stunden leerte. Zudem vergaß er seinen Speicherinhalt, wenn man ihn ausschaltete.

Foto: Andre Koppel
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Multitalent: Der HP71 ist gewissermaßen der kleinere und jüngere Bruder des HP75. Er hat den gleichen Leistungsumfang bei deutlich kleineren Abmessungen. Zudem wurden einige Funktionen fest eingebaut, die der HP75 von Hause aus nicht hatte. Der Mikroprozessor (eine Spezialentwicklung von HP) verrichtete jedoch auch in diesem BASIC-Computer/Taschenrechner seinen Dienst. Ich persönlich konnte mit dieser Maschine trotz ihrer beeindruckenden Leistungsdaten nie recht warm werden. Der HP71 wurde von 1984 bis 1989 gebaut. Das hier abgebildete Modell stammt aus dem Jahr 1985 und kostete damals mit dem eingebauten Magnetkartenleser über 1000 Mark. Wie bei allen HP-Rechnern aus den achtziger Jahren konnte umfangreiche Peripherie wie Diskettenlaufwerke, Drucker, Kassettenlaufwerke und sogar Messtechnik an das kleine Gerät angeschlossen werden.

Foto: Andre Koppel
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Aus alt mach' neu!: Dies ist der erste Taschenrechner, den Hewlett Packard überhaupt gebaut hat. Mein Modell stammt aus dem Jahr 1973. Der HP35 wurde von 1972 bis 1975 gebaut und kostete damals 395 Dollar. Bei Insidern ist bekannt, dass dieser Taschenrechner den Tod für den mechanischen Taschenrechner "Curta" bedeutete. Die "Curta" war bis dahin der Ingenieurs-Taschenrechner schlechthin. Ein mechanisches Wunderwerk in Handgröße. Allerdings kostete eine "Curta" weit über 1500 Mark und konnte weniger als ein HP35. Kurz nachdem der HP35 auf dem Markt erschien, musste der "Curta"-Hersteller Konkurs anmelden. Auf dem Bild abgebildet ist außerdem ein HP35S. Das ist ein ganz aktueller Taschenrechner von HP. Dass das neue Modell wieder HP35 heißt, ist sicherlich kein Zufall. Tatsächlich gilt hier "Back to the Roots". Der Neue HP35S kann extrem viel, aber deutlich weniger als aktuelle andere Taschenrechner. Er ist ein würdiger Nachfahre des originalen HP35 - uneingeschränkt alltagstauglich, ohne mit Funktionen überladen zu sein, die so gut wie niemand braucht.

Foto: Andre Koppel
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TI Voyage 200: Der Texas Instruments Voyage 200 ist ein grafikfähiger Taschenrechner mit Computer-Algebra-System, er kann also nicht nur numerisch sondern auch mit symbolischen Ausdrücken rechnen. Er verfügt über ein LC-Display mit einer Auflösung von 240x128 Pixel als auch 188 KByte RAM und 2,7MByte Flash-Speicher.

Foto: Sebastian Staudenmaier
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HP48GX: Die Taschenrechner der Serie HP48 wurden von 1990 bis 1993 in verschiedenen Ausstattungsvarianten gebaut. Sie bildeten zu ihrer Zeit den absoluten Höhepunkt der Taschenrechnerentwicklung. Weit mehr als 1000 fest eingebaute Funktionen, volle Programmierbarkeit, eine Infrarotschnittstelle sowie eine serielle Schnittstelle waren fest integriert. Der Rechner konnte mit Speicher oder Anwendungsmodulen erweitert werden. Als besonderes Highlight hatte er nicht nur die übliche UPN-Logik eingebaut, sondern auch eine algebraische Hierarchielogik (AOS). Was ihn jedoch zu einem Ausnahmetaschenrechner machte, war die Möglichkeit der symbolischen Rechnung. Es konnten beliebige Formeln eingegeben werden, die der Rechner dann symbolisch löste, um die symbolische Lösung im letzten Schritt auch numerisch auszurechnen (sofern möglich). Auf diesem Wege konnte man sehr viel über Integral- und Differential-Rechnung lernen. Natürlich konnte er auch Grafiken erzeugen. Dank der integrierten seriellen Schnittstelle wurde er in mehreren industriellen Geräten als Steuerungseinheit verbaut (z.B. in Abgasmessgeräten für Schornsteinfeger), ohne dass man dies den Geräten ansehen konnte. Als Microprozessor kam eine Eigenentwicklung von HP zum Einsatz, die auch bereits im HP41 verwendet wurde. Für den HP48 gibt es eine Vielzahl von Emulationen für alle erdenklichen Computersysteme. Das hier gezeigte Modell wird von mir noch fast täglich verwendet, es stammt aus dem Jahr 1993.

Foto: Andre Koppel
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HP48 Emulatoren: Die Freigabe des Betriebssystems für den HP48 machte es auf vollkommen legalem Wege möglich diesen Rechner als Simulation für verschiedene Plattformen zur Verfügung zu stellen. Eine große Fangemeinde programmierte die Emulation der zugrunde liegenden Saturn-CPU von HP. Mit dieser CPU-Simulation konnte das originale Betriebssystem abgearbeitet werden. Entsprechende Umsetzungen mit einem zumeist gelungenem grafischen Layout gibt es für alle denkbaren aktuellen Rechner. Auf dem Foto ist eine HP48-Simulation einmal auf einem Windows-Pocket-PC und auf einem Sony-Clie zu sehen.

Abgesehen natürlich von der Haptik der herausragenden HP-Tastatur verhalten sich die Emulationen wie der originale Taschenrechner.

Foto: Andre Koppel
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Casio FX-7000G: Meine eierlegende Wollmilchsau der achtziger Jahre für Mathe in der Oberstufe. Angeschafft: 1985 - ab 1987 durch FX-8000G ersetzt (mehr Speicher). Mit UPN von HP kam ich nie zurecht. Dieser Rechner ist vor allem für Kurvendiskussionen "indispensable", da man sich bereits 10 Sekunden nach Aufgabenstellung (sprich Klausur) ein genaues Bild der zu erwartenden Lösung machen kann. Die Programmierung war ebenfalls ein Kinderspiel (Integrale, 0-Stellen bzw. PQ-Formel, ...) Man musste sich allerdings mit den Formeln und Lösungen auskennen. Als Dankeschön hatte man dafür aber einen "competitive advantage" in Form von Zeit von mindestens 30 Prozent gegenüber seinen Mitschülern. Das Beste: Lehrer haben nie geschnallt, was das Gerät drauf hat. Ich benutze den FX-8000G noch heute bzw. habe mir ein Zweitgerät bei ebay besorgt.

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HP41-Emulation auf Palm und Pocket-PC: Hier werden zwei Emulationen des HP41 gezeigt. Einmal auf einem Palm vom Typ Sony Clie sowie auf einem Pocket PC mit Windows Mobile. Die Palm-Version verwendet ein von Hand gemaltes HP41-Erscheinungbild und wirkt deutlich augenfälliger als die Windows-Version, die auf Fotorealismus setzt, indem sie einen originalen HP41 anzeigt. Beide Emulationen bieten den vollen Leistungsumfang eines HP41CX. Emulationen des HP41 gibt es für so gut wie alle erdenklichen Computer- und Betriebssystemplatformen.

Foto: Andre Koppel
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HP21 aus dem Jahr 1975: Der HP21 war sozusagen die zweite Generation des HP35. Er war preiswerter, kleiner, und da er ein 33 Prozent größeres ROM hatte, konnten einige zusätzliche Funktionen eingebaut werden. Er wurde von 1975 bis 1978 gebaut und kostete damals 125 Dollar. Mit dem HP21 wurde ein Taschenrechner erstmalig auch für Studenten und Assistenten erschwinglich. Auch wenn der Funktionsumfang verglichen mit heutigen Geräten gering war, so reichte er für die Standard-Mathematik allemal aus. Die n-te Wurzel aus einer Zahl kann man schließlich auch aus einem Logarithmus berechnen - und der war eingebaut.

Foto: Andre Koppel
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HP28S: Mit dem HP28C/S erfand HP den Taschenrechner neu. Zum ersten mal war ein Taschenrechner in der Lage, symbolisch zu rechnen. Der Taschenrechner konnte zudem mit verschiedenen Datentyen umgehen. Nicht nur UPN sondern auch AOS waren möglich. Das erste Modell 28C wurde von 1987-1988 und der HP28S wurde von 1988-1992 gebaut. Der Preis betrug für beide Modelle damals 235 Dollar. Beide Rechner verwendeten intern eine eigene CPU von HP, die sogenannte Saturn-CPU, die mit dem HP41 eingeführt wurde, und die auch heute noch in aktuellen Modellen, wie z.B. dem HP50 emuliert wird. Es ist heutzutage einfacher, eine ältere CPU mit einem modernen Mikroprozessor nachzubilden (zu emulieren), als ein gesamtes Betriebssystem (auch Taschenrechner haben Betriebssysteme) neu zu programmieren.

Foto: Andre Koppel