Tebartz-van Elst Der Bischof, der die Kirche erschütterte

Es gibt keine Rückkehr für Franz-Peter Tebartz-van Elst nach Limburg. Der umstrittene Protzbischof hat seinen Rücktritt eingereicht - und Papst Franziskus hat ihn angenommen. Der 54-Jährige soll einen neuen Job bekommen.
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Franz-Peter Tebartz-van Elst (im September 2013): Der umstrittene Protzbischof hat seinen Rücktritt eingereicht - und Papst Franziskus hat ihn angenommen. Der 54-Jährige kehrt damit nicht nach Limburg zurück, er soll einen neuen Job bekommen.

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Amtseinführung am 20. Januar 2008: Der ungewöhnliche junge Bischof galt als einer der aufstrebenden Orthodoxen, die unter Papst Benedikt XVI. zunehmend an Einfluss gewannen.

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In Limburg fiel er bald nicht nur durch seinen autokratischen Führungsstil auf. Auch dem mit dem Amt verbundenen Prunk galt er als nicht abgeneigt. Er entmachtete Mitbestimmungsgremien und schränkte den Einfluss von Laienorganisationen ein. Sehr bald schon galt der Bischof als umstritten - viele fürchteten ihn sogar.

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Vor allem die Renovierung und der Ausbau des Bischofssitzes rief Kritiker auf den Plan und weckte Fragen: Konnte es wirklich sein, dass das alles mit 5,5 Millionen Euro finanziert wurde?

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Die teils historisch, teils architektonisch modern ausgebaute Residenz erwies sich im Herbst 2013 als viele Millionen verschlingendes Projekt. Im Oktober war klar: Dieser Bau hatte mindestens 31 Millionen Euro gekostet.

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Daraufhin gerieten neben dem Bischof auch die Mitglieder des kontrollierenden Vermögensverwaltungsrates in die Kritik. Sie wandten sich gegen den Bischof, warfen ihm vor, sie hinter das Licht geführt zu haben. Der ehemalige CDU-Politiker Jochen Riebel wurde sehr deutlich: Für ihn sei Tebartz-van Elst "entweder ein raffinierter Betrüger oder krank".

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Am 13. Oktober 2013 flog Tebartz-van Elst nach Rom, um das Gespräch mit dem Papst zu suchen. Fast umgehend meldeten sich seine Kritiker zu Wort, bezeichneten es als "undenkbar", dass der Bischof nach Limburg zurückkäme.

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Den Eindruck musste man haben: In Limburg liefen am selben Tag Demonstrationen gegen den Bischof - und nicht die ersten.

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Neben expliziten Rücktrittsforderungen schlossen die Demonstranten, unter denen auch Priester aus dem Bistum waren, eine Menschenkette um den Bischofssitz.

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Wie grundsätzlich die Kritik an Bischof und der konservativen Kirche inzwischen war, machte ein symbolträchtiger Akt klar: Gläubige nagelten Martin Luthers 95 Thesen an die Domtüren, die hier von einem Mann entfernt werden. Derweil wurden erste Zahlen über den "Tebartz-Effekt" öffentlich: eine bundesweite Austrittswelle, die sich nicht ausschließlich auf die katholische Kirche beschränkte.

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Öffentlichkeit wie Klerus sahen auf Papst Franziskus: Was würde der in der Causa Tebartz entscheiden? Franziskus ließ ihn bis zum 21. Oktober warten. Dann empfing er ihn - und verordnete eine Auszeit für den Bischof.

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Das Bistum Limburg wurde seitdem kommissarisch von Wolfgang Rösch als Generalvikar geführt. Derweil begann die Deutsche Bischofskonferenz mit einer internen Prüfung der Affäre, bestellte eine fünfköpfige Untersuchungskommission.

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Selbst dann noch hatte Tebartz-van Elst einflussreiche Unterstützer. Der konservative Teil des Klerus - im Bild: der inzwischen ausgeschiedene Kölner Kardinal Joachim Meisner - stellte sich teils demonstrativ hinter den Limburger Bischof.

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Für viele Beobachter ein Zeichen für einen Machtkampf im Klerus. Noch Mitte März stärkte Gerhard Müller, Erzbischof und Präfekt der Glaubenskongregation, Tebartz-van Elst öffentlich den Rücken: Er bezeichnete den Umgang mit ihm als Rufmordkampagne und Menschenjagd, verglich das verklausuliert mit der Nazi-Zeit.

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Zu den Unterstützern wird auch Georg Gänswein, der Sekretär des Papstes, gezählt. Auch er gilt als Vertreter eines orthodoxen Glaubensverständnisses, das dem offeneren, menschennahen Kirchenbild des neuen Papstes nicht unbedingt entspricht.

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"Wohnen wie Gott in Limburg": Kaum ein großer Karnevalszug verzichtete Anfang März auf einen Tebartz-Wagen. Auch für viele Gläubige steht Tebartz-van Elst für eine autokratische, viel zu reiche und prunksüchtige Kirche.

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Manfred Grothe: Papst Franziskus hat den Paderborner Weihbischof nun als Apostolischen Administrator in Limburg eingesetzt.

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