Ted Kennedys Unfall Warum starb Mary Jo Kopechne?

War es der Fluch der Kennedys? Eine junge Frau starb 1969 einen mysteriösen Tod im Auto des US-Senators Edward Kennedy. Bis heute wuchern die Theorien, was genau auf der Insel Chappaquiddick geschah.
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Todesfalle: In der Nacht des 18. Juli 1969 verunglückten Edward Kennedy und seine Begleiterin Mary Jo Kopechne, als der schwarze Oldsmobile Demont 88 des US-Senators von einer Brücke stürzte. Am Morgen danach untersucht auf diesem Foto ein Taucher bei der Bergung den Wagen, der mit dem Dach nach unten im Wasser gelandet war. Kennedy konnte sich befreien,

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Partyzone: Edward Kennedy hatte dieses Ferienhaus auf der Insel Chappaquiddick gemietet, um eine Wiedersehensfeier ehemaliger Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seines Bruders Robert zu veranstalten. Von hier aus starteten er und Mary Jo Kopechne um 23.15 Uhr am 18. Juli 1969. Kurz darauf starb die junge Frau.

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Die Nacht, die alles veränderte: Senator Edward Kennedy in einer Porträtaufnahme kurz nach dem "Chappaquiddick-Vorfall". Sein irrationales Verhalten in der Unfallnacht und die widersprüchlichen Aussagen danach waren ein guter Nährboden für Skandale und Verschwörungstheorien. Dennoch standen die Bürger von Massachusetts mehrheitlich zu ihrem Senator. Bei der Wahl 1970 wurde er mit 62 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

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Mehr als "das Mädchen im Auto": Dies ist das bekannteste Foto von Mary Jo Kopechne, aus dem Jahr 1962. Die Kampagnenhelferin galt als talentierte und hochintelligente Mitarbeiterin in der Wahlkampfzentrale von Robert Kennedy. Neben Recherchen und in der Strategieplanung arbeitete sie auch an Reden des aussichtsreichen jungen Politikers mit. Nach ihrem Tod fokussierten sich die Medien darauf, dass sie "die Blondine im Auto des Senators" war. Berichten zufolge entschloss sie sich erst in letzter Minute, an der Party auf Chappaquiddick teilzunehmen, um sich mit alten Freundinnen aus Wahlkampfzeiten wiederzutreffen. Kopechne starb acht Tage vor ihrem 29. Geburtstag.

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Rätsel um die letzten Minuten: Das Foto zeigt Schaulustige bei der Bergung des Wagens am 19. Juli. Der Feuerwehrtaucher John Farrar, der die Leiche Mary Jo Kopechnes aus dem Wagen geborgen hatte, gab später zu Protokoll, die Position, in der er die Frau gefunden hatte, lasse darauf schließen, dass sie erst nach mehreren Stunden erstickt sei, also nicht sofort ertrunken: "Sie hätte gerettet werden können."

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Auto als Sarg: Die Oldsmobile-Limousine des Senators war zwei Jahre alt, als sich der Unfall ereignete. Kennedy hatte einen Ruf als Lebemann und rasanter Autofahrer. Im Bericht zur gerichtlichen Untersuchung des Vorfalls wird aufgeführt, dass es "berechtigten Anlass" gebe, zu glauben, Edward M. Kennedy habe "das Fahrzeug in fahrlässiger Weise betrieben".

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Fatale Kurve: Die Straße, die auf die schmale Holzbrücke führte, machte kurz vor der Brücke eine Knick nach links. Vermutlich war es Ted Kennedy nicht gelungen, in letzter Sekunde das Auto nach links auf die Brücke zu steuern. Der Wagen schoss rechts über die ungesicherte Brücke ins Wasser.

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Makabre Attraktion: Die einspurige, ungesicherte Holzbrücke, von der Kennedys Limousine abkam, wurde binnen weniger Stunden zu einem Ziel Schaulustiger und neugieriger Touristen.

Foto: Bettmann Archive
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"Boiler Room Girls": Die Wahlkampfhelferinnen des Demokratenpolitikers Robert "Bobby" Kennedy (rechts) bei einem Teammeeting in Washington. Links ist Mary Jo Kopechne zu sehen, die als eine der talentiertesten Mitarbeiterinnen des Senators von New York galt. Beim Kampf um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten für die Präsidentenwahl 1968 war Bobby Kennedy aussichtsreich. Am 6. Juni 1968 wurde er, wie fünf Jahre zuvor bereits sein Bruder John F. Kennedy, ermordet. Die "Boiler Room Girls" hießen so, weil ihr Büro sich einem engen, fensterlosen und häufig heißen Raum befand.

Foto: ASSOCIATED PRESS
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Traurige Reise: Noch am Tag der Bergung ließen Kopechnes Eltern die Leiche ihres einzigen Kindes nach Plymouth in Pennsylvania überführen. Hier wurde sie auch am 22. Juli 1969 bestattet.

Foto: Bettmann Archive
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Schwerer Gang: Vier Tage nach dem Unfall wurde Mary Jo Kopechne in ihrer Heimatstadt Plymouth im US-Bundesstaat Pennsylvania beerdigt. Edward Kennedy nahm mit seiner schwangeren Frau Joan an der Zeremonie teil. Wenige Tage nach dem Richterspruch und dem TV-Auftritt ihres Mannes erlitt Joan Kennedy eine Fehlgeburt, die sie rückblickend auf die Ereignisse um Chappaquiddick zurückführte.

Foto: Anonymous/ AP
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Großer Schritt: Die Berichte über den merkwürdigen Unfall des einflussreichen Senators wurden in den ersten Tagen von einem anderen großen News-Event überschattet: Die ganze Welt verfolgte die Apollo-11-Mission, die am 20. Juli - zwei Tage nach dem Chappaquiddick-Vorfall - in der ersten Mondlandung gipfelte. Einer der größten posthumen Erfolge des 1963 ermordeten John F. Kennedy und eine der schwärzesten Stunden des Kennedy-Clans ereigneten sich binnen weniger Tage.

Foto: NASA
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Halskrause als Trick? Tage nach dem Unfall trat Ted Kennedy mit einer weißen Halskrause auf. Viele Beobachter gingen davon aus, dass die Halskrause und seine Aussagen, er habe eine Gehirnerschütterung erlitten, dazu dienen sollten, auch ihn als Opfer darzustellen und sein eigentümliches Verhalten in der Nacht zu rechtfertigen.

Foto: Frank C. Curtin/ AP
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Schuldig, aber frei: Sieben Tage nach dem Unfall erklärte sich Edward Kennedy für schuldig, sich unerlaubt vom Unfallort entfernt zu haben. Er wurde zu zwei Monaten Haft verurteilt, die Strafe ausgesetzt. Das Foto zeigt ihn beim Verlassen des Gerichtsgebäudes unmittelbar nach der Urteilsverkündung, an seiner Seite seine Frau Joan, mit der er schon seit elf Jahren verheiratet war.

Foto: Boston Globe/ Getty Images
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Flucht nach vorn: Senator Edward Kennedy trat am 25. Juli 1969 vor die Fernsehkameras, um der Nation seine Version der Ereignisse darzulegen. "Zahlreiche Emotionen", so der Politiker, hätten ihn im Anschluss an den Unfall übermannt, "Trauer, Angst, Zweifel, Erschöpfung, Panik, Verwirrung und Schock." An Gerüchten, er habe eine Beziehung zu Mary Jo Kopechne gehabt oder er sei betrunken gefahren, sei nichts dran. Und ihm sei der Gedanke durch den Kopf gegangen, ob es nicht "einen schrecklichen Fluch gibt, der über allen Kennedys hängt".

Foto: RR/ AP
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Insel-Verbindung: Der folgenreiche Unfall ereignete sich auf der Insel Chappaquiddick. Eine Autofähre verband sie mit der Nachbarinsel Martha's Vineyard; dort befand sich das Hotel, in dem die Partygäste nächtigen wollten. Da die Fähre am Tag des Unfalls um Mitternacht ihren Betrieb einstellte, schwamm Kennedy nach eigenen Angaben nach der Tat die 150 Meter, um zum Hotel zu gelangen.

Foto: ASSOCIATED PRESS
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Luftunterstützung: Im Helikopter flog der bekannte Strafverteidiger F. Lee Bailey herbei, um sich selbst ein Bild vom Unfallort zu machen.

Foto: Bettmann Archive
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Koryphäe im Kopechne-Fall: Der forensische Pathologe Werner Spitz hatte bereits an der Aufklärung der Todesumstände von John F. Kennedy (1963) und Martin Luther King (1968) mitgewirkt. Im Oktober 1969 sagte Spitz im Chappaquiddick-Fall vor Gericht aus. Kopechnes Eltern versuchten zu verhindern, dass der Körper ihrer Tochter exhumiert wurde. Spitz legte dar, dass die Autopsie unnötig sei und die verfügbaren Beweise ausreichten, um zu dem Schluss zu kommen, dass Kopechne ertrunken sei. Kopechnes Eltern bekamen recht, die Exhumierung wurde gerichtlich abgelehnt.

Foto: Paul Vathis/ AP
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Erklärungsbedarf: Tage nach dem mysteriösen Unfall hielten Demonstranten vor dem Anwesen der Familie Kennedy in Hyannis Port auf Cape Cod (Massachusetts) eine Mahnwache. Trotz Schuldspruch und Fernsehansprache kursierten weiterhin Spekulationen darüber, was sich wirklich in der Nacht ereignet haben könnte.

Foto: Bill Chaplis/ AP
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Späte Aufarbeitung: Erst ein halbes Jahr nach dem Unfall fand eine gerichtliche Untersuchung der Todesursache statt. Auf Antrag von Kennedys Rechtsanwalt war sie nicht öffentlich. Ein 763-seitiger Bericht wurde vier Monate später veröffentlicht. Das Foto zeigt Kennedy in einer Sitzungspause vor dem Gerichtsgebäude.

Foto: AP
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Heimliche Sitzung: Reporter und Schaulustige drängten sich im Januar 1970 vor dem Gerichtsgebäude in Edgartown, wo der Unfall unter Ausschluss der Öffentlichkeit aufgearbeitet werden sollte.

Foto: CWF/ AP
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Suche nach der Wahrheit: Drei der "Boiler Room Girls" auf dem Weg zur gerichtlichen Untersuchung des Unfalls in Edgartown (Massachusetts) im Januar 1970. Sechs junge Frauen hatten an der Party im Ferienhaus mit sechs älteren Männern teilgenommen. Die Tatsache, dass es sich um unverheiratete Frauen im Alter zwischen 23 und 28 Jahren handelte und fünf der sechs Männer verheiratet waren, hatte nach dem Unfall für zahlreiche Gerüchte gesorgt, es habe "unangemessenes Verhalten" gegeben.

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Fragen über Fragen - aber keine schlüssigen Antworten: Zwar entging Edward Kennedy nach der dramatischen Nacht von Chappaquiddick einer Haftstrafe, doch der "Vorfall" beeinträchtigte seine Karriere und seinen Ruf schwer und nachhaltig, auf Jahrzehnte. Das Foto zeigt den Politiker beim Verlassen des Gerichtsgebäudes im Januar 1970.

Foto: Time & Life Pictures/ Getty Images
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Unter Druck: Die Schauspieler Jason Clarke und Andria Blackman als Edward und Joan Kennedy in der Verfilmung "Chappaquiddick" startete im April in den USA, in diesen Tagen erscheint er als DVD mit dem deutschen Titel "Das Alibi - Spiel der Macht".

Foto: ddp images/ Entertainment Studios Motion Pictures
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Die Rolle von Mary Jo Kopechne spielt in der Verfilmung Kata Mara.

Foto: ddp images/ Capital Pictures
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Nacht der vielen Fragezeichen: Im Hollywood-Dokudrama "Chappaquiddick" verkörpert Jason Clarke den Politiker Ted Kennedy in Bedrängnis.

Foto: ddp images/ Capital Pictures
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