"Tokyo Hotel Story" Eine fesselnde Familie

Wie leben Dominas? Was treibt Freier zu ihnen? Nathalie Daoust wollte es genauer wissen und ging ins Alpha In. Im berühmtesten SM-Hotel von Tokio fotografierte sie monatelang 39 Frauen bei der Arbeit, in ihren Arbeitsräumen, in ihrer Arbeitskleidung - und verlor ihre Vorurteile.
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Bordellarbeiterin Luna: Die kanadische Fotografin Nathalie Daoust hat die Frauen in Tokios berühmtestem Sado-Maso-Hotel Alpha In fotografiert.

Foto: Nathalie Daoust
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Wie die Frauen auf die Fotografin reagiert haben? "Na ja, für Dominas waren sie sehr unterwürfig", sagt Daoust, "sie haben alles getan, was ich ihnen gesagt habe!"

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Aufnahme aus der Bildserie "Tokyo Hotel Story": "Jede Domina hat ihre Spezialität, die habe ich in Szene gesetzt", sagt die Fotografin über ihre Recherche.

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Vergitterter Raum im Alpha In: "In dem Hotel arbeiten Frauen auch als Sklavinnen, aber mich haben die Dominas mehr interessiert", erzählt Daoust. "Gerade weil in der japanischen Kultur Frauen sonst die Passiven sind."

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Die Flucht vor der Realität in eine Phantasiewelt ist das Thema, das den meisten Arbeiten der in Berlin lebenden Fotografin Daoust zugrunde liegt.

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Zigarettenpause: Wenn Daoust mit ihrer Kamera loszieht, sucht sie vor allem das Gespräch. "Das ist für mich das Beste und Wichtigste am Fotografieren - der soziale Kontakt. Zu erfahren: Wer sind diese Frauen, wie ist ihre Welt. Die Fotos entstanden eher nebenbei."

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Rotlicht-Szene: "Ich werbe nicht für Prostitution", betont Daoust, "aber ich verdamme sie auch nicht - das ist eine freie Wahl. Natürlich nicht, wenn Armut der Antrieb ist. Aber die Frauen im Alpha In haben sich dafür bewusst entschieden. "

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Daoust geht es nicht um sensationslüsterne Darstellungen von Sexualität. Sie will verstehen, warum die Frauen in dem Hotel arbeiten - und was die Freier dort suchen.

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Viele der Kunden sind in mächtigen Positionen, berichtet Daoust, "sie nutzen die Möglichkeit, für ein paar Stunden die Macht abzugeben. Nichts denken, nichts tun, nichts entscheiden zu müssen."

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Sexarbeiterin Sae im roten Lackkostüm: Daoust fotografierte in dem SM-Hotel 39 Frauen in ihrer Arbeitskleidung, in ihren Arbeitsräumen.

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Die Frauen seien alle Performer, sagt Daoust. "Sie werden eine völlig andere Person."

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Sexarbeiterin Momoka: Zunächst durfte die Fotografin nur die Räume im Alpha In ablichten. Bis sie dem Besitzer eines ihrer Bücher schenkte - und er ihr glaubte, dass es ihr nicht um Sensationsgier ging.

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Nachdem Daoust das Okay des Besitzers hatte, waren die Frauen sehr offen: "Ich war vier Monate lang jeden Tag dort, von morgens bis abends", erzählt die Fotografin. "Faszinierend, was für eine eingeschworene Gemeinschaft das war. Sie haben Sachen zusammen unternommen, gemeinsam gekocht."

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Sex-Rollenspielerin Cat: Daoust fasziniert vor allem der Eskapismus in den Love Hotels. "Was Menschen alles tun, um für gewisse Zeit auszusteigen, geistig, körperlich. All die Dinge, die Orte, die erschaffen werden, um aus der Realität zu fliehen."

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Daoust fotografiert analog und bearbeitet die Bilder in der Dunkelkammer. "Die Atmosphäre, die ich beim Fotografieren spüre, soll herauskommen. Ein Teil des Prints ist klar, ein anderer verschwommen. Wie im Leben, wo einem manchmal nur Teile real erscheinen und der Rest wie Illusion."

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"Ich bin ein Voyeur", gesteht Daoust. "Die Kamera ist meine Ausrede. Sie ist wie eine Karte, die Türen öffnet."

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Grenzen kennt Daoust beim Fotografieren nicht: "Für mich gibt es keine Tabus", sagt sie.

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"Ich habe in Tokio ein paar Privatstunden bei einem bekannten Shibari-Künstler genommen. Diese japanische Fesseltechnik ist ein altes Kulturgut, sehr faszinierend. Vielleicht ist SM in Japan auch deshalb so toleriert", sagt Daoust.

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In Japan gebe es große öffentliche SM-Partys. Dort sei keine Sex-Phantasie tabu. Es gelte das Motto: "Warum immer alles unterdrücken, wenn du damit niemandem schadest?"

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Fotografin Nathalie Daoust sagt, dass sie durch ihre Recherche gelernt habe: "Ich praktiziere SM selbst nicht, aber ich verstehe jetzt besser, warum manche daran Spaß haben." Und falls Sie noch mehr starke Bilder sehen wollen, besuchen Sie das Foto-Portal seen.by. Dort finden Sie exzellente Arbeiten von gestandenen Profis und ambitionierten Amateuren. 

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