Transgender-Kind "Ich bin kein Mädchen!"

Der siebenjährige Jacob Lemay aus Massachussetts hieß früher Mia. Doch er wollte kein Mädchen sein - und seine Eltern halfen ihm, noch einmal neu anzufangen. Die Geschichte eines besonderen Wandels.
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Mia Lemay war zwei Jahre alt, als sie ihren Eltern zum ersten Mal klarmachte, dass sie lieber als Junge leben möchte. "Ich bin kein Mädchen!" Diesen Satz habe sie immer wieder gesagt, erinnern sich die Eltern. Heute heißt Mia Jacob und ist sieben Jahre alt.

Foto: JEWEL SAMAD/ AFP
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Joe und Mimi Lemay entschlossen sich, ihr Kind als Junge leben zu lassen. Sie hatten sich damals in einer Klinik über transsexuelle Kinder informiert. Dort habe ihnen eine Therapeutin geraten: "Lassen Sie es ruhig angehen. Zwingen Sie ihrem Kind kein Geschlecht auf."

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"Es ging nicht nur darum, dass er kurze Haare und Klamotten für Jungs tragen wollte", sagten seine Eltern dem Internetportal Boston.com. "Er zog sich immer mehr zurück und war gereizt."

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"Wir beobachteten ihn und merkten, dass es ihm schlechter und schlechter ging", berichten die Eltern über die Zeit vor dem Wandel. "Auf gewisse Weise sah ich mein Kind vor meinen Augen zerbrechen", erinnerte sich Joe Lemay.

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Vor drei Jahren entschied sich die Familie schließlich, Mia zu Jacob werden zu lassen: Er bekam einen Kurzhaarschnitt, neue Klamotten und einen neuen Vornamen, und er wechselte die Vorschule. Für eine Hormontherapie oder eine Operation ist Jacob noch zu jung.

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Zu Jacobs fünftem Geburtstag schrieb Mimi Lemay ihm einen Brief, den sie auch im Internet veröffentlichte. Darin erinnerte sie an die Jahre seit seiner Geburt und wann ihr aufgefallen ist, dass er nicht ist wie seine beiden Schwestern.

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"Einmal bist du nachts um zwei aufgewacht", schreibt sie, "und wolltest deine Kleidung wechseln." Jacob war in seinem zweiten Lebensjahr, als er sich tagsüber bis zu zwölfmal umzog. Mimi Lemay fluchte über die Wäscheberge und verstand nicht, was ihr Kind antrieb. "Du zeigtest ansonsten kein zwanghaftes Verhalten."

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Jacob stellte sich bei Gruppenaufgaben zu den Jungen in der Klasse und diskutierte zu Hause mit seinen Schwestern und den Eltern über Rollenklischees. "Wir dachten, dass du deine Vorliebe für 'nicht mädchenhafte' Sachen klarmachen wolltest", schreibt Mimi in ihrem Brief.

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"Wir verstanden nicht, dass du dir überhaupt vorstellen konntest, was ein Geschlecht ist. Du hattest doch gerade erst mit der Vorschule angefangen."

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Doch dann sagte Mia: "Ich will ein Junge sein und Jacob heißen" - und damit brach das Eis in der Familie. "Du standst wieder aufrecht und sahst den Menschen in die Augen", schreibt Mimi. "Du machtest innerhalb von einer Woche deinen ersten richtigen Witz, und du hörtest nicht mehr auf zu plappern - als ob dir jemand einen Maulkorb abgenommen hätte."

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"Zusammen bestritten wir die vielen ersten Male. Das erste Mal, als wir deinen Namen schrieben - ein Triumph für dich, Tränenbäche bei mir", schreibt Mimi Lemay.

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Seine Eltern müssen sich viel Kritik von anderen Menschen anhören: Ein so kleines Kind könne nicht wissen, was seine sexuelle Identität sei. "Es ist so einfach zu leugnen, dass Transsexualität eine reelle Sache ist, wenn man noch nie so jemanden getroffen hat", sagten Mimi und Joe gegenüber Boston.com.

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Jacobs Familie engagiert sich seitdem für die Rechte von Betroffenen und ist mit zahlreichen anderen Eltern von transsexuellen Kindern und mit Menschenrechtlern vernetzt.

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