Tschernobyl Tierfotos aus der Todeszone

Karge ausgestorbene Landschaft - geht es um Tschernobyl, hat sich dieses Bild bis heute in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Zu Unrecht: Die Todeszone lebt.
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Sperrzone von Tschernobyl am 11. Februar 2016: Seit dem 26. April 1986 ist das Sperrgebiet in einem Radius von 30 Kilometern um das Atomkraftwerk Tschernobyl unfreiwillig zur Versuchszone geworden. Neben den Auswirkungen der Strahlung auf die Natur lässt sich hier auch beobachten, was geschieht, wenn der Mensch sich aus einem riesigen Gebiet von einem Tag auf den anderen zurückzieht. Ergebnis: Die Natur erobert die Region zurück - trotz Strahlung.

Foto: VASILY FEDOSENKO/ REUTERS
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Ein Seeadler landet auf einem Wolfskadaver: Das Bild entstand am 15. Februar 2016 in dem verlassenen Dorf Dronki in Weißrussland. Wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass in verstrahlten Gebieten um den Unglücksreaktor heute ähnlich viele Tiere leben wie in Naturschutzgebieten.

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Otter in einem Fluss in dem verlassenen Ort Pogonnoe in Weißrussland (13. März 2016): Offenbar bringen viele Arten trotz hoher Strahlenbelastung gesunden Nachwuchs zur Welt. Ob die Tiere sonst Schäden durch die Strahlung davongetragen haben und, wenn ja, welche, ist für die meisten Arten nicht abschließend geklärt.

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Guck, guck: Ein Wolf beschnüffelt am 2. März 2016 eine Kamera in dem verlassenen Ort Orevichi in Weißrussland.

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Fette Beute: Im Gegensatz zu den Wölfen, die sich außerhalb der Sperrzone aufhalten, begegnen die Tiere innerhalb des Gebiets so gut wie nie Menschen. Dieses Bild zeigt zwei Jäger, die am 27. März 2016 außerhalb der Sperrzone erfolgreich waren.

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Schwarzstorch Anfang April 2016: Soweit bislang bekannt, haben die meisten Tiere, genau wie Menschen, keinen Sensor, mit dem sie Radioaktivität wahrnehmen können. Es gibt aber vorsichtige Hinweise, dass etwa Vögel möglicherweise indirekt reagieren - etwa weil der Vitamin A-Spiegel durch die Dauerbestrahlung in ihrem Körper sinkt.

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Schlauer Fuchs? Dieses Tier wurde am 5. März 2016 fotografiert. Überall auf der Erde sind Tiere und Pflanzen permanent radioaktiver Strahlung ausgesetzt - allerdings ist sie so gering, dass ein gesunder Körper die Schäden am Erbgut in der Regel reparieren kann, bevor Krankheiten wie Krebs entstehen.

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Wie gut diese Reparaturmechanismen in unterschiedlichen Tierarten funktionieren, ist unklar. Eine denkbare Erklärung für die Lebendigkeit der Sperrzone wäre, dass manche Tiere besser mit der Strahlung klarkommen als etwa der Mensch. Dieses Bild zeigt einen Specht, der am 3. April im verlassenen Ort Babchin in Weißrussland aus einem Loch im Baum schaut.

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Elche in der Sperrzone am 28. Januar: Da die Strahlenbelastung auch innerhalb des Gebietes stark schwankt, ist es nicht immer leicht, abzuschätzen, wie viel Strahlung die Tiere dort tatsächlich abbekommen.

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Wisente im Wald: In der Sperrzone ist neuer Lebensraum für die Rinder entstanden. 1998 hatte man begonnen, die Rinder hier auszuwildern. Bis heute laufen Auswilderungsprogramme in Europa, die den Erhalt der Art sichern sollen.

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Waldkauz am 26. März 2016: Nicht alle Forscher teilen die Euphorie, die beim Anblick der Bilder leicht aufkommt.

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Geht es nach ihnen, braucht es deutlich umfassendere Studien, um einschätzen zu können, welche Auswirkungen die Atomkatastrophe auf die Tierwelt rund um Tschernobyl hatte.

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Eine Goldammer in Orevichi, Weißrussland: Radioaktive Strahlung lässt im Körper sehr reaktionsfreudige Moleküle entstehen, die Gewebe schädigen können. Allerdings findet das vermutlich nicht bei allen Tieren und Pflanzen in gleichem Ausmaß statt.

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Dieses Foto zeigt einen Seeadler, der am 29. Januar auf einem Dach im weißrussischen Tulgovichi landet. Auch dieser Ort liegt in der Sperrzone.

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Wisent: Nach dem Reaktorunglück mussten fast 400.000 Menschen das Sperrgebiet verlassen. Bis heute ist es bis auf wenige Ausnahmen menschenleer.

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Futter gibt es genug in der Sperrzone: Dieser Steinadler nähert sich am 16. März 2016 den Überresten eines Elchs.

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Verlassene Straße: Im Sperrgebiet von Tschernobyl kommt der Wolf so schnell keinem Menschen in die Quere.

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Elster überm Sperrgebiet: 2014 berichteten Forscher, dass Vögel, die hier leben, sogar weniger Erbgutschäden haben als Tiere außerhalb des Gebietes. Daraus schlossen sie, dass sie sich an die erhöhte Strahlung angepasst haben.

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Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß: Dieser Elch hat wohl mehr Angst vor den Wölfen im Sperrgebiet als vor der Strahlung.

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