Zufallsfunde in Niedersachsen Archäologen präsentieren Ulfberht-Schwert und Kupferbeil

In Niedersachsen haben Wissenschaftler zwei Sensationsfunde präsentiert. Während ein Ulfberht-Schwert aus dem frühen Mittelalter bei Baggerarbeiten entdeckt wurde, machten Jugendliche auf der Hirschkuppe einen seltsamen Fund.
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Merkwürdiger Metallbrocken: Jugendliche wollten auf der Hirschkuppe, dem Hausberg des niedersächsischen Steinberg, eigentlich Patronenhülsen aus dem Zweiten Weltkrieg entdecken. Stattdessen stießen sie 2011 auf etwas Seltsames.

Foto: Volker Minkus/ NLD
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Sensationsfund: Während Archäologen die Fundstelle im Wald der Hirschkuppe genauer inspizierten, kam das Beil ins Labor. Was die Chemiker vom Institut für Anorganische Chemie der Leibniz Universität Hannover in der Folgezeit herausfanden, haben sie nun gemeinsam mit den Archäologen in Hannover vorgestellt.

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Das über 400 Gramm schwere Beil wurde in der ersten Hälfte des 4. Jahrtausends vor Christus hergestellt - aus fast reinem Kupfer. Wer dieses Beil gefertigt hat, muss über beachtliches technisches Know-how verfügt haben.

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An der Schnittstelle: Über eine Isotopenanalyse konnten die Chemiker um Carla Vogt feststellen, woher das Kupfer stammte: aus den Ostalpen. Das zweite Verbreitungsgebiet liegt, räumlich weit davon entfernt, im südlichen Skandinavien. Die Hirschkuppe, auf der die Jungs das Beil fanden, liegt somit genau dazwischen.

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Gemeinsamer Hort: "Das Beil lag genau auf der Schwelle zwischen den beiden steinzeitlichen Räumen und könnte eine mit Bedacht gewählte territoriale Markierung darstellen", sagt Archäologe Hennig Haßmann - unmittelbar an einer Geländekante, die fast senkrecht nach Ost-Südost in Richtung des alten Passes durchs Weserbergland verläuft.

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Nicht nur das Kupferbeil, auch ein weiteres hervorragend erhaltendes Fundstück aus dem frühen Mittelalter wirft dabei ein neues Licht auf die Landesgeschichte Niedersachsens: ein Schwert des legendären Schmieds Ulfberht. Es war während des Baggeraushubs der Weser bei Großenwieden 2012 entdeckt worden - ebenfalls per Zufall.

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Im Frühjahr 2012 entdeckte Rainer Kleine bei der Beobachtung des Baggeraushubs aus der Weser bei Großenwieden (Hessisch Oldendorf, Kreis Hameln-Pyrmont) ein fast vollständig erhaltenes Eisenschwert von 95 Zentimetern Länge. Die Bedeutung wurde dem Finder erst klar, als er mit dem in der Nähe wohnenden Archäologieprofessor Heinrich Härke von der Universität Tübingen ins Gespräch kam.

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Identifizierbar: Das Schwert weist auf der Klingenvorderseite die Namenssignatur +VLFBERH+T (Ulfberht) auf, auf der Rückseite findet sich ein von je drei senkrechten Strichen eingeschlossenes Rautenmuster. Es handelt sich damit um das erste und bisher einzige frühmittelalterliche Schwert vom Ulfberht-Typ in Niedersachsen.

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