Spuren der Schlacht Verdun heute: Verseuchte Mondlandschaft

Die Schlacht von Verdun hat Spuren der Zerstörung hinterlassen. Wo einst Hunderttausende starben, wurde die Landschaft durch Granaten umgepflügt, ganze Dörfer verschwanden, der Boden ist bis heute verseucht und das Grundwasser untrinkbar.
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Vom Dauerbeschuss ausgelöscht: Ein Schild erinnert an die Stelle, an der sich einst die Ortschaft Douaumont befand. Im Verlauf der Schlacht um Verdun wurden neun Dörfer in der umkämpften Zone völlig zerstört und sechs davon nie wieder aufgebaut.

Foto: imago/Haytham Pictures
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Arsen im Boden: Auch die Schützengräben (hier die Gegend um Douaumont) sind noch gut zu erkennen. Durch den permanenten Beschuss während der Schlacht und die Munitionsentsorgung vor Ort ist der Boden um Verdun nachhaltig kontaminiert. Erhöhte Werte etwa von Kupfer, Blei, Zink, Ammoniumperchlorat und Quecksilber wurden nachgewiesen, an einigen Stellen ist die Arsenkonzentration 1000- bis 2000-mal höher als normal. Das Grundwasser auf dem Schlachtfeld ist noch immer nicht trinkbar.

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Fleury früher: So sah die Ortschaft Fleury-devant-Douaumont vor dem Ersten Weltkrieg aus. Das Foto zeigt Dorfbewohner auf der Grande Rue. Fleury besaß im Jahr 1913 rund 420 Bewohner. Ebenso zerstört wurden die Ortschaften Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières-le-Mort-Homme, Douaumont, Haumont-près-Samogneux, Louvemont-Côte-du-Poivre, Ornes sowie Vaux-devant-Damloup.

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Pulverisiertes Dorf: Diese Kapelle mit dem Namen Nôtre Dame de l'Europe wurde nach der Schlacht um Verdun auf dem Platz der ehemaligen Kirche des Dorfes Fleury-devant-Douaumont errichtet. Von Fleury selbst ist nichts übrig geblieben. Die Ortschaft wurde während der zehnmonatigen Schlacht mehrfach erobert und zurückerobert.

Foto: imago/suedraum foto
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Bürgermeister ohne Bürger: Von Fleury steht heute kein Haus mehr - dennoch hat das Dorf noch eine Postleitzahl (55100) und einen Bürgermeister. Er heißt Jean-Pierre Laparra und steht an der Stelle, an der sich Fleury einst befand (Aufnahme von 2014). Um das Dorf nicht zu vergessen, markieren rot-weiße Pfähle die Stellen, an denen einst Häuser standen, auch Straßenschilder wurden aufgestellt.

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Begehbare Gedenkstätte: Millionen von Granaten haben die Landschaft an der Maas komplett umgepflügt, deutlich zeichnen sich bis heute die Granattrichter ab - hier eine Aufnahme aus der Gegend um das Fort de Vaux. Das Gelände ist vom Dauerbeschuss dünenförmig gewellt, vielerorts wachsen bis heute nur wenige Pflanzenarten.

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Triumph über die deutschen Aggressoren: Der barbusige Racheengel ragt hinter einem sterbenden Soldaten hervor, siegessicher reckt die wütende Gestalt ihre muskulösen Arme in die Höhe. "La Défense" ("Die Verteidigung") heißt diese vom französischen Künstler Auguste Rodin geschaffene Skulptur. 1920 im Zentrum von Verdun aufgestellt, symbolisiert das Denkmal den Triumph der Franzosen über die deutschen Aggressoren. Allerdings hatte sich Rodin ursprünglich auf die heroische Verteidigung von Paris gegen die preußischen Truppen 1870/71 bezogen.

Foto: Jean-François Zante
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"Sargdeckel": Blick auf die Überreste des heftig umkämpften Fort Douaumont, auch "Sargdeckel" genannt - einst wichtigste Festung in dem Ring der Verteidigungsanlagen um Verdun. Am 8. Mai 1916 kam es dort in einem Handgranatenlager zu einer Explosion, bis zu 800 deutsche Soldaten starben. Da es zu gefährlich gewesen wäre, sie aus dem Fort hinauszuschaffen, wurden sie in einer Kasematte übereinandergestapelt, mit Kalk besprengt und an Ort und Stelle eingemauert.

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Epizentrum des Gedenkens: Hinter einem französischen Soldatenfriedhof ragt das Beinhaus von Douaumont auf. Hier, im Zentrum des Schlachtfelds, sind die Gebeine von mehr als 130.000 französischen und deutschen Gefallenen versammelt, die nicht mehr identifiziert werden konnten. Das Bauwerk erinnert an ein Schwert, das bis zur Parierstange (den beiden Seitenflügeln) in den Boden gerammt ist - der 46 Meter hohe Turm symbolisiert den Griff der Waffe.

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Ort der Trauer: Blick in das Innere des Beinhauses von Douaumont. An den Wänden des Tonnengewölbes sind ausschließlich die Namen der gefallenen Franzosen verzeichnet - mit einer Ausnahme: Seit 2014 existiert nahe dem Eingang eine Deckentafel für einen deutschen Soldaten namens Peter Freundl. Der Turm des Beinhauses wurde von den USA gestiftet, was die Inschrift des Torbogens erklärt: "Dieser Turm ist den tapferen Toten von Verdun gewidmet durch ihre amerikanischen Freunde."

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In Memoriam: Das weiße Kreuz auf dem Soldatenfriedhof in Douaumont trägt die Nummer 4888 - es erinnert an einen der mehr als 300.000 Männer, die in dieser sinnlosen Schlacht ihr Leben ließen.

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Heimat der Webkunst: Die Bewohner von Ornes posieren auf der Rue de l'Église für die Kamera (Foto von 1916). Ornes war einst ein wichtiges Dorf für die Region, im 19. Jahrhundert zählte es mehr als 1300 Einwohner. Ornes besaß mehrere Mühlen und Webereien.

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Die Ruinen von Ornes: Diese Aufnahme von 1916 zeigt Ornes nach dem Ausbruch der Schlacht. Zahlreiche Gebäude sind zerstört, die Kirche steht noch.

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"Gefallen für Frankreich": Heute ist nichts mehr übrig von Ornes, ein Schild erinnert an die Stelle, an der das Dorf einst stand - im Jahr 2013 lebten dort noch sechs Menschen. Die zerstörten Dörfer erhielten nach dem Ersten Weltkrieg den Status "Mort pour la France" ("Gefallen für Frankreich").

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Lebendig verschüttet: An dieser Stelle verlief während der Schlacht um Verdun ein französischer Schützengraben - "Unbekannter französischer Soldat" steht auf dem Holzkreuz. Einer (allerdings stark umstrittenen) Legende nach wurden am 12. Juni 1916 in diesem Schützengraben 57 Angehörige des 137. Infanterie-Regiments durch einen Granateneinschlag verschüttet. Nur die Bajonette der Männer sollen noch herausgeschaut haben.

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Umkämpft: Rathaus und Kirche von Louvemont-Côte-du-Poivre vor der Schlacht um Verdun. Vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs lebten dort 183 Einwohner. Am 25. Februar 1916 eroberten die deutschen Angreifer das Dorf. Erst zehn Monate später, am 15. und 16. Dezember, gelang es den Franzosen, das nunmehr komplett zerstörte Louvemont zurückzuerobern.

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Die Kapelle von Louvemont: An der Stelle, an der einst die Kirche von Louvemont stand, wurde 1932 eine neu errichtete Kapelle eingeweiht. Noch heute entdecken Förster im Wald immer wieder Knochen, Blindgänger und Granatsplitter aus der Schlacht um Verdun.

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Verschwundenes Café: Diese dreisprachige Tafel zeigt an, wo einst in Fleury Café und Lebensmittelladen standen. Es existieren auch andere Plaketten, etwa um die Orte von Bäckerei und Schule zu markieren.

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Straße ins Nirgendwo: Die Grande Rue von Bezonvaux. Wo einst die Hauptstraße der Ortschaft verlief, wachsen heute Moos und Bäume. Nach Kriegsende steckten die französischen Behörden in der umkämpften Region um Verdun eine sogenannte rote Zone ab. Noch immer stecken nicht explodierte Granaten im Boden, regelmäßig muss der Räumdienst anrücken, um Blindgänger zu entschärfen.

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"Gestorben, um die Welt zu retten": Dieser Gedenkstein markiert die Stelle, an der sich einst das Dorf Vaux befand. Die Inschrift zitiert den ehemaligen französischen Staatspräsidenten Raymond Poincaré, sie lautet: "Spaziergänger, erzähle den anderen Völkern, dass dieses Dorf gestorben ist, um Verdun zu retten - damit Verdun die Welt rettete."

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"Keiner kommt durch": Mit diesem 1928 eingeweihten Denkmal wird in Verdun an den massenmörderischen Wahnwitz des Ersten Weltkriegs erinnert. Die fünf französischen Soldaten mit ihren unterschiedlichen Waffen bilden eine undurchdringliche Mauer: "On ne passe pas" (hier kommt keiner durch") geriet zum patriotischen Slogan der französischen Armee, die Verdun vor den deutschen Aggressoren verteidigte.

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