Rube Goldberg Maschinen Absurde Kettenreaktionen

Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht? In den zwanziger Jahren erfand der US-Comic-Zeichner Rube Goldberg Maschinen, die absurde Dominoeffekte auslösten. Eine faszinierende Kettenreaktion begann: Künstler, Regisseure und Popstars bauten ihre eigenen Apparate - hier sind die spektakulärsten.
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Farb-Feuer frei! Der eigentliche Star des Musikvideos zu dem Song "This Too Shall Pass" ist eine gigantische Goldberg-Maschine, die die Mitglieder der Band OK Go mit Hilfe von etwa 60 Wissenschaftlern des California Institute of Technology eigenhändig bauten. Am Ende des knapp vier Minuten andauernden Spektakels werden die vier Musiker mit Farbkanonen beschossen.

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Pforte öffne dich! In dem Film "Die Goonies" (1985) stellt eine Jugendclique eine US-Kleinstadt auf dem Kopf - woran allzu häufig ihre kreativen Technikerfindungen schuld sind. In einer Szene kommt eine Rube-Goldberg-Maschine zum Einsatz: Ein aufgeschrecktes Huhn legt ein Ei, ein Baseball wird durch den Garten katapultiert, ein Rasensprenger rotiert - und das alles nur, um dem dicken Nachbarsjungen Chunk die Gartenpforte zu öffnen.

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Foto: Warner Bros. Entertainment
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Bewegende Kunst: Ein Riesen-Müllsack dreht sich so lange, bis er einen Autoreifen anstupst - und der "Lauf der Dinge" beginnt. So nannten die Schweizer Medienkünstler Peter Fischli und David Weiss ihren knapp halbstündigen Film von 1987. Das Duo zeigt darin eine meterlange Rube-Goldberg-Anlage, in der eindrucksvoll aber ohne viel Effekthascherei physikalische Prinzipien und chemische Prozesse Bewegungsabläufe in Gang bringen.

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Selbständige Serviette: Zu den bekanntesten Werken Goldbergs gehört die Cartoon-Reihe mit Professor Lucifer Gorgonzola Butts, die 1915 startete. In der Serie testet der schnauzbärtige Wissenschaftler Butts absurd komplizierte Apparate, die alltägliche Aufgaben steuerten - wie hier das Abwischen des Mundes mit dem Tischtuch.

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Virtueller Lehrmeister: Mit dem Computerspiel "The Incredible Machine" von 1993 konnten sich Hobbyingenieure ihre eigene Rube-Goldberg-Maschine bauen. Als Spielzubehör stehen unter anderem Wippen und Trampoline, Basketbälle und Boxhandschuhe zur Verfügung.

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Klassik-Klo: 30 Teilprozesse laufen hier zusammen, um am Ende Toilettenpapier abzurollen. Untermalt wird das Freiluftspektakel mit der "Air"-Melodie aus Johann Sebastian Bachs Ouvertüre No. 3.

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Maschinelle Mäusejagd: Etliche Male versuchte Zeichentrickkater Tom, die Maus Jerry zu fangen - etliche Male scheiterte er. In der Folge "Designs on Jerry" von 1953 versucht er sein Glück mit der Goldberg-Methode: Jerry entwirft einen Fangapparat, bei dem unter anderem eine zerdrückte Banane, eine Kuckucksuhr und ein Stück Käse zum Einsatz kommen. Am Ende der Anlage steht ein Safe, der den widerspenstigen Nager erschlagen soll. So weit jedenfalls der Plan.

Foto: Metro-Goldwyn-Mayer Studios
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Bierselige Erfindung: Mit einem Parcours aus Kronkorken, rutschenden Bierkästen, fliegenden Fässern, einem Schwall Wasser und einer Kippe Hopfen kreierten die Macher dieser Reklame für Trumer Pils den Brauprozess neu.

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Frühstück ist fertig: In Tim Burtons Film "Pee-wee's Big Adventure" (1985) mit Paul Reubens in der Hauptrolle ist in einer Szene der "Frühstücksapparat" in Aktion zu sehen. Um seine küchenfüllende Anlage im Stil einer Rube-Goldberg-Maschine in Bewegung zu setzen, muss Pee-wee nur eine Kerze anzünden. Als er aus dem Badezimmer kommt, sind Pancakes gebacken, Orangensaft gepresst und Bacon gebraten.

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Geringe Fallhöhe: Zu Weihnachten 2008 schenkten die "MythBusters" Jamie Hyneman und Adam Savage in ihrer US-Technik-Fernsehshow den Zuschauern eine eigens gebaute Rube-Goldberg-Maschine, die einen Dummy zu Fall bringt.

Foto: Discovery Channel
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Vom Sitz gehauen: Schrauben purzeln, ein Ölkanister läuft aus, Scheibenwischer robben über den Fußboden, Heckscheiben sausen durch die Luft und am Ende entrollt sich ein Transparent. Darauf steht: der Name des beworbenen Honda-Modells Accord. Der Slogan der Reklame von 2003: "Ist es nicht schön, wenn Dinge einfach funktionieren?"

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Zwecklos: Vier italienische Schüler ließen sich von dem Computerspiel "The Incredible Machine" inspirieren und entwarfen als Hausarbeit eine Rube-Goldberg-Maschine aus allerlei Dingen, die sie aus ihren Jugendzimmern zusammenklaubt hatten. Auf die Frage, welchen Zweck der Apparat erfüllen soll, antworteten die Nachwuchskonstrukteure ganz im Sinne Rube Goldbergs: "Nichts Bestimmtes."

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Zündende Ideen: Mit dem Computerspiel "Crazy Machines" (2004) können Experimentierfreudige Holzpuppen auf Spiralen tanzen lassen, einen Toaster mit Kerzen anzünden, Vasen mit einer Mini-Abrissbirne zerschlagen und einen Fernseher mit Dynamit einschalten.

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Abenteurliches Tor: Als das "womöglich epischste" Rube-Goldberg-Video überhaupt betiteln die Macher diese Maschine, die sie mit Hilfe des Computerspiels "Garry's Mod" entwarfen. Nach einer fast vier Minuten langen Abfolge von Mechanismen - untermalt mit der Musik aus "Indiana Jones" - saust am Ende ein Stiefel vom Himmel und befördert einen Fußball ins Tor.

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Schnappschuss mit Diktator: Rube Goldberg stellte 1970 im Washingtoner Smithsonian-Museum seinen Aufnahmeapparat vor. Die Skizze an der Wand erklärt den Mechanismus mit einem Luftkissen, einem Segelboot, einer Zigarre, einem Luftballon - und einem Diktator. Der Despot, hier nur eine Puppe, denkt, dass er erschossen wurde, als der Ballon zerplatzt. Vor Schreck fällt er rückwärts auf den Auslöser und schießt so ein Foto von seinem eigenen "Sturz".

Foto: AP
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Familie Goldberg: Der New Yorker Rube Goldberg mit seiner Frau Irma sowie seinen Söhnen Thomas und George auf einer Aufnahme von 1929.

Rube Goldberg wollte nicht, dass seine Kinder den Namen Goldberg trugen: Sie sollten nicht mit den politischen Zeichnungen ihres Vaters, mit denen er sich viel Ärger eingehandelt hatte, in Verbindung gebracht werden. Die Goldberg-Sprösslinge suchten sich daher den Nachnamen "George" aus - der Jüngste begann seine spätere Broadway-Karriere als George W. George.

Foto: Library of Congress
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Schlagabtausch unter Kollegen: Billy DeBeck, Schöpfer des in den zwanziger Jahren berühmten Cartoons "Barney Google", und Rube Goldberg (unten) albern auf einem Golfplatz im kalifornischen Palm Beach State Park rum

Foto: CORBIS
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Abschied vom Zeichentisch: Mit 81 Jahren, hier in seiner New Yorker Wohnung, setzte sich Rube Goldberg zur Ruhe. Die Zeichnung in seinen Händen zeigt ihn selbst, wie er sich von Tintenfass und Feder verabschiedet. In seinen letzten Lebensjahren fertigte der Künstler überwiegend Bronzeskulpturen an. Goldberg starb am 7. Dezember 1970 an Krebs.

Foto: AP
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Saftladen: Studenten der Purdue University in West Lafayette, Indiana, freuen sich über einen gelungenen Durchlauf ihrer selbstgebauten Maschine, mit der sie 2007 beim Rube Goldberg Machine Contest teilnahmen. Mit ihrem Apparat, der nach insgesamt 155 Schritten ein Glas Saft einschenkt, belegte das Team den zweiten Platz. Derartige Wettbewerbe werden seit 1949 in den USA jedes Jahr an High Schools und Colleges ausgetragen.

Foto: AP
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