Versailler Vertrag: "Die Stunde der Abrechnung ist da" 26.06.2019
 Historischer Moment: Der deutsche Reichsaußenminister Hermann Müller (SPD) und...
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Historischer Moment: Der deutsche Reichsaußenminister Hermann Müller (SPD) und Verkehrsminister Johannes Bell (Zentrum) unterzeichnen den Vertrag im Spiegelsaal von Versailles. Laut dem 440 Artikel enthaltenden Vertrag sollte die Weimarer Republik alle Kolonien sowie rund ein Siebtel des deutschen Gebiets von 1914 abtreten, ebenso fast seine gesamte Handelsflotte, ein Drittel der Kohlen- und drei Viertel der Erzvorkommen. Über die Höhe der Reparationen herrschte unter den Alliierten zunächst Uneinigkeit: 1921 wurden sie auf 132 Milliarden Goldmark festgelegt (entspricht heute ca. 300 Milliarden Euro). Zudem musste Deutschland radikal abrüsten: Die Wehrpflicht wurde verboten, nur ein Berufsheer mit 100.000 Mann zugelassen. Vor allem aber sollte Deutschland die alleinige Verantwortung für den Krieg übernehmen sowie den Kaiser und führende Militärs als Kriegsverbrecher den alliierten Gerichten ausliefern. "Das war schlicht nicht aushaltbar", sagt Historiker Gerd Krumeich im einestages-Interview.