Wahlsensation Piraten auf Kaperfahrt

Mit der Piratenpartei hat in Berlin erstmals eine neue Art von Bürgerbewegung den Sprung in ein Landesparlament geschafft. Die Partei, die sich zunächst nur um Internetthemen gekümmert hatte, fühlt sich inzwischen dem Liberalismus verpflichtet. Das Nachsehen hat die FDP: Sie fliegt aus dem Abgeordnetenhaus.
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Die Piraten sind an Bord des Berliner Abgeordnetenhauses: Mit mehr als tausend Mitgliedern im Berliner Landesverband kümmern sie sich stark um Internetthemen, sie wollen aber vor allem auch verkrustete Strukturen aufbrechen und anders Politik machen, sagen sie.

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Freude über den Sensationscoup: Bei der Wahlparty in einem Club in Berlin-Kreuzberg war die Überraschung und die Freude riesengroß.

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Allen Warnungen der etablierten Parteien zum Trotz eroberten die Piraten fünf Jahre nach ihrer Gründung zum ersten Mal ein deutsches Landesparlament. Damit wirbeln die Newcomer, deren Schwerpunkte bei Internetthemen liegen, auch die Parteienlandschaft durcheinander.

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"Die Wähler versprechen sich von uns, dass wir frischen Wind ins Abgeordnetenhaus bringen", sagt Andreas Baum, der vor Monaten noch völlig unbekannt in der Landespolitik war: Jetzt rückt der bislang wenig ernst genommene Piraten-Kapitän mit dem Sensationserfolg bei der Berlin-Wahl ins Rampenlicht.

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Wie überrascht die Piraten selber von ihrem Erfolg waren, macht der Blick auf ihre Landesliste deutlich. Die Partei könnte um die 14 Sitze im Abgeordnetenhaus gewinnen, die schmale Liste der Partei umfasst nur 15 Kandidaten.

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Mitglieder der Piratenpartei jubeln in Berlin nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen bei der Wahl des Abgeordnetenhauses und feiern ausgelassen.

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Andreas Baum vor einem Interviewtermin: Der 33 Jahre alte Industrieelektriker in einer Internetfirma führte als Spitzenkandidat die Landesliste der Piratenpartei an. "Ich bin einfach baff", sagte Baum nach der ersten Hochrechnung.

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Gesenktes Haupt, schlechtes Ergebnis: FDP-Generalsekretär Christian Lindner hat das Abschneiden seiner Partei bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus als klare Niederlage gewertet. Das Ergebnis sei "ein Tiefpunkt und ein Weckruf zugleich", sagte er am Sonntagabend in Berlin.

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Schwerer Gang für den FDP-Spitzenkandidaten Christoph Meyer: Der Berliner FDP-Chef räumte eine "bittere Niederlage" seiner Partei bei der Berliner Parlamentswahl ein. Die Berliner Liberalen hätten sich nicht vom Bundestrend absetzen können, sagte Meyer am Sonntagabend in Berlin. Mit Blick auf das desaströse Wahlergebnis von zwei Prozent fügte er hinzu, der "Markenkern" der FDP sei "beschädigt".

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Niedergeschlagene Gesichter bei der FDP und...

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... Frust bei den Unterstützern: Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Holger Zastrow sieht in der Politik der Bundes-FDP den Grund für die jüngsten Wahlpleiten. "Die schlechten Wahlergebnisse der letzten Monate sind die Quittung für den Verlust der Glaubwürdigkeit in zwei Jahren Regierungsbeteiligung auf Bundesebene", kritisierte der sächsische FDP-Chef am Sonntagabend.

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Ausdruck der momentanen Stimmung einer Partei: Ein umgeknicktes Wahlwerbeplakat der FDP vor der Parteizentrale in Berlin

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Höhnischer Jubel, Trötengeheul und Konfettiregen in der FDP-Parteizentrale: Erst straften die Wähler die Berliner FDP ab, dann wurde sie auch noch zum Ziel des Spotts einer Satiretruppe. Eine Gruppe um den früheren "Titanic"-Chefredakteur Martin Sonneborn, die mit der Spaßgruppierung "Die Partei" bei der Wahl angetreten war, hatte sich unter die Besucher der Wahlparty im Thomas-Dehler-Haus gemischt und verbreitete eine Stimmung, nach der eingefleischten FDP-Anhängern nach der Wahlniederlage nicht zumute war. "Endlich raus", skandierte die Sonneborn-Truppe fröhlich. Im Chor ließen sie "So ein Tag, so wunderschön wie heute" erklingen.

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